Demenzerkrankte zu Hause pflegen ohne fixieren

Pressemeldung vom 12.02.2021
|

Menschen mit Demenz in der häuslichen Umgebung zu versorgen ist für viele Betroffene sicherlich wünschenswert. Es stellt die Beteiligten jedoch häufig vor große Herausforderungen. Ständig bewegen sie sich in dem Spannungsfeld zwischen Sicherheit und Freiheit: „Auf der einen Seite möchten Angehörige eine möglichst sichere Umgebung schaffen und Gefahren und Unfälle vermeiden. Andererseits gehen diese Bemühungen oftmals mit der Einschränkung der Freiheit der Betroffenen einher. Beispiele für solche Maßnahmen sind das Einschließen im Zimmer oder der Wohnung, die Gabe von Beruhigungsmitteln, Festhalten, oder die Installation von Bettgittern“, erklärt Indra Knop vom Sozialpsychiatrischen Dienst.
Oftmals fühlen sich die Angehörigen mit der Anwendung solcher Maßnahmen unwohl, wissen sich in Momenten der Überforderung aber auch nicht anders zu helfen. „Die Scham über die eigene Überforderung, Schuldgefühle, Angst und Zeitdruck führen oftmals zu Schweigen – und damit zu einer Tabuisierung des Themas“, weiß Knop.
Doch was ist eigentlich erlaubt und was nicht? Welche Alternativen gibt es? Antworten auf diese Fragen bietet das Beratungsangebot „Pflegen ohne Fixieren“ des Sozialpsychiatrischen Dienstes. Frei von Schuldzuweisungen und Verurteilung kann in einem telefonischen oder persönlichen Gespräch die individuelle Situation besprochen werden. Gemeinsam kann erarbeitet werden, welche alternativen, freiheitserhaltenden Maßnahmen künftig angewendet werden können. Die Beratung erfolgt vertraulich und ist auf Wunsch auch anonym möglich. Das Angebot ist selbstverständlich kostenlos. Ansprechpartnerin ist Indra Knop, Telefon 02371 966 8052, E-Mail: i.knop@maerkischer-kreis.

Zuletzt aktualisiert am: 12.02.2021