Aktuelle News zu Ereignissen im Märkischen Kreis

Hightech aus Halver: Zukunft der Sensorik entsteht mitten im Märkischen Kreis

Wer an Spitzentechnologie denkt, hat oft Metropolen, große Forschungszentren oder das Silicon Valley vor Augen. Dass Innovationen für die Mobilität von morgen, die Medizintechnik oder sogar Quantensensoren im Märkischen Sauerland, genauer gesagt in Halver entwickelt werden, überrascht dagegen viele Menschen.

Das Unternehmen duotec in Halver entwickelt keine Produkte „von der Stange“. Davon konnten sich Landrat Ralf Schwarzkopf und David Bathe von der Gesellschaft zur Wirtschafts- und Strukturförderung im Märkischen Kreis (GWS) vor Ort überzeugen. Am Sitz in Halver entstehen Sensorlösungen für Kunden aus unterschiedlichsten Bereichen: von der Automobilindustrie über Energie- und Industrieanwendungen bis hin zur Medizintechnik. Immer dann, wenn Standardlösungen nicht ausreichen, beginnt die Arbeit der Spezialisten und Experten von duotec. Sie entwickeln Sensoren für Fahrzeuge, intelligente Textilien, Druck- und Kraftsensoren, elektronische Nasen zur Erkennung von Gasen oder Quantensensorik auf Diamantbasis. Das alles sind keine Zukunftstechnologien mehr, sondern sie sind längst real in Produkten verbaut.

„Hier wird nicht über Zukunft gesprochen, hier wird sie entwickelt“, sagt Landrat Ralf Schwarzkopf und ergänzt: „Das ist typisch für unsere Region. Bei uns gibt es Unternehmen, die weltweit gefragt sind, obwohl sie oft gar nicht im Rampenlicht stehen. Betriebe wie duotec zeigen, dass Hightech und ländlicher Raum kein Widerspruch sind. Im Gegenteil: Die Zukunft der Industrien entsteht eben nicht nur in den Großstädten, sondern auch hier bei uns.“

Der duotec-Standort in Halver hat sich dabei in den vergangenen Jahren zu einem wichtigen Standort für Mikroelektronik entwickelt. Gemeinsam mit weiteren Unternehmen und in enger Zusammenarbeit unter anderem mit der Fachhochschule Südwestfalen entstehen hier Lösungen, die weit über die Kreisgrenzen hinaus gefragt sind. Für Arthur Rönisch, Alt-Geschäftsführer der duotec GmbH und nunmehr der CEO des Schwesterunternehmens ZELOCON GmbH, ist genau das ein Erfolgsfaktor: „Unsere Kunden kommen nicht zu uns, weil sie etwas aus dem Katalog bestellen möchten. Sie kommen mit einer Idee oder eine Herausforderung. Gemeinsam entwickeln wir daraus eine Lösung. Genau dieses Knowhow macht unsere Arbeit spannend. Bei uns arbeiten hervorragende Fachkräfte.“

„Elektronische Nase“ kann verschiedene Gase erkennen

Wie breit das Portfolio der Entwicklungen inzwischen ist, zeigten Arthur Rönisch und Geschäftsführer Michael Hahn anhand von aktuellen Projekten. Dazu gehören unter anderem intelligente Sitzkissen für Rollstuhlfahrer, die Druckbelastungen messen und so zur Gesundheitsvorsorge beitragen können. Darüber hinaus neuartige Sensortechnologien zur Gaserkennung. „Sensoren werden immer mehr Aufgaben übernehmen, die heute noch Menschen oder aufwendige Messsysteme erledigen. Ein Beispiel ist unsere ‚elektronische Nase‘. Sie kann verschiedene Gase erkennen und bietet damit beispielsweise für Feuerwehren oder industrielle Anwendungen interessante Chancen. Auch die Quantensensorik eröffnet neue Möglichkeiten: Mit Hilfe physikalischer Effekte lassen sich beispielsweise kleinste Magnetfelder oder Veränderungen in Materialien mit bisher unerreichter Genauigkeit messen. Das ist ein Technologiefeld mit großem Potenzial für Medizin, Forschung und Industrie“, berichtet Michael Hahn.

Für Landrat Ralf Schwarzkopf ist der Unternehmensbesuch vor Ort ein weiterer Beleg dafür, welche wirtschaftliche Stärke der Märkische Kreis besitzt. „Viele verbinden Innovation noch immer mit Großstädten. Tatsächlich aber sitzen zahlreiche Weltmarktführer und hochspezialisierte Unternehmen dort, wo andere vor allem Wälder und Mittelgebirge sehen. Genau das macht unsere Region aus. Hier entstehen neue, hochwertige Arbeitsplätze, hier können Menschen gut leben und an Technologien arbeiten, die weltweit gefragt sind.“ Auch die Nähe zu Hochschulen und Forschungseinrichtungen spiele dabei eine wichtige Rolle. Die Zusammenarbeit mit der Fachhochschule Südwestfalen ermögliche es Unternehmen wie duotec, neue Ideen schnell in marktfähige Produkte zu überführen und qualifizierte Fachkräfte in der Region zu halten.

Hintergrund

Die ZELOCON GmbH hat als Geschäftsinhalt die Produktion und Lieferung von bei Raumtemperatur supraleitendem Material für die Mikroelektronik einschließlich daraus gefertigter elektronischer Komponenten.

Die duotec GmbH ist die Firma, die aus diesen und auch anderen Komponenten elektronische Baugruppen und Geräte produziert, liefert und diese zuvor entwickelt hat. Damit besteht mit beiden Firmen folgende Durchgängigkeit in der Wertschöpfungskette: Material – Komponenten -Baugruppen - Geräte.

Seit dem 1. Januar 2026 ist die duotec wieder enger an die Familie gerückt: Michael Hahn und Laura Turck-Hahn sind jetzt Eigentümer. 

×