Angebote für sozial isolierte ältere Menschen in den Kommunen auszubauen und diese für die Betroffenen sichtbarer zu machen, ist das gemeinsame Ziel einer Arbeitsgruppe aus Vertreterinnen und Vertretern des Märkischen Kreises und acht Kommunen.
Bei dem Workshop „Einsamkeit im Alter“ im Altenaer Kreishaus standen Fragen im Mittelpunkt, wie die betroffene Zielgruppe lokal besser erreicht und Hemmschwellen abgebaut werden können. Eine besondere Rolle spielen dabei niedrigschwellige Kontakte: Als Beispiele wurden Gespräche auf Märkten oder in Supermärkten genannt. Als Multiplikatoren kommen Ärzte, Apotheken oder Friseure infrage. Wichtig bei der Kontaktaufnahme sei es, dass sie unverbindlich, ohne Anmeldung und ohne Kosten erfolge. Auch digitale Medien wie Apps oder Social Media können bei der Kontaktaufnahme unterstützen. Bewährt haben sich auch Informationstafeln an öffentlich zugänglichen Orten.
Ein weiterer Schwerpunkt des Workshops bildete das Thema „Ehrenamt“. Viele soziale Angebote sind auf das Engagement freiwilliger Helferinnen und Helfer angewiesen. Es wurde intensiv darüber gesprochen, wie Ehrenamtliche gewonnen, begleitet und langfristig an die kommunale Arbeit gebunden werden können. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer betonten, dass ehrenamtliches Engagement eine zentrale Rolle für die soziale Infrastruktur in den Kommunen spiele. Ohne den Einsatz engagierter Bürgerinnen und Bürger könnten viele Unterstützungsangebote, insbesondere für ältere und alleinstehende Menschen, nicht in diesem Umfang aufrechterhalten werden.
Einen Einblick in die konkrete praktische Arbeit mit sozial isolierten Menschen erhielten die Teilnehmer durch Ina Rath von der Selbsthilfe-Kontaktstelle Märkischer Kreis der Paritätischen Kreisgruppe in Lüdenscheid. Bei der Kontaktstelle gehen regelmäßig Anrufe von vereinsamten Menschen ein. Der Bedarf nach Austausch sei hoch. Aus ihrem Vortrag konnten die Teilnehmenden wertvolle Erkenntnisse für die weitere Arbeit mitnehmen. Es wurde deutlich, dass die Angebote der Selbsthilfegruppen in den Informationsmaterialien einiger Kommunen noch nicht ausreichend berücksichtigt wurden. Das soll sich nun ändern.
Die Arbeitsgruppe „Einsamkeit im Alter“ befindet sich bereits seit Anfang des Jahres in einem regelmäßigen Austausch, um mit dem Thema künftig noch stärker auf kommunaler Ebene umzugehen und neue Räume der Begegnung zu schaffen. Das nächste Treffen der Gruppe ist für den Spätsommer geplant.