Unternehmensbesuch bei Elisental in Neuenrade zeigt: Neue Chancen durch neue Märkte

Welche Chancen können sich aus dem Wandel der Industrie ergeben? Und wie kann der Märkische Kreis Unternehmen dabei unterstützen? Antworten darauf standen im Fokus eines Unternehmensbesuchs von Landrat Ralf Schwarzkopf gemeinsam mit Jochen Schröder, Geschäftsführer der Gesellschaft zur Wirtschafts- und Strukturförderung im Märkischen Kreis (GWS), beim Drahtwerk Elisental in Neuenrade.

Der Kontakt zu Geschäftsführer Daniel Wingen und Prokurist Torsten Schneider war im Rahmen einer Fachveranstaltung zur Sicherheits- und Verteidigungsindustrie in Attendorn entstanden. „Die aktuellen Entwicklungen in der Welt zeigen: In der Sicherheits- und Verteidigungsindustrie liegen politische und wirtschaftliche Potenziale“, sagt Landrat Ralf Schwarzkopf und ergänzt: „Gerade für unsere innovationsstarke Region eröffnen sich neue Märkte.“

Im gemeinsamen Gespräch ging es unter anderem darum, wie Unternehmen bei der Erschließung neuer Geschäftsfelder unterstützt werden können. Dabei wurde deutlich, dass viele Betriebe, auch aus der Automobilzuliefererindustrie, ihren Blick zunehmend auf neue Märkte wie Verteidigungs-, Medizin-, Bahn- oder Energietechnik richten. „Wir möchten Unternehmen bei dieser Transformation unterstützen. Dabei geht es nicht nur darum, auf äußere Faktoren zu reagieren, sondern auch eigenes Knowhow selbstbewusst zu nutzen“, sagt Landrat Ralf Schwarzkopf.

Internationale Freihandelsabkommen wie „Mercosur“ könnten künftig neue Märkte eröffnen und wichtige Impulse geben. Das Freihandelsabkommen zwischen der Europäischen Union und den Mercosur-Staaten Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay wurde kürzlich unterzeichnet. Jetzt folgte aber ein Rückschlag: Das EU-Parlament lässt vom Europäischen Gerichtshof überprüfen, ob das Abkommen mit EU-Recht vereinbar ist. Eine Entscheidung, die Landrat Ralf Schwarzkopf scharf kritisiert. Er macht deutlich, welche Bedeutung das Abkommen auch für die heimische Wirtschaft im Märkischen Kreis und in ganz Südwestfalen hat: „Freihandelsabkommen wie Mercosur sind eine ausgesprochen gute Sache. Sie eröffnen unseren Unternehmen ein schnelleres Handeln mit Blick zum Beispiel auf bestehende Lieferketten, aber auch hinsichtlich neuer Absatzmärkte. Sie stärken die internationale Wettbewerbsfähigkeit. Jede weitere Verzögerung ist eine katastrophale Fehlentscheidung, die unsere heimische Wirtschaft direkt betrifft. Gerade in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten brauchen wir verlässliche Rahmenbedingungen und keine Hängepartien.“

Hintergrund

Das Drahtwerk Elisental, gegründet im Jahr 1919, ist seit Jahrzehnten ein fester Bestandteil der industriellen Wertschöpfung in Neuenrade. Mit rund 120 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern produziert das Unternehmen hochwertige Drähte, Stangen und Schweißdrähte aus Aluminium und Aluminiumlegierungen. Die Produkte kommen in zahlreichen Branchen zum Einsatz, unter anderem in der Automobilindustrie, der Elektromobilität, im Flugzeug-, Bahn- und Schiffbau sowie in der Bauindustrie und im Bereich der Wehrtechnik.

„Ärmel hochkrempeln“

„Unsere Stärke liegt in der Vielseitigkeit der Produkte und unserer hohen Spezialisierung“, berichtet Daniel Wingen, Geschäftsführer des Drahtwerks Elisental. „Unser Ziel ist es, den hohen Qualitätsstandard kontinuierlich zu verbessern und gleichzeitig neue Märkte zu erschließen. Die Investition in eine Lösungsglühanlage ist ein wichtiger Schritt, um uns auf einem globalen Markt zukunftssicher aufzustellen.“

Landrat Ralf Schwarzkopf und GWS-Geschäftsführer Jochen Schröder waren vom Unternehmensbesuch beeindruckt: „Wir haben hier ein hochinnovatives und hochspezialisiertes Unternehmen, das beispielhaft für die Leistungsfähigkeit unserer heimischen Wirtschaft steht. Gerade in Zeiten des Wandels zeigen die Unternehmen in unserer Region, dass sie die Ärmel hochkrempeln, pragmatisch und lösungsorientiert. Mit Tatkraft statt Resignation.“

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