Aktuelle Regelungen in der Pflege

Pflegeberatung des Kreises informiert

Pressemeldung vom 12.06.2020

Auch weiterhin hat die Corona Pandemie Auswirkungen auf die Einwohner des Märkischen Kreises. Fast täglich gibt es Meldungen zu Lockerungen und Veränderungen. Auch im Bereich der gesetzlichen Pflegeversicherung gibt es einige Änderungen. Die Pflegeberatung des Märkischen Kreises informiert über die wichtigsten Neuerungen.


Pflegegrad: Beantragung und Begutachtung
Nach wie vor können bei einer bestehenden Pflegebedürftigkeit Anträge auf einen Pflegegrad bei der zuständigen Pflegekasse gestellt werden. Die Begutachtungstermine durch den medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) werden jedoch bis zum 30. September 2020 nicht in einem Hausbesuchstermin, sondern vielmehr am Telefon durchgeführt.
Eine weitere Änderung besteht darin, dass die bisher geltende Bearbeitungsfrist von 25 Tagen bei einem Erstantrag ausgesetzt wurden. Nur in Ausnahmefällen wird an der 25 Tages Frist festgehalten. Dies ist z.B. gegeben, wenn die pflegebedürftige Person keine Angehörigen hat und auf die Hilfe eines Dienstes angewiesen ist. Bisher mussten die Pflegekassen nach Fristablauf für jede begonnene Woche der Fristüberschreitung unverzüglich 70 Euro an den Antragsteller zahlen. Auch diese Regelung wird bis zum 30. September ausgesetzt.



Qualitätsbesuche
Pflegebedürftige mit dem Pflegegrad 2-5, die ausschließlich das sogenannte Pflegegeld beziehen, mussten bisher halb- bzw. vierteljährlich einen Beratungseinsatz durch einen zugelassenen Pflegedienst nachweisen. Auch diese Besuche wurden bis zum 30. September ausgesetzt, ohne dass der Betrag des Pflegegeldes gekürzt oder gestrichen wird.



Entlastungsbetrag
Pflegebedürftige mit dem Pflegegrad 1-5 haben Anspruch auf einen monatlichen Entlastungsbetrag in Höhe von 125 Euro. Dieser Betrag darf beispielsweise für hauswirtschaftliche Hilfen oder Betreuungsleistungen durch einen anerkannten Dienst eingesetzt werden. Falls dieser Betrag nicht genutzt wird, spart sich dieser bis zum 30. Juni des Folgejahres an. Diese Frist ist für 2020 ebenfalls bis zum 30. September verlängert worden. Der angesparte Betrag verfällt also nicht zum 30. Juni 2020, sondern erst am 30. September 2020.



Kurzzeitige Arbeitsverhinderung
Die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf wird bis Ende September vereinfacht. Angehörige, die Pflegebedürftige in der Corona-Krise zu Hause betreuen und zugleich erwerbstätig sind, werden so besser unterstützt. Bisher bestand die Möglichkeit bei einer akut auftretenden Pflegesituation bis zu 10 Tagen von der Arbeit fern zu bleiben. Dieser Anspruch wurde nun auf 20 Tage erhöht.
So wird pflegenden Angehörigen mehr Zeit eingeräumt, um die Pflege zu Hause sicherzustellen oder neu zu organisieren, wenn zum Beispiel wegen der COVID-19-Pandemie Tagespflegeeinrichtungen geschlossen wurden oder ambulante Pflegedienste nicht mehr in dem gewohnten Umfang arbeiten.



Zuzahlung zu den Verbrauchsgütern
Zu diesen Verbrauchsgütern gehören beispielsweise Handschuhe, Desinfektionsmittel aber auch die Mund- Nasenschutz-Masken. Bisher konnten Menschen mit einem Pflegerad 1-5 sich die Kosten bis zu 40 Euro durch die Pflegekassen erstatten lassen. Dieser Betrag wurde nun auf 60 Euro erhöht und gilt rückwirkend vom 01. April bis 30. September 2020.



Einsatz einer Pflegeersatzperson
Sollte ein Pflegedienst seine Leistungen während der Corona Pandemie nicht erbringen können, weil beispielsweise die Mitarbeiter selbst erkranken oder unter Quarantäne gestellt wurden, kann durch die Pflegekasse eine Ersatzperson finanziert werden. Dabei wird die Kostenerstattung individuell von der Pflegekasse ermittelt. Wichtig hierbei ist, dass vor Beginn der Tätigkeit ein Gespräch mit der Pflegekasse gesucht und die Leistungen beantragt werden müssen.



Bei Fragen zu den Änderungen, können sich Ratsuchende an die Pflegeberatung des Märkischen Kreises wenden. Die Berater sind wie gewohnt montags von 9-12 Uhr und 13:30-15:30 Uhr, dienstags, mittwochs, freitags von 9-12 Uhr sowie donnerstags von 9-12 und 13:30-17 Uhr unter 02352/966-7777 erreichbar oder per E-Mail pflegeberatung@maerkischer-kreis.de. Weitere Informationen finden sich auch im Internet unter www.maerkischer-kreis.de.


 

Zuletzt aktualisiert am: 12.06.2020