Kulturausschuss würdigt Arbeit von WasserEisenland

Das Deutsche Drahtmuseum in Altena gehört zu den Technikmuseen, die die Geschichte der Montanindustrie in Südwestfalen aufarbeiten. Foto: Archiv/Märkischer Kreis
Das Deutsche Drahtmuseum in Altena gehört zu den Technikmuseen, die die Geschichte der Montanindustrie in Südwestfalen aufarbeiten. Foto: Archiv/Märkischer Kreis

Pressemeldung vom 26.05.2021
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Für die Kündigung der Mitgliedschaft des Märkischen Kreis im Trägerverein der Neuen Philharmonie Westfalen mit Sitz in Recklinghausen sprachen sich die Mitglieder des Kulturausschusses im Lüdenscheider Kreishaus aus. Sinn und Zweck des Beitritts in den 80er Jahren war es, dass die Philharmonie im Kreis zu vergünstigen Konditionen auftritt. In den letzten Jahren fand jedoch nur jeweils ein Neujahrskonzert in Menden statt, zuletzt 2019. Seit Gründung der Region Südwestfalen arbeitet der Märkische Kreis vorrangig mit der Philharmonie Südwestfalen in Siegen zusammen. Es besteht eine Mitgliedschaft im Förderverein des Orchesters. Die Philharmonie Südwestfalen pflegt eine gelebte Partnerschaft mit dem Märkischen Jugendsinfonieorchester. Aktuell zahlt der Märkische Kreis je 770 Euro Mitgliedsbeiträge an die beiden Vereine.
Die Arbeit des Vereins „WasserEisenLand – Industriekultur in Südwestfalen“ möchte der Kulturausschuss dauerhaft mit einer hauptamtlichen Teilzeitkraft fördern. „Neben Wandern und Radfahren ist die Industriegeschichte die dritte Säule in unserem Touristikkonzept“, erklärte Detlef Krüger, Fachdienstleiter für Kultur und Touristik. In seinem Fachdienst wurde 2020 eine zunächst auf ein Jahr befristete Halbtagsstelle zur Unterstützung des sonst ehrenamtlich geführten industriekulturellen Netzwerks „WasserEisenland geschaffen. Die Mitglieder des Kulturausschusses setzen sich für eine Entfristung der Stelle ein und würdigten die vielfältigen Aktivitäten des Vereins. Stephan Sensen, Leiter der Museen des Märkischen Kreis und Vorsitzender des Vereins WasserEisenLand, hob die Bedeutung der Region Südwestfalen für die Montanindustrie hervor. Das Sauerland einschließlich Hagen, Ennepe-Ruhr-Kreis und Fröndenberg sowie das Siegerland mit dem Wittgensteiner Land verbindet eine jahrhundertelange gemeinsame Wirtschafts-, Gewerbe- und Industriegeschichte. Heute gilt Südwestfalen als die stärkste Industrieregion Nordrhein-Westfalens und drittstärkste in Deutschland.
„Südwestfalen schaut auf mehr als 1000 Jahre Industriegeschichte zurück. Mit rund 100 Jahren schreibt das Ruhrgebiet ein vergleichsweise kleines Kapitel in der Geschichte der Montanindustrie“, betonte Sensen. Etwa 350 Technikdenkmäler und Industriemuseen repräsentieren die traditionsreiche Gewerbe- und Industriekultur Südwestfalens. Davon erfüllen momentan rund 50 im Hinblick auf ihre inhaltliche, gestalterische und didaktische Aufbereitung, der Qualität der Besucherbetreuung und der Infrastruktur die professionellen Standards für eine kulturtouristische Vermarktung. „Das Epizentrum der Industriekultur Südwestfalens liegt im Märkischen Kreis“, erläuterte Sensen.
Durch die konsequente Vernetzung und Professionalisierung findet WasserEisenLand seit einigen Jahren auch Beachtung in der Landespolitik. Im Rahmen des EFRE-Wettbewerbs „Erlebnis.NRW – Tourismuswirtschaft stärken“ erhielt das vierjährige Kooperationsprojekt der Route der Industriekultur und WassenEisenLand eine Förderung von 80 Prozent. Es geht darum, die Stärken der beiden Industrieregionen Ruhrgebiet und Südwestfalen miteinander zu verknüpfen und Marketingmaßnahmen aufeinander abzustimmen. Dazu wurden sechs Projektschwerpunkte gebildet. Sie beinhalten unter anderem die Bildung einer interregionalen Arbeitsgemeinschaft und eine Kooperation der beiden Festivalverbünde „Extraschicht“ im Ruhrgebiet und „Live in den Fabrikskes“ in Südwestfalen sowie die industriekulturelle Ausrichtung des touristisch erfolgreichen Ruhrtalradwegs im Teilgebiet Sauerland. Auch die industriekulturelle Erschließung der Eisenbahnlinien der Ruhr-Sieg-Strecke sowie der mittleren und oberen Ruhrtalbahn, die Ausarbeitung von regionsübergreifenden Themenrouten und die Einrichtung eines gemeinsamen Infopoints an der Henrichshütte Hattingen sind Teile des Projekts.


 

Zuletzt aktualisiert am: 26.05.2021