Drahthandelsweg wird hörbar: RoadStory erzählt Geschichten entlang des Weges

Der historische Drahthandelsweg bekommt eine neue Stimme. Nach dem erfolgreichen Pilotprojekt in Lüdenscheid geht nun die nächste RoadStory, ein GPS-basierter Audioguide mit Informationen und Geschichten zu interessanten Sehenswürdigkeiten im Märkischen Sauerland, online. Entlang des rund 31 Kilometer langen Themenwanderweges zwischen Lüdenscheid, Altena und Iserlohn können Interessierte ab sofort an ausgewählten Stationen in die Industrie- und Sozialgeschichte der Region eintauchen.

Den Anstoß für das Projekt gab der Fachdienst Kultur und Tourismus des Märkischen Kreises. Das Ziel: Der Audioguide des Start-up-Unternehmens RoadStory soll Wanderern die Geschichte des Drahthandelswegs unmittelbar an den Orten erlebbar machen, an denen sie sich abgespielt hat. Gemeinsam mit den drei beteiligten Kommunen Altena, Iserlohn und Lüdenscheid wurden spannende Audioerlebnisse entlang der Strecke entwickelt.

Im Mittelpunkt stehen dabei nicht nur die großen historischen Zusammenhänge rund um Draht, Industrie und Handel. Erzählt werden auch Geschichten, Besonderheiten und Überlieferungen, die unmittelbar mit den Orten entlang des Weges verbunden sind. Was ist hier passiert? Welche Bedeutung hatte dieser Schauplatz für die Entwicklung der Region? Und welche Geschichte verbirgt sich vielleicht an einer Stelle, an der man sonst einfach vorbeigegangen wäre?

„Wir müssen nicht immer etwas Neues bauen, um neue touristische Erlebnisse zu schaffen. Mit RoadStory geben wir einer bestehenden und gut etablierten Infrastruktur eine zusätzliche Ebene“, sagt Hana Beer vom Fachdienst Kultur und Tourismus des Märkischen Kreises, die das Projekt im Märkischen Kreis initiiert hat und von Beginn an leitet. „Der Drahthandelsweg ist da, die Landschaft ist da und die Geschichte ist da. Wir bringen diese Dinge zusammen und erzählen die Geschichten genau dort, wo sie hingehören. Gleichzeitig zeigt das Projekt, welches touristische Potenzial in unserer Industriekultur steckt. Ich freue mich besonders, dass wir das in einer sehr offenen und unkomplizierten Zusammenarbeit mit den Kolleginnen aus den drei Städten und mit RoadStory realisieren können.“

„Ein großes Dankeschön geht an die beteiligten Kommunen“, betont Melanie Hagen, Mitbegründerin von RoadStory. „Die Zusammenarbeit war außergewöhnlich gut und konstruktiv, und alle haben mit viel Wissen und Engagement zum Gelingen beigetragen.“

Damit die Geschichten nicht nur spannend, sondern auch historisch verlässlich sind, wurden die Inhalte gemeinsam mit den beteiligten Kommunen intensiv geprüft und überarbeitet. Dabei war auch die Expertise des Kreisarchivs Märkischer Kreis gefragt.

Bei der Stimme, die Menschen auf dem Drahthandelsweg künftig begleitet, setzt RoadStory ebenfalls auf einen direkten Bezug zur Region: Hanno Grundmann, ehemaliger Radiomoderator und jetzt Stadtsprecher der Stadt Altena, leiht den Geschichten seine Stimme.

Bevor die einzelnen Hörstationen ihren endgültigen Platz erhielten, ging es für die Projektbeteiligten noch einmal selbst auf den Weg. Vertreterinnen der drei Kommunen wanderten die jeweiligen Abschnitte auf ihrem Stadtgebiet ab und prüften direkt vor Ort, ob Geschichte, Standort und zeitliche Einordnung zusammenpassen und ob sich die Erzählungen beim Wandern gut erschließen lassen.

„Als Start-up-Unternehmen aus Bochum war eines unserer ersten Projekte ein Audioguide entlang der Route Industriekultur. Daher freut es uns nun besonders, dass der Drahthandelsweg mit dem Vorurteil ‚Industriekultur braucht einen Förderturm‘ aufräumt“, sagt Melanie Hagen.  „Denn die Industriegeschichte des Ruhrgebiets und Südwestfalens sind eng miteinander verbunden. Das zeigt auch das Gemeinschaftsprojekt „Stahl Zeit Reisen“ des Netzwerks WasserEisenLand der Route Industriekultur sehr eindrucksvoll. Uns hat es großen Spaß gemacht, diese Geschichte auf dem Drahthandelsweg mit der wunderschönen Natur der Region zu verbinden. Wer hier unterwegs ist, erlebt grüne Täler und Wälder und entdeckt gleichzeitig die Spuren einer Industriegeschichte, die weit zurückreicht.“

So verbindet die neue RoadStory auf dem Drahthandelsweg Naturerlebnis und Industriegeschichte miteinander. Wer sich auf den Weg macht, kann künftig nicht nur Landschaft und historische Spuren entdecken, sondern auch die Geschichten hören, die diese Orte erzählen.

So funktioniert RoadStory

Die RoadStory App steht für iPhones und Android Smartphones bereits kostenlos zum Download bereit. Die Tour „Drahthandelsweg“ können Interessierte direkt über den Link https://go.maerkisches-sauerland.com/Drahthandelsweg auf der App ansteueren und auf Entdeckungstour gehen. Über GPS erkennt die App automatisch, wenn man sich einem der ausgewählten Orte nähert, und spielt die passende Geschichte ab. Die Tour kann vorab heruntergeladen werden, sodass die Audiobeiträge auch unterwegs ohne Internetverbindung verfügbar sind.

Auch die gesamte Audiotour auf dem Drahthandelsweg wird für alle kostenfrei zugänglich sein. Möglich macht das der Märkische Kreis, der die Umsetzung aus seinem Tourismusbudget finanziert hat. So können alle Interessierten die Geschichten der Region ganz unkompliziert und ohne zusätzliche Kosten entdecken.

Hintergrund

Der Drahthandelsweg (https://www.maerkisches-sauerland.com/drahthandelsweg ) verbindet auf rund 31 Kilometern Lüdenscheid, Altena und Iserlohn und führt durch eine Landschaft, deren Entwicklung eng mit der Geschichte der Metallindustrie und Drahtherstellung verbunden ist. Die neue Audiotour ist nach der bereits umgesetzten RoadStory in Lüdenscheid das zweite RoadStory-Projekt im Märkischen Sauerland.

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