Immobilienpreise steigen trotz Corona

34 Millionen Umsatzsteigerungen auf dem Immobilienmarkt

Es wird trotz Corona viel gebaut im Märkischen Kreis, und die Immobilienpreise steigen. Foto: Hendrik Klein/Märkischer Kreis
Es wird trotz Corona viel gebaut im Märkischen Kreis, und die Immobilienpreise steigen. Foto: Hendrik Klein/Märkischer Kreis

Pressemeldung vom 17.03.2021
| „Wie im Vorjahr konnten wir auch 2020 Preissteigerungen in vielen Bereichen des Immobilienmarktes beobachten“, erklärt Christiane Strauch, Vorsitzende des Gutachterausschusses für Grundstückswerte im Märkischen Kreis. Strauch weiter: „Die Anzahl der Immobilienverkäufe liegt leicht über dem Ergebnis des Vorjahres. Der Immobiliensektor ist der zweitgrößte Wirtschaftszweig Deutschlands, alleine in unserem Geschäftsbereich wurde ein Geldumsatz von 470 Millionen Euro erzielt. Dies bedeutet eine seit sechs Jahren ununterbrochene Umsatzsteigerung.“ Spitzenreiter bei den Immobilienverkäufen waren die bebauten Grundstücke mit 50 Prozent aller Kauffälle, gefolgt von den unbebauten Grundstücken mit 27 Prozent und den Eigentumswohnungen mit 23 Prozent.

In den vergangenen Jahren wurde wieder vermehrt Wohnbauland nachgefragt. 2020 wechselten 195 Baugrundstücke für Ein- und Zweifamilienhäuser den Besitzer. Verstärkt umgesetzt wurden Bauflächen für Geschosswohnungsbau, während bei den gewerblichen Objekten ein leichter Rückgang zu verzeichnen war. Kreisweit wurden die Bodenrichtwerte für Wohnbauflächen generell um fünf Euro je Quadratmeter erhöht, wobei regional ein stark unterschiedliches Preisniveau besteht.

Der Umsatz bei den Bestandsimmobilien weist weiterhin eine steigende Tendenz auf. Unter den bebauten Grundstücken nehmen die Ein- und Zweifamilienhäuser mit 72 Prozent den größten Anteil ein. Die insgesamt 785 Kauffälle zeigen in allen Baujahresklassen eine steigende Preisentwicklung. Bei den Gewerbeimmobilien stiegen die Verkaufszahlen um 19 Prozent. Bei den Mehrfamilienhäusern war dagegen ein Umsatzrückgang zu verzeichnen.

Bereits in den Vorjahren war der Umsatz von weiterverkauften Eigentumswohnungen stark gestiegen. Im Berichtsjahr 2020 erhöhte sich bei gleichen Verkaufsfällen der Geldumsatz. Dies führte, je nach Baujahresklasse, zu teilweise erheblichen Preissteigerungen. Bei den land- und forstwirtschaftlichen Grundstücken sind Umsatzrückgänge zu verzeichnen. Die durchschnittlichen Preise für forstwirtschaftliche Flächen mit Aufwuchs sind um ca. zwölf Prozent gesunken.

Der durch den Gutachterausschuss veröffentlichte Grundstücksmarktbericht 2021 enthält detaillierte Informationen zur Marktentwicklung und ist mithilfe zahlreicher Grafiken und Tabellen anschaulich gestaltet. Dazu erläutert der Geschäftsführer Holger Peters: „Auf mehr als einhundert Seiten finden sich mittlere Kaufpreise für Ein-/Zweifamilienhäuser, Eigentumswohnungen, Erbbau- und Liegenschaftszinssätze, Preisentwicklungen und Indexreihen sowie Durchschnittswerte für land- und forstwirtschaftliche Grundstücke. Im neuen Grundstücksmarktbericht werden neben den Sachwertfaktoren für Ein- u. Zweifamilienhäuser auch Marktanpassungsfaktoren für Erbbaurechte und Erbbaugrundstücke veröffentlicht. Ab sofort steht der Grundstücksmarktbericht 2021 kostenlos zum Download im Internet bereit, ergänzend dazu die aktuelle Bodenrichtwertkarte mit ca. 1.300 Bodenrichtwerten. Mittels einer Zoomfunktion können frei wählbare Ausschnitte im Kreisgebiet angezeigt werden. Um schnell den aktuellen Bodenrichtwert seines Grundstücks interaktiv abzufragen, ist eine Suche über Adressen möglich. Des Weiteren können historische Richtwerte ab 2011 aufgerufen sowie entsprechende Ausdrucke erstellt werden.“

