3,3 Millionen für Kultur und Tourismus

Museumsleiter Stephan Sensen informierte den Kreiskulturausschuss über die multimedialen Pläne für die Luisenhütte in Balve. Foto: Ulla Erkens/Märkischer Kreis
Museumsleiter Stephan Sensen informierte den Kreiskulturausschuss über die multimedialen Pläne für die Luisenhütte in Balