Der Märkische Kreis geht einen weiteren Schritt in Richtung digitale Transformation. In einem Pilotprojekt mit der Gesundheitsbehörde und dem Fachdienst Pflege wird eine innovative digitale Plattform angeboten: das Online-Bürgerbüro.
Die Videogespräche vereinfachen den Kontakt mit den Bürgerinnen und Bürgern. Sie ermöglichen es, Verwaltungsvorgänge online abzuwickeln. Technisch greift die Kreisverwaltung dabei auf die Beratungslösung empathy des Dortmunder Unternehmens purpleview zurück, die von der Südwestfalen IT unterstützt wird.
Bequem von zuhause aus können Bürgerinnen und Bürger künftig in direkten persönlichen Austausch mit den Beraterinnen und Beratern des Gesundheitsamtes und des Fachdienstes Pflege gehen. Anders als bei herkömmlichen Videosprechstunden ermöglicht das digitale Online-Bürgerbüro wichtige innovative Zusatzfunktionen. So können die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kreisverwaltung Ratsuchenden unmittelbar im Gespräch Informations- und Merkblätter sowie Antragsformulare zugänglich machen, ausgefüllte Formulare stempeln und mit Signaturen versehen. Und so geht es: Ratsuchende können sich unter https://www.maerkischer-kreis.de/service/digitales-buergerbuero auf der Webseite schnell und unkompliziert in die Online-Sprechstunde einloggen.
Mit einer offenen Sprechstunde montags bis donnerstags jeweils von 10 bis 12 Uhr startet ab sofort der Sozialpsychiatrische Dienst das Pilotprojekt. „Bei Menschen mit psychischen Erkrankungen und deren Angehörigen bauen wir durch eine unkomplizierte digitale Kontaktaufnahme unnötige Hemmschwellen wie beispielsweise weite Wege zu unseren Beratungsangeboten oder Gespräche in ungewohnter Umgebung ab. Ratsuchende können bei der digitalen Kontaktaufnahme auch anonym bleiben und Distanz wahren. Gleichzeitig bleibt aber die Möglichkeit der vertrauensvollen persönlichen Ansprache und Beratung“, erklärt Lothar Buddinger vom Sozialpsychiatrischen Dienst.
Immer mittwochs von 9 bis 11 Uhr bietet die „Hilfe zur Pflege“ eine Sprechstunde zur finanziellen Unterstützung von Pflegeleistungen im Rahmen der Sozialhilfe an, bei der auch Unterlagen und Anträge online hochgeladen werden können. Neben der festen Sprechstunde am Mittwoch kann auch im Bereich finanzielle Hilfen ein Termin direkt mit der entsprechenden Sachbearbeitung vereinbart werden. Die Pflegeberatung nutzt die digitale Sprechstunde nach Terminvereinbarung. Termine können per Mail unter pflegeberatung@maerkischer-kreis.de angefragt werden. Neben den Kontaktdaten bitte auch die Stadt oder Gemeinde angeben, in der eine Pflegeleistung gesucht wird.
Die Menschen im Kreis erhalten so die Möglichkeit, die für die Bearbeitung ihrer Anliegen erforderlichen Dateien und Dokumente direkt hochzuladen oder Formulare unmittelbar online auszufüllen und zu unterschreiben. Mögliche Gebühren können ebenfalls online entrichtet werden. Auf diese Weise lassen sich Bearbeitungszeiten wesentlich reduzieren. Für die Bürgerinnen und Bürger können somit auch Fahrtzeiten zur Kreisverwaltung reduziert werden. Und es gibt noch mehr Plus-Punkte: Übersetzungstools helfen dabei, eventuelle Sprachbarrieren bei der Kommunikation zu überwinden. Perspektivisch werden mit Hilfe von Geo-Lokalisierungsfunktionen auch digitale Ortsbegehungen möglich.
„Mit dem Pilotprojekt des digitalen Online-Bürgerbüros in der Gesundheitsbehörde legen wir einen weiteren wichtigen Meilenstein für eine moderne, bürgernahe und zukunftsfähige Verwaltung“, sagt Landrat Ralf Schwarzkopf. Im Rahmen des Digitalpaktes im Gesundheitswesen hat der Märkische Kreis seit 2022 dank der guten Zusammenarbeit der Gesundheitsdienste mit dem Fachdienst IT und Digitalisierung große Fortschritte bei der Digitalisierung gemacht, die als Blaupausen für die gesamte Kreisverwaltung dienen.
„Durch die erneute und unkomplizierte Kooperation mit der Südwestfalen-IT als kommunalen IT-Dienstleister in diesem Pilotprojekt konnte die virtuelle Bürgerbüro-Lösung nach einer kurzen Testphase sofort in die Produktionsphase überführt werden“, betont Andreas Lüsebrink, Fachdienstleister Digitalisierung und IT beim Märkischen Kreis. Diese Software könne somit auch bei weiteren Kommunen und Kreisverwaltungen zu einem besseren Bürgerservice eingesetzt werden. „Die SIT erhofft sich aus dem Test zahlreiche Erkenntnisse, welche Vorteile diese Form des Services für die Bürgerinnen und Bürger in der Praxis bietet. Natürlich erhoffen wir uns auch eine detaillierte Einsicht in die Benefits dieser neuen Anwendung auf Seiten der Verwaltung. Die Zusammenarbeit für die Vorbereitung des Pilotversuchs zwischen den beteiligten Projektleitungen des Märkischen Kreises, der SIT und dem beteiligten Softwareanbieter verlief reibungslos“, ergänzt Christoph Neumann, Stab Unternehmensentwicklung der SIT.