Das Starkregenereignis im Sommer 2021 hat gezeigt, dass der Klimawandel auch im Märkischen Kreis deutliche Spuren hinterlässt. Zukünftig werden sich die Auswirkungen noch verstärkt zeigen. Um darauf vorbereitet zu sein, wurde das Klimafolgenanpassungskonzept (KFAP) mit dem Schwerpunkt ‚Wasser‘ ab 2021 in engem Austausch mit allen Akteuren erarbeitet und Anfang 2024 der Öffentlichkeit vorgestellt. Insgesamt 88 Maßnahmen sind zwischen den Kommunen und der Kreisverwaltung erarbeitet worden. Sie definieren konkrete Umsetzungspunkte für die Handlungsfelder Umwelt, Mensch, Planen und Bauen. Damit soll eine Anpassung an die Folgen des Klimawandels ermöglicht werden.
Eine erfolgreiche Umsetzung aus dem Maßnahmenpaket ist die Starkregen-Modellierung für zwei unterschiedlich Starkregenereignisse. Über einen Zeitraum von zwei Stunden geben die Modelle Auskunft über den Wasserstand, die Fließgeschwindigkeit und die Menge an Starkregen an jedem Punkt im Märkischen Kreis. Dadurch kann jede Bürgerin und jeder Bürger erkennen, ob bei Starkregen eine Gefahr für das eigene Grundstück oder Eigenheim besteht, um rechtzeitig Vorsorge zu betreiben.
Ein weiterer Baustein ist die Warnung der Bevölkerung vor Überflutungen bei Starkregenereignissen. Die Gefahren bei Starkregenereignissen liegen vor allem in dem örtlich begrenzten, sehr schnellen Ansteigen von Bach- und Flusspegeln, aber auch in den Überflutungen von Straßen, Plätzen und damit anliegenden Tiefgaragen und Kellern und sonstigen tieferliegenden Räumen. Diese können zur Falle werden und eine Rettung erschweren.
Um eine ausreichende Vorwarnzeit der Rettungsdienste und langfristig auch der Bevölkerung zu ermöglichen, wird zurzeit im Kreis ein System zur Starkregeninformation aufgebaut. Es speist sich zum einen aus Daten der Gewässerpegel und Bodenfeuchtesensoren und zum anderen aus einer KI-unterstützten Auswerteeinheit, die aus diesen Informationen und den aktuellen Wetterdaten eine Vorhersage für die Warnung erzeugt. Dabei soll eine örtliche, zeitlich ausreichende Überflutungsprognose für die Einsatzkräfte und die Bevölkerung erzielt werden. Ab 2027 soll das System verlässliche Informationen liefern.