Stürze im Alltag verhindern / Sturzprophylaxe

Pflegeberaterin Petra Bode und ihre Kolleginnen beraten persönlich, telefonisch oder digital. Foto: Mathis Schneider/Märkischer Kreis
Pflegeberaterin Petra Bode und ihre Kolleginnen beraten persönlich, telefonisch oder digital. Foto: Mathis Schneider/Märkischer Kreis

Pressemeldung vom 05.08.2021
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„Jeder Mensch, der sich bewegt, kann stürzen. Das liegt zum Beispiel daran, dass man unsicher auf den Beinen oder unachtsam ist“, erzählt Petra Bode, Pflegeberaterin beim Märkischen Kreis. Besonders bei Senioren sind Stürze die häufigste Unfallursache. Hilfreich dagegen ist die Sturzprophylaxe, um Gefahren zu reduzieren
Sturzrisiken erfassen
Erster Schritt: das individuelle Sturzrisiko beurteilen. „Dazu gehören ein Eindruck der gesamten Lebenssituation wie Sehschwächen, Wahrnehmungsstörungen, Kraftlosigkeit oder ein bereits stattgefundener Sturz. Sie erhöhen die Gefahr im Alltag“, berichtet Petra Bode von ihren Erfahrungen in Gesprächen bei Hausbesuchen.
Andere personenbezogene Risikofaktoren sind Gesundheitsstörungen und Erkrankungen der Gelenke oder Multiple Sklerose. „Zusätzlich auch Demenz oder Parkinson“, ergänzt Bode und weist darauf hin, dass „Muskelschwäche und eingeschränkte Bewegung oft die Folge sind“. Auch eingenommene Medikamente sollten in Betracht gezogen werden. Grund: sie können sturzfördernd sein. „Das sind zum Beispiel Psychopharmaka, Tabletten zur Blutdrucksenkung oder die Einnahme einer höheren Anzahl von verschiedenen Medikamenten, die sogenannte Polypharmazie“, sagt Bode.
Weitere Gefahren liegen in der häuslichen Umgebung. „Beispielsweise ein Teppich auf dem Boden, der zum Hindernis wird, ungeeignete Schuhe oder zu schlecht ausgeleuchtete Räume“, so Bode. Sie rät deshalb: Risiken erkennen und passende Maßnahmen treffen.
Maßnahmen im Alltag treffen
Hilfreich sind tägliche Übungen zur Balance und Kraft, die Teilnahme an Sportangeboten oder der Besuch einer Therapiepraxis. „Damit werden Beweglichkeit und Gleichgewicht gefördert und die Muskelkraft erhöht. Die Gefahr zu stürzen sinkt.“
Nimmt eine Person Medikamente, empfiehlt Bode: „Vom Hausarzt prüfen lassen, ob die Indikation richtig ist. Manchmal verringert schon ein Austausch von Medikamenten das Risiko“. Weiterer Tipp: Seh- und Hörkraft regelmäßig überprüfen lassen.
Für die eigenen vier Wände eignen sich feste Schuhe, Stolperfallen wie Teppichbrücken entfernen und die Umgebung angemessen beleuchten. Sicherheit geben auch Haltegriffe oder ein Hausnotrufsystem - Maßnahmen, die über die Pflegeversicherung finanziert werden können. Bode: „Wer ein Hilfsmittel wie Rollator oder Duschstuhl hat, sollte den Umgang damit regelmäßig üben. Ein sicherer Umgang erleichtert den Alltag und vermindert Risiken.“
Durch die Arbeit als Pflegeberaterin weiß Petra Bode: „Stürze lassen sich vermeiden, indem Risiken erkannt, reduziert und im besten Fall beseitigt werden. Wir beraten gerne zur Sturzprophylaxe und suchen nach vorbeugenden Maßnahmen für die betroffenen Personen und in deren Wohnumfeld.“
Rund um die Pflege und Entlastung von pflegenden Angehörigen informieren und unterstützen die Pflegeberaterinnen des Märkischen Kreises. Dafür bieten sie Sprechstunden vor Ort und Hausbesuche an. Der Schwerpunkt der Pflegeberatung liegt auf einer individuellen Beratung. Das heißt, es wird nach einer passenden und bedarfsgerechten Lösung für die weitere Versorgung des Ratsuchenden und seiner Familie geschaut. Dabei geht es um die Beschaffung von Hilfsmitteln oder wohnortnahe Versorgungs- und Betreuungsangebote genauso wie um Antragstellung und Leistungen der Pflegeversicherung. Die Pflegeberatung ist unabhängig, umfassend und kostenlos. Sie ist telefonisch unter: 02352-966-7777 oder: pflegeberatung@maerkischer-kreis.de zu erreichen. NEU: Seit März bietet die Pflegeberatung auch Videosprechstunden an. Ein Termin muss über www.maerkischer-kreis.de vereinbart werden.

Zuletzt aktualisiert am: 05.08.2021