Eine Besonderheit stellen die erstmalig veröffentlichten Immobilienrichtwerte für Ein- und Zweifamilienhäuser dar. Immobilienrichtwerte sind durchschnittliche Lagewerte für Immobilien in einer jeweils definierten Immobilienrichtwertzone. Sie werden sachverständig aus tatsächlichen Kaufpreisen abgeleitet und durch Beschluss des Gutachterausschusses stichtagsbezogen als Wert in Euro pro Quadratmeter Wohnfläche festgesetzt. Sie sollen dem Bürger als Orientierungshilfe zur Einschätzung des örtlichen Immobilienmarktes dienen.

Die Geschäftsstelle des Gutachterausschusses mit Sitz im Lüdenscheider Kreishaus - Telefon 02351/966-6753 - erteilt Auskünfte zu allen Fragen des Immobilienmarktes und zu der Erstellung von Verkehrswertgutachten über bebaute und unbebaute Grundstücke.

Die aktuellen Bodenrichtwerte, Immobilienrichtwerte und der Grundstücksmarktbericht sind im Internet zu finden unter www.boris.nrw.de. Allgemeine Informationen zum Gutachterausschuss unter www.gars.nrw/maerkischer-kreis. Auskünfte erteilt Holger Peters, Telefon 02351/966-6680 oder E-Mail gutachterausschuss@maerkischer-kreis.de.


INFO

Die Gutachterausschüsse für Grundstückswerte sind Landesbehörden und jeweils für die Gebiete der kreis-freien Städte, der Landkreise und der großen kreisangehörigen Städte eingerichtet. Der Gutachterausschuss für Grundstückswerte im Märkischen Kreis bearbeitet das Kreisgebiet mit Ausnahme der Städte Lüdenscheid und Iserlohn, für die eigene Gutachterausschüsse bestehen, wobei die Gutachterausschüsse eng zusammenarbeiten. Die Mitglieder der Gutachterausschüsse sind als ehrenamtliche Gutachter tätig, sie sind überwiegend Sachverständige aus den Fachgebieten Architektur, Vermessungs- und Liegenschaftswesen, Bau- und Immobilienwirtschaft, Bankwesen sowie Land- und Forstwirtschaft. Sie werden jeweils für die Dauer von fünf Jahren durch den Regierungspräsidenten bestellt.

Auftrag des Gutachterausschusses ist die Sicherstellung der Transparenz auf dem Grundstücksmarkt. Grundlage für seine Arbeit ist die Kaufpreissammlung, in der alle Grundstückskaufverträge des Geschäftsjahres ausgewertet werden. Möglich wird dies aufgrund der gesetzlichen Verpflichtung der Notare, alle Kaufverträge an den Gutachterausschuss weiterzuleiten. Diese werden in der Geschäftsstelle im Märkischen Kreis ausgewertet und in der Kaufpreissammlung geführt, einer Datenbank mit derzeit 87.000 Datensätzen. Sta-tistische Auswertungen der Datenbank bilden die Basis für die jährliche Ermittlung der Bodenrichtwerte, der Immobilienrichtwerte und des Grundstücksmarktberichtes.

Zuletzt aktualisiert am: 17.03.2021