Das Thema Schulabsentismus ist aktueller denn je. Rund 100 Schulleitungen, Lehrkräfte, Schulsozialarbeitende und pädagogische Fachkräfte aus dem Märkischen Kreis besuchten den Fachtag „Abwesend? Hinsehen! – Kinderschutz bei Schulabsentismus im Fokus“ in der Aula der Berufskollegs am Raithelplatz in Lüdenscheid.
Veranstaltet wurde der Fachtag von der Steuerungsgruppe „Kinderschutz in Schule“, einem Zusammenschluss aus Vertreterinnen und Vertretern des Jugendamtes Märkischer Kreis sowie der Jugendämter Altena, Lüdenscheid, Plettenberg und Werdohl, des Märkischen Kinderschutz-Zentrums sowie des Regionalen Bildungsbüros Märkischer Kreis (RBB MK). Dabei ging es um die zentrale Frage „Wie können Schulen, Jugendämter, Schulpsychologie und weitere Akteurinnen und Akteure gemeinsam dem Phänomen Schulabsentismus wirksam begegnen?“
„Schulabsentismus fordert uns alle heraus – und diese Herausforderung können wir nur gemeinsam meistern.“ Mit diesem Appell eröffneten Matthias Sauerland (Kreisjugendamt) und Tanja Tschöke (Schulamt für den Märkischen Kreis) die Veranstaltung. Sie betonten die hohe Relevanz des Themas für die schulische Praxis und den Kinderschutz.
Schulabsentismus sei oftmals weit mehr als bloßes „Schwänzen“. Hinter dem Fernbleiben von Schule verberge sich häufig ein komplexes Geflecht aus Ursachen und Wirkungsmechanismen – und jeder Fall verlangt in der Theorie eine individuelle Betrachtung.
Cornelia Heinz, Fachbeauftragte für Schulpsychologie der Bezirksregierung Arnsberg, vertiefte das Thema in einem fundierten Impulsvortrag. Sie erläuterte die vier zentralen Erscheinungsformen von Schulabsentismus – Schulangst, Trennungsängste, fremdgesteuertes Fehlen und Schwänzen – und erläuterte Ursachen, Wirkmechanismen sowie differenzierte Interventionsmöglichkeiten. Eine zentrale Botschaft: Nur durch klare schulinterne Abläufe sowie die enge Zusammenarbeit in multiprofessionellen Netzwerken lässt sich dem Problem wirksam begegnen.
Im Anschluss ging es in den aktiven Austausch: In drei Regionalkonferenzen, orientiert an den kommunalen Zuständigkeiten der beteiligten Jugendämter, diskutierten die Teilnehmenden konkrete Herausforderungen vor Ort. Unterstützt von den anwesenden Schulpsychologinnen und -psychologen beleuchteten sie zudem wesentliche Schnittstellen zwischen Kinderschutz und Schulabsentismus.
Das Fazit des Tages fiel durchweg positiv aus. Neben wertvollem Fachwissen bot der Fachtag vor allem Raum für Vernetzung, Perspektivwechsel und praxisnahe Reflexion. Die Rückmeldungen der Teilnehmenden zeigen: Schulabsentismus bleibt ein zentrales Thema der gemeinsamen Arbeit. Weitere Informationen und konkrete Handlungsempfehlungen bietet der Leitfaden „Handlungskompetenz Schulabsentismus“ der Bezirksregierung Arnsberg. Downloadlink: https://t1p.de/7d547