Wasserstoff und Schülertickets Themen im „Struwi“-Ausschuss

Pressemeldung vom 03.09.2021
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Der Ausschuss für Wirtschaftsförderung, Struktur und Verkehr des Märkischen Kreises befasste sich in seiner Sitzung im Lüdenscheider Kreishaus unter anderem mit Wasserstoff. Zu diesem Thema war mit Marlon Koralewicz ein Experte der Bergischen Universität Wuppertal zu Gast. Der Wissenschaftliche Mitarbeiter am Lehrstuhl für Elektrische Energieversorgungstechnik gab einen informativen Überblick, wozu der chemische Stoff verwendet werden kann. „Wasserstoff ist grundsätzlich in fast allen Bereichen einsetzbar – im ÖPNV ebenso wie im Schienen-, Schwerlast- und Flugverkehr, aber auch in der Industrie und in der Schifffahrt“, sagte der Wissenschaftliche Mitarbeiter.


In Deutschland sollen Wasserstofftechnologien als Kernelemente der Energiewende etabliert werden, um mit Hilfe erneuerbarer Energien Produktionsprozesse zu dekarbonisieren – also Kohlendioxidemissionen durch den Einsatz kohlenstoffarmer Energiequellen zu reduzieren. Dafür hat die Bundesregierung 2020 mit der Nationalen Wasserstoffstrategie (NWS) einen Handlungsrahmen geschaffen. Auch das Bundesland NRW hat eine „Wasserstoff-Roadmap“. Wie hoch der Bedarf an Grünem Wasserstoff in den nächsten Jahren sein wird und wann er in größerem Umfang zum Einsatz kommt, ist noch unklar. Fest steht dagegen: Das Thema ist hochaktuell.


Deswegen soll Wasserstoff auch im Ausschuss für Wirtschaftsförderung, Struktur und Verkehr des Kreises weiterhin Thema bleiben. Zwei Machbarkeitsstudien sind bereits in Auftrag gegeben worden und werden zurzeit von Experten durchgeführt. Eine bei der Märkischen Verkehrsgesellschaft (MVG), die sich mit dem möglichen Einsatz von Wasserstoff in der Antriebstechnik befasst. Bei der zweiten Studie der Abfallentsorgungsgesellschaft des Kreises geht es um die potenzielle Herstellung von Wasserstoff am Müllheizkraftwerk Iserlohn.


Im „Struwi“-Ausschuss bezog die Verwaltung zudem Stellung zu einem Antrag der Kreistagsfraktion Die Linke zur Einführung eines kostenfreien Schülertickets. Da der Kreis nur Schulträger der Förderschulen und Berufskollegs ist, könnte er kostenfreie Schüler-Tickets nur für die Berufskollegs beschließen. Für die Förderschulen besteht bereits ein Schülerspezialverkehr, der die Kinder kostenlos zwischen Wohn- und Schulort befördert.


Für die allgemeinbildenden Schulen müsste ein Beschluss durch die jeweiligen Schulträger erfolgen, erläuterte Kreiskämmerer Kai Elsweier. Würden sich alle Kommunen dem System anschließen, beziffere sich die finanzielle Zusatzbelastung aller Schulträger im Kreis auf rund sieben Mio. Euro pro Jahr. Die Informationen der Kreisverwaltung nahmen die Ausschussmitglieder zur Kenntnis.

Zuletzt aktualisiert am: 03.09.2021