Zweiter Förderschultag im Märkischen Kreis: Gemeinsam stärker 2.0

Das Schulamt für den Märkischen Kreis veranstaltete an der Schule an der Höh in Lüdenscheid am 31. August den zweiten pädagogischen Förderschultag für die Förderschulen des Märkischen Kreises. Unter dem Motto „Gemeinsam stärker 2.0“ standen bei den rund 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmern fachlicher Austausch, Vernetzung und vielfältige Impulse für die pädagogische Arbeit im Mittelpunkt.

Nach dem erfolgreichen Auftakt im Jahr 2024 erhielten die Beschäftigten der Förderschulen auch diesmal die Möglichkeit, über den eigenen Arbeitsbereich hinaus Einblicke in unterschiedliche Themen und Perspektiven zu gewinnen, Erfahrungen auszutauschen und neue Impulse für ihre pädagogische Arbeit mitzunehmen.

Landrat Ralf Schwarzkopf bedankte sich in seiner Begrüßungsrede bei den Schulleitungen und den Lehrerkollegien für die bemerkenswerte Arbeit sowie das außerordentliche Engagement. Dabei betonte er vor allem die Bedeutung des gemeinsamen Austauschs: „Die Arbeit an unseren Förderschulen ist anspruchsvoll und vielfältig. Umso wichtiger ist es, Erfahrungen zu teilen und voneinander zu lernen. Der Förderschultag bietet dafür eine hervorragende Gelegenheit.“

Vorträge liefern fachliche Impulse

Nach der Begrüßung erwartete die rund 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein abwechslungsreiches Programm. In der ersten Vortragsschiene ging es unter anderem um die Frage, wie Gesundheitsmanagement persönlich und als schulische Entwicklungsaufgabe gestaltet werden kann. Der Vortrag von Harald Scherello und Melanie Weber von der Schulentwicklungsberatung der Bezirksregierung Arnsberg stellte mit der PERMA-Formel ein Ansatz aus der Positiven Psychologie vor, der dazu anregt, die eigene Haltung und die vorhandenen Ressourcen bewusst in den Blick zu nehmen. Dr. Jennifer Igler von der TU Dortmund beschäftigte sich mit fluiden und kristallinen Anteilen von Intelligenz und deren Bedeutung für die pädagogische Praxis. Bei Henrike Wittenbreder von der Europaschule Hemer standen die Prinzipien der „Neuen Autorität“ im Mittelpunkt. Dabei ging es um professionelle Haltung, Präsenz, Transparenz und die Bedeutung tragfähiger Bündnisse aller am Schulleben beteiligten Akteure.

In der zweiten Vortragsschiene beleuchtete Assist. Prof. Dr. Morsi Abdallah von der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie Lüdenscheid das Thema Schulabsentismus aus kinder- und jugendpsychatrischer Sicht. Er stellte Ursachen, Erscheinungsformen und Dynamiken von schulvermeidendem Verhalten vor und ging auf Möglichkeiten ein, eine nachhaltige Rückkehr in den Schulalltag zu unterstützen. Zudem wurde das in Lüdenscheid entwickelte Modell „KoopASSIST“ zur strukturierten und koordinierten Unterstützung vorgestellt. Der Vortrag von Katharina Thimm vom Ev. Schulreferat Lüdenscheid-Plettenberg beschäftigte sich mit der Bedeutung von Abschieden und Übergängen. Nadine Held und Lars Jekosch von der Schule an der Höh in Lüdenscheid setzten sich mit der Frage auseinander, wie pädagogisches Handeln im Umgang mit Kindern und Jugendlichen mit Autismus-Spektrum-Störung reflektiert werden kann.

26 Workshops mit vielfältigen Themen

Anschließend konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus insgesamt 26 Workshops auswählen. Die Themenpalette war entsprechend vielfältig und reichte von AD(H)S im Unterricht, sexualisierter Gewalt und institutionellen Schutzkonzepten über Achtsamkeit, Psychomotorik und basale Förderung bis hin zu Bildung für nachhaltige Entwicklung, digitalem Lernen und beruflicher Orientierung. Auch sprachunterstützende Gebärden, Schulseelsorge, Kinderhospizarbeit, Schulsozialarbeit und Naturerfahrungen gehörten zum Angebot.

Vernetzung weiter stärken

„Die positive Resonanz auf den ersten Förderschultag hat gezeigt, wie wichtig der Austausch und die Vernetzung über die eigene Schule hinaus sind. Umso mehr freuen wir uns, dass wir mit ‚Gemeinsam stärker 2.0‘ an diesen Erfolg anknüpfen konnten. Der gemeinsame fachliche Austausch bietet wertvolle Impulse für die pädagogische Arbeit und stärkt die Zusammenarbeit unserer Förderschulen. Diesen Weg möchten wir auch in Zukunft weitergehen“, zieht Schulaufsichtsbeamtin Tanja Tschöke ihr Fazit. Als Teil der Steuerungsgruppe war sie für die Vorbereitung mitverantwortlich.  

Mit dem zweiten Förderschultag setzte das Schulamt für den Märkischen Kreis die begonnene Vernetzung der Förderschulen fort. Das Format bot erneut Raum, voneinander zu lernen Kontakte über die eigene Schule hinaus zu knüpfen und gemeinsam an aktuellen pädagogischen Fragestellungen zu arbeiten. Damit wurde der Austausch zwischen den Beschäftigten der Förderschulen des Märkischen Kreises weiter gestärkt.

 

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