Riesenbärenklau: Noch kein Grund zur Panik

Kreis rechnet mit Stagnation auf hohem Niveau

Pressemeldung vom 02.06.2021
|

Für die Bekämpfung sind die Grundstückseigentümer oder Nutzerinnen und Nutzer selbst verantwortlich. Der Kreis kümmert sich um die Eindämmung des Riesenbärenklaus in Naturschutzgebieten, ansonsten sind die jeweiligen Städte und Gemeinden für deren Entfernung zuständig. Darauf weist die Naturschutzbehörde des Kreises hin.


Eine aktuelle Beurteilung sei für den Kreis aktuell schwierig. Durch das kalte Frühjahr ist es noch nicht so weit, dass der Bärenklau sich stark ausbreitet. Auch die Trockenheit der vergangenen Jahre ist für ihn nicht optimal gewesen. Die Naturschutzbehörde rechnet somit für dieses Jahr mit einer Stagnation auf hohem Niveau. Es bestehe aktuell kein Grund zur Panik, aber die Ausbreitung der Herkulesstaude müsse im Blick behalten werden.


Die Herkulesstaude ist keine einheimische Pflanze, sondern ein sogenannter Neophyt. Das bis zu 3,5 Meter hohe Gewächs kommt ursprünglich aus dem Kaukasus und wurde vor 100 Jahren in Europa eingeführt. Ihre zunehmende Verbreitung verursacht nicht nur ökologische Probleme, sie stellt auch ein Gesundheitsrisiko für Mensch und Tier dar.


Der Riesenbärenklau ist giftig und gefährlich, weil Hautkontakt zu allergischen Reaktionen wie Rötungen, Schwellungen und Verbrennungen führen kann. Auch Beeinträchtigungen der Atemwege sind möglich. Insbesondere Kinder sind gefährdet, weil sie durch die auffällige Erscheinung der Pflanze und deren röhrenartigen Stiele zum Spielen verleitet werden. Pflanzen, die an Standorten wachsen, an denen sich Kinder aufhalten, sollten in jedem Fall entfernt werden. Wichtig ist, bei allen Arbeiten am Riesenbärenklau Schutzkleidung wie Handschuhe, Schutzbrille, langärmelige Kleidung und Gummistiefel zu tragen.


Ausgraben des Wurzelstocks


Wirksamstes Bekämpfungsmittel ist das Ausgraben des Wurzelstocks durch Abstechen der Wurzel in etwa 15 Zentimeter Bodentiefe. Das Ausgraben ist vor allem bei kleineren Beständen die sicherste Methode und kann auch während der Vegetationsperiode vorgenommen werden. Wiederholtes Mähen führt nicht zum Absterben der Pflanzen. Je kleiner die sind, desto einfacher lassen sie sich ausgraben und desto geringer ist die Gefahr des Hautkontaktes. Um einen dauerhaften Erfolg zu erzielen, sind das Beobachten und das Ausgraben der Gewächse auf betroffenen Flächen über mehrere Jahre notwendig.


Hat die Pflanze bereits Samenstände ausgebildet, sollten diese abgeschnitten werden, ohne dass der Samen auf den Boden fällt und neu austreibt. Die Pflanzenteile sollten anschließend über den Hausmüll entsorgt werden. Auf keinen Fall dürfen die Samenstände auf der Fläche kompostiert, auf den Kompost, in die Biotonne geworfen oder auf der Fläche liegengelassen werden. Auch eine Abgabe bei den Grünabfallsammelstellen der Gemeinden ist nicht zulässig.


In Naturschutzgebieten und auf kreiseigenen Flächen lässt die Kreisverwaltung die giftigen Pflanzen beseitigen. Auf Privatgrundstücken sind Eigentümerinnen und Eigentümer der betroffenen Grundstücke im Rahmen der Verkehrssicherungspflicht für die Bekämpfung zuständig.

Zuletzt aktualisiert am: 02.06.2021