Was können ein mittelständischer Zulieferer, ein IT-Spezialist und ein Logistikunternehmen gemeinsam haben? Sie alle können Teil einer Wirtschaft sein, die auch in Krisenzeiten funktioniert. Und sie können von neuen Geschäftsmodellen in der Sicherheits- und Verteidigungsindustrie profitieren. Genau darum geht es bei der ersten „SIHK Defence Week“ in Essen. Landrat Ralf Schwarzkopf informierte sich vor Ort.
Die südwestfälische Industrie- und Handelskammer zu Hagen (SIHK) bringt in diesen Tagen Unternehmen, Experten und internationale Partner bei der „Defence Week“ zusammen. Bei der Euro Defence Expo (Eudex) in Essen informierten sich auch Landrat Ralf Schwarzkopf sowie Jochen Schröder, Geschäftsführer der Gesellschaft zur Wirtschafts- und Strukturförderung (GWS MK), über aktuelle Entwicklungen, Technologien und Chancen für die Wirtschaft in der Region. „Sicherheit entscheidet sich nicht erst im Krisenfall. Sie steckt in funktionierenden Lieferketten, geschützten IT-Systemen und in Unternehmen, die auch dann Lösungen finden, wenn die Lage schwierig wird. Unsere Wirtschaft hat viel Knowhow zu bieten. Jetzt geht es darum, die Chancen zu ergreifen und die richtigen Menschen an einen Tisch zu bringen“, sagt Schwarzkopf.
Weltweite Spannungen, Cyberangriffe und instabile Lieferketten stellen Unternehmen aktuell vor große Herausforderungen. Gleichzeitig entstehen neue Märkte, in denen technisches Knowhow, verlässliche Produkte und innovative Lösungen gefragt sind. Die „Defence Week“ verbindet beide Seiten: zum einen, wie Unternehmen ihre Widerstandsfähigkeit stärken können, zum anderen, welche Chancen für Wachstum und Lösungen gefragt sind. Die Messe in Essen ist dabei ein wichtiger Treffpunkt. Für die Unternehmen wurden Gespräche mit potenziellen Kunden und Kooperationspartnern vorbereitet. Ziel ist es, Kontakte herzustellen, Geschäftsmöglichkeiten auszuloten und mögliche Einstiege in neue Lieferketten zu prüfen.
Angesprochen waren während der Messe produzierende Unternehmen, Zulieferer, Technologieanbieter und Dienstleister. Dabei richtete sich das Angebot vor Ort sowohl an Betriebe, die bereits in der Sicherheits- und Verteidigungswirtschaft aktiv sind, als auch an Unternehmen, die einen Markteintritt prüfen. Denn der Zugang zu neuen Märkten ist nicht immer eine Frage der Unternehmensgröße. Oft geht es um spezialisierte Fähigkeiten, innovative Produkte und die Bereitschaft, neue Partnerschaften einzugehen. Landrat Ralf Schwarzkopf: „Die Messe ist super. Es ist wichtig, Entwicklungen aus erster Hand kennenzulernen und auszuloten, welche Chancen sich für die heimische Wirtschaft ergeben. Nicht jede Messe führt direkt zu einem neuen Projekt. Aber wer nicht vor Ort ist, bekommt Entwicklungen manchmal erst dann mit, wenn andere schon einen Schritt weiter sind.“
Im Märkischen Kreis gebe es viele Unternehmen, die sehr präzise fertigen, komplexe Probleme lösen und sich auf ihre Qualität verlassen können. Ralf Schwarzkopf: „Die Frage ist nicht nur, was sie heute produzieren, sondern auch, wo dieses Können künftig gebraucht wird.“