Atemschutzpool erleichtert Arbeit der Feuerwehren

Sebastian Schrage (rechts) und Kreisbrandmeister Michael Kling mit den neuen Geräten aus dem Atemschutzpool. Foto: Mathis Schneider/Märkischer Kreis
Sebastian Schrage (rechts) und Kreisbrandmeister Michael Kling mit den neuen Geräten aus dem Atemschutzpool. Foto: Mathis Schneider/Märkischer Kreis

Pressemeldung vom 21.06.2021
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Im März 2020 einigten sich der Märkische Kreis und die Kommunen Balve, Halver, Herscheid, Iserlohn, Kierspe, Meinerzhagen, Nachrodt-Wiblingwerde, Neuenrade, Plettenberg, Schalksmühle und Werdohl auf die Einrichtung eines Atemschutzpools. Nach dieser Entscheidung machten sich Kreisbrandmeister Michael Kling und Sebastian Schrage, Fachdienstleiter Brand- und Bevölkerungsschutz, an die Arbeit: Die Anschaffung von rund 1.200 Pressluft-Atemgeräten und 1.600 passenden Masken wurde europaweit ausgeschrieben.


Ein Jahr später sind die Geräte schon im Einsatz. Durch die einheitliche Ausrüstung wird den Feuerwehren einiges an Arbeit erspart: „Wir sorgen dafür, dass die Geräte funktionieren“, so Michael Kling. „Sie sind bei manchen Einsätzen Lebensretter für die Einsatzkräfte. Deswegen müssen wir nach jeder Nutzung eine Wartung durchführen“. Dafür ist das Servicezentrum der Berufsfeuerwehr Iserlohn vom Kreis beauftragt worden. Sechs Leute arbeiten dort, um unter anderem den Atemschutzpool in Schuss zu halten. „Vorher mussten vom Hol- und Bringdienst immer die eigenen Geräte der Feuerwehren abgeholt und im Anschluss an die Wartung wieder zurückgebracht werden. Nun werden die gebrauchten Geräte direkt vor Ort gegen neue getauscht. Wir sparen uns Zeiten und Wege“, erklärt Schrage das Modell: „Außerdem fehlen so vor Ort keine Geräte und die ehrenamtlichen Feuerwehrleute werden durch die zentralisierte Wartung entlastet.“ Außerdem könne so ein einheitlicher Standard in der Instandhaltung gewahrt werden.


Viele Vorzüge durch zentrale Beschaffung
Das Modell des Kreises bietet den beteiligten Kommunen und damit auch den Bürgerinnen und Bürgern viele Vorteile. Zentral ist die Nutzung des einheitlichen Gerätemodells: Die Zusammenarbeit von Feuerwehren aus verschiedenen Kommunen gestaltet sich dadurch unkompliziert. „Vorher gab es bei den Feuerwehren im Kreis viele verschiedene Atemschutzgeräte. Alleine bei den regelmäßigen Schulungen gab es deshalb für alle einen Mehraufwand“, berichtet Kling: Die Ausbilder müssen weniger verschiedene Gerätetypen vermitteln.
Für die Kassen der Kommunen bedeutet die Einrichtung des Pools bessere Planbarkeit: „Vorher konnte es durchaus sein, dass eine Feuerwehr mehrere Jahre keine Geräte anschaffen und dann auf einen Schlag mehrere austauschen musste. Wir zielen jetzt auf konstante finanzielle Aufwendungen ab“, rechnet Schrage. Das Investitionsvolumen von mehr als vier Millionen Euro wird durch eine „Nutzungsgebühr“ der Kommunen über die Laufzeit wieder eingeholt. Das Projekt ist zunächst auf zwölf Jahre angelegt.


Positive Erfahrungen mit geteiltem Equipment gibt es schon lange: So wurde schon vor vielen Jahren ein gemeinsames Kontingent an Schläuchen angeschafft, die ebenfalls zentral gewartet werden: „Dadurch haben wir als Kreis natürlich auch das Vertrauen für das Projekt erhalten“, erzählt Kling. Die ersten Planungen für die Anschaffung der Atemschutzgeräte liegen fünf Jahre zurück. Zu diesem Zeitpunkt hat sich ein Arbeitskreis, bestehend aus Fachdienst, Feuerwehren und Servicezentrum gebildet, um die Anforderungen an die Geräte zu definieren. Dass nun ein Großteil der kreisangehörigen Kommunen dabei und die Geräte da sind, ist für den Kreisbrandmeister und auch für Sebastian Schrage ein toller Moment: „Wir freuen uns sehr, dass wir das Ehrenamt grundsätzlich, die freiwilligen Feuerwehren und auch die Berufsfeuerwehr Iserlohn so pragmatisch unterstützen können“.

Zuletzt aktualisiert am: 21.06.2021