Telemedizin als Chance während der Corona-Pandemie

Pressemeldung vom 06.04.2020

„Die Videosprechstunde ermöglicht es auch in Zeiten der Corona-Krise den Arzt-Patienten-Kontakt digital und somit ortsunabhängig und unkompliziert zu gestalten. Die Praxis muss nicht persönlich aufgesucht werden“, erklärt Thorsten Sauer von der Gesundheits- und Pflegeplanung des Märkischen Kreises. Er sieht in der Telemedizin eine gute Chance, insbesondere Personen mit einem erhöhten ärztlichen Versorgungsbedarf oder Ansteckungsrisiko zu versorgen. So kann die Videosprechstunde beispielsweise für Verlaufskontrollen und Routinetermine eingesetzt werden und den regulären Arztbesuch ersetzen. Dies erspart unnötige Anfahrtswege, aufwändige Krankentransporte und minimiert in der aktuellen Situation das Risiko einer Ansteckung mit dem Corona-Virus für die Patienten und Ärzte.

Die Videosprechstunde lässt sich unkompliziert einsetzen, da auf Seiten der Patienten lediglich eine stabile Internetverbindung und ein mit Kamera und Mikrofon ausgestattetes Endgerät benötigt werden. Die Ärzte brauchen zusätzlich noch eine zertifizierte Software. Die Videosprechstunde wird bereits seit 2017 in der Regelversorgung eingesetzt.

Auch die Kassenärztliche Bundesvereinigung und der GKV-Spitzenverband empfehlen die Videosprechstunde in der aktuellen Situation als Alternative zum persönlichen Arzt-Patienten-Kontakt. Entsprechend wurden auch die sonst geltenden Begrenzungsreglungen für die Videosprechstunde aufgehoben, um eine hohe Anzahl an Videosprechstunden zu ermöglichen. Zurzeit besteht für interessierte Ärzte, Pflegeeinrichtungen, Pflegedienste und Palliativdienste zudem die Möglichkeit eine Förderung des Landes Nordrhein-Westfalen zu erhalten, das zwei Millionen Euro unter anderem für die technische Infrastruktur zur Verfügung stellt. Beantragt werden kann die Förderung bei der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe.

Allgemeine Informationen zur Videosprechstunde erhalten Interessierte beim Fachdienst Pflege des Märkischen Kreises, Frau Müller, unter 02352/966-7179 oder pflegeplanung@maerkischer-kreis.de.

Zuletzt aktualisiert am: 06.04.2020