Was bedeutet eine Rechtliche Betreuung

Pressemeldung vom 05.03.2021
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Auch wenn man es niemandem wünscht: Es passiert oft schneller als man denkt, dass man seine Angelegenheiten nicht mehr selber regeln kann. Wer zahlt dann die Rechnungen? Wer stellt die gesundheitliche Versorgung sicher? Wer stellt Anträge bei Ämtern und Behörden?
Sind diese Dinge nicht in einer Vorsorgevollmacht (Infos hierzu unter https://t1p.de/0gpx) festgeschrieben, kann die Einrichtung einer rechtlichen Betreuung notwendig werden. Voraussetzung ist, dass der oder die betroffene Volljährige aufgrund einer körperlichen, geistigen oder seelischen Behinderung seine Angelegenheiten ganz oder teilweise nicht regeln kann. Das kann zum Beispiel nach einem Unfall der Fall sein, bei psychischen Erkrankungen wie Depressionen oder Persönlichkeitsstörungen, aber auch im Falle einer Demenzerkrankung.
Die rechtliche Betreuung kann vom Betroffenen selbst, aber auch von Angehörigen oder Institutionen beim Betreuungsgericht angeregt werden. In der Regel beauftragt das Amtsgericht dann die Betreuungsstelle zu prüfen, ob die Betreuung notwendig ist und wer als Betreuer in Frage käme. Die zuständigen Mitarbeiter führen hierzu ein persönliches Gespräch mit den Betroffenen und eventuell weiteren Beteiligten, um zu einer Einschätzung zu kommen. Die Entscheidung über die Einrichtung der Betreuung fällt jedoch letztlich der zuständige Richter. Grundlage für diese Entscheidung ist immer eine persönliche Anhörung.
Gegen den freien Willen darf eine Betreuung nicht eingerichtet werden. Können Menschen ihren Willen krankheitsbedingt nicht mehr frei bilden und beispielsweise die Tragweite einer rechtlichen Betreuung nicht mehr einschätzen, kann möglicherweise trotzdem eine Betreuung eingerichtet werden. Dies muss dann jedoch im Rahmen eines psychiatrischen Gutachtens gründlich geprüft werden.
Die Betroffenen behalten trotz der Einrichtung einer rechtlichen Betreuung ihre Rechte und werden nicht entmündigt. Die Betreuer sind dazu aufgerufen, ihre Anvertrauten so weit wie möglich in die Erledigung der Aufgaben einzubinden. Vor allem müssen Sie bei allen Entscheidungen Wünsche und Wohl der Betroffenen beachten.
Rechtliche Betreuungen können ehrenamtlich oder berufsmäßig geführt werden. Dabei hat die ehrenamtliche Betreuung durch Angehörige immer Vorrang, sofern diese bereit und geeignet sind die Betreuung zu übernehmen. Steht keine ehrenamtliche Person zur Verfügung, wird seitens der Betreuungsstelle ein Berufsbetreuer vorgeschlagen. Berufsbetreuer werden dabei sorgsam durch die Betreuungsstelle ausgewählt und müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Hierzu zählt der Nachweis über entsprechende Fortbildungen und berufliche Qualifikation. Rechtsanwälte können grundsätzlich als rechtliche Betreuer tätig werden. Im Märkischen Kreis wird zudem eng mit den Betreuungsvereinen zusammengearbeitet. Diese führen nicht nur selber Betreuungen, sondern stehen auch ehrenamtlichen Betreuern beratend zur Seite.
Bei weiteren Fragen rund um das Thema rechtliche Betreuung stehen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Betreuungsstelle gerne zur Verfügung. Die Gespräche können persönlich oder telefonisch erfolgen und sind selbstverständlich kostenfrei und vertraulich. Hier können Termine vereinbart werden



  • 58511 Lüdenscheid, Werdohler Straße 30; Telefon: 02351 966-7600
    (für Altena, Halver, Herscheid, Kierspe, Lüdenscheid, Nachrodt, Meinerzhagen, Plettenberg,
    Schalksmühle, Werdohl)

  • 58636 Iserlohn, Friedrichstraße 70; Telefon: 02371 966-8052 oder 8057
    (für Hemer, Balve, Neuenrade)

  • 58706 Menden in den Räumen des Hönne-Berufskollegs, Hofeskamp, Telefon: 02351/966-5127 oder 5128.
    (für Menden)

Zuletzt aktualisiert am: 05.03.2021