Für mehr Sicherheit im Straßenverkehr

Wie die eigene Reaktion im Straßenverkehr bei Ablenkung ist, erfahren die Schüler am Simulator der Kreisverkehrswacht Unna. Foto: Hannah Heyn/Märkischer Kreis
Wie die eigene Reaktion im Straßenverkehr bei Ablenkung ist, erfahren die Schüler am Simulator der Kreisverkehrswacht Unna. Foto: Hannah Heyn/Märkischer Kreis

Pressemeldung vom 02.07.2021
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Ein kurzer Blick auf das Smartphone oder ein Telefonat während der Fahrt – Situationen wie diese können im Straßenverkehr ablenken und zu Unfällen führen. Um junge Fahrer über Gefahren und Ursachen aufzuklären, veranstaltet der Märkische Kreis den „Expertenparcours“. Unterstützt wird die Aktion von den Projektpartnern der Kreisverkehrswacht Unna, einem Rettungssanitäter, einem Notarzt und einem Staatsanwalt außer Dienst. Erste Station nach coronabedingter Pause ist das Berufskolleg für Technik des Märkischen Kreises in Lüdenscheid.


„Finger weg vom Handy am Steuer“, appelliert Manfred Grod an die Schülerinnen und Schüler. Der pensionierte Polizist und Mitarbeiter der Kreisverkehrswacht Unna leistet Aufklärungsarbeit zum Thema „Verkehrssicherheit“. Am Ablenkungssimulator lernen die Schüler ihr eigenes Verhalten im Straßenverkehr kennen. Bei einer simulierten Fahrt kommen am Handy Nachrichten und Anrufe rein oder Musik soll eingeschaltet werden. Unerwartet treten Gefahrensituationen auf, zum Beispiel Personen auf der Fahrbahn. „Ihr erfahrt symbolisch was passiert, wenn ihr nicht konzentriert seid. Nehmt die Erfahrungen mit und fahrt vorausschauend“, gibt Manfred Grod den Schülerinnen und Schülern mit auf den Weg.


Im Klassenraum nebenan erzählt Dr. med. Mimoun Himmit über seinen Alltag auf der Intensivstation am Klinikum Lüdenscheid. Der leitende Oberarzt berichtet von jungen Unfallopfern, die aufgrund von Alkohol- und Drogenmissbrauch oder erhöhter Geschwindigkeit auf seiner Station behandelt werden müssen. Weitere Grafiken über die Rolle von Alkohol im Straßenverkehr verdeutlichen die Gefahren. „Die Realität ist so: auch geringste Geschwindigkeitsüberschreitungen und Drogenkonsum können zu Unfällen und Tod führen“, so Himmit.


Auch Milo Crico, Rettungssanitäter beim Märkischen Kreis, berichtet aus der Praxis. Er zeigt ein Video der Dashcam eines Motorradfahrers. „Ihr seht eine gefährliche Aktion: der Autofahrer hat sich beim Überholen des Motorrads fast verschätzt. Damit hat er sich, den Gegenverkehr und den Motorradfahrer gefährdet“, reflektiert Crico die Situation. Durch weitere Beispiele von realen Unfällen mit LKW, PKW und Motorrädern leistet er praxisnahe Aufklärungsarbeit.


Welche rechtlichen Folgen das Fehlverhalten im Straßenverkehr hat, erfahren die jungen Fahrer bei Wolfgang Rahmer, Oberstaatsanwalt außer Dienst. Das sind zum Beispiel Bußgelder, Fahrverbot oder der Entzug der Fahrerlaubnis. Insgesamt hofft Diana Czech, „dass durch den Aktionstag Unfälle verhindert und junge Fahrer für ein rücksichtsvolles Miteinander im Straßenverkehr sensibilisiert werden“. Sie ist beim Märkischen Kreis zuständig für den Bereich Verkehrserziehung.


Hintergrund: In der Verkehrserziehung klärt der Expertenparcours junge Fahranfänger über die Hauptunfallursachen auf. Mit Simulatoren und Erfahrungsberichten werden junge Fahrer für den Straßenverkehr geschult. Durchgeführt wird der Aktionstag vom Märkischen Kreis und Kooperationspartnern an weiterführenden Schulen.

Über reale Unfallsituationen und ihre Ursachen berichtet Milo Crico, Rettungssanitäter beim Märkischen Kreis. Foto: Hannah Heyn/Märkischer Kreis
Über reale Unfallsituationen und ihre Ursachen berichtet Milo Crico, Rettungssanitäter beim Märkischen Kreis. Foto: Hannah Heyn/Märkischer Kreis
Zuletzt aktualisiert am: 02.07.2021