Naturschutz mitgestalten

Bärenklau am Ufer der Verse sicher entfernen konnte Luna Vera Steinbusch während ihres Praktikums beim Naturschutzzentrum Märkischer Kreis e.V. Foto: Hannah Heyn/Märkischer Kreis
Bärenklau am Ufer der Verse sicher entfernen konnte Luna Vera Steinbusch während ihres Praktikums beim Naturschutzzentrum Märkischer Kreis e.V. Foto: Hannah Heyn/Märkischer Kreis

Pressemeldung vom 01.07.2021
|

Wo beginnt Naturschutz vor der eigenen Haustür? Wie kann ich selbst daran mitwirken und naturnahe Landschaftsräume erhalten, gestalten und neu schaffen? Das sind nur einige Fragen, die Luna Vera Steinbusch nach dem Praktikum beim Naturschutzzentrum Märkischer Kreis e. V. (NZMK) beantworten kann. Für die FÖJ-lerin ist klar: „Das Aufgabengebiet ist groß, vielfältig und wer möchte, kann schon im Kleinen einen großen Beitrag leisten“.


Bärenklau sicher bekämpfen


Los geht es für Luna am Ufer der Verse. Gemeinsam mit Mitarbeitern vom NZMK wird Bärenklau entfernt. Denn: die Pflanze ist für Mensch und Tier giftig. Zusätzlich verdrängt sie mit ihren großen Blättern, die den Boden beschatten, heimische Pflanzen und Tiere. „Mit dem Spaten wird die Wurzel der Pflanze ausgegraben und abgetrennt“, erklärt die 19-Jährige. Im nächsten Schritt wird die Wurzel in die Sonne gelegt, damit sie austrocknet und die Pflanze nicht mehr wachsen kann. „Das Wichtigste bei der Aktion: die richtige Schutzkleidung tragen. Also Handschuhe, lange Hose und ein langes Oberteil. Durch die Berührung mit der Staude kann es sonst zu starken Verbrennungen kommen“, weiß Luna Vera Steinbusch.


Fotos der Wildtierkamera sichten


Nächstes Aufgabengebiet: an der biologischen Station am Stilleking Fotos einer Wildtierkamera sichten und vorsortieren. „Wenn auch nur auf den Bildern: ich kann den Tieren so nah kommen wie selten“, erzählt Luna begeistert. Ihr Suchauftrag: die Wildkatze sichten. Einige Videos zeigen das Tier, zum Beispiel wie es sich an einem duftenden Holz reibt. Damit wurde das Tier angelockt. Zusätzlich können Hirsche, Rehe und Wildschweine aus nächster Nähe erfasst werden.


Auch der Beschnitt einer Fläche von Ästen mit einer Zugsäge und Heckenschere hilft der heimischen Natur: „Damit wird das Gebiet für das Beweiden mit Schafen vorbereitet. So können Zäune problemlos aufgestellt werden und die Tiere die Wiese freigrasen“. Handwerklich geht es für Luna weiter beim Betonieren. „An einem Elektrozaun bei Hemer-Apricke müssen ein Rohr, ein Kabel und Pfosten zubetoniert werden. Da kann ich mithelfen, auch wenn es für mich neu ist. Mein Highlight: die eigenen Initialen in den Beton schreiben wie richtige Handwerker“, berichtet Luna beeindruckt.


Das Praktikum beim NZMK ist eine der zahlreichen Stationen der FÖJ-lerin. Ihr Fazit: „Den Tieren und der Natur so nah zu kommen und handwerklich mitzuarbeiten, ist eindrucksvoll. Was ich mitnehme: Naturschutz beginnt vor der eigenen Haustür und jeder Beitrag dazu ist wertvoll“. Nächste Station: Vom 12. bis 16. Juli lernt sie den Gärtnereihof Kiesbert in Herscheid kennen.


Weitere Einblicke von den Praktikumsstationen auf Hof Woeste in Lüdenscheid und bei der Genußmühle Heesfelder Mühle in Halver.


Hintergrund: Der Märkische Kreis bietet im Fachdienst Natur und Umweltschutz seit 2018 das Freiwillige Ökologische Jahr in Kooperation mit dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe zum Thema Klimaschutz an. Handlungsfelder sind unter anderem Mobilität, Energieeffizienz, Nachhaltigkeit, Wirtschaft, Bildung und Öffentlichkeitsinformation. Darüber hinaus soll die Wissensvermittlung zu Themen wie Gewässerüberwachung oder Eingriffsregelung im Naturschutz nicht zu kurz kommen. Neben der Arbeit in der Verwaltung gehören auch Seminare zu ökologischen Themen beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe und Projektpraktika dazu. Mehr Infos zu Ausbildungsmöglichkeiten beim Kreis unter www.maerkischer-kreis.de/der-kreis/der-kreis-als-arbeitgeber/ausbildung 

Wichtig bei der Arbeit: die richtige Schutzkleidung tragen. So können starke Verbrennungen durch den Bärenklau vermieden werden. Foto: Hannah Heyn/Märkischer Kreis
Wichtig bei der Arbeit: die richtige Schutzkleidung tragen. So können starke Verbrennungen durch den Bärenklau vermieden werden. Foto: Hannah Heyn/Märkischer Kreis
Zuletzt aktualisiert am: 01.07.2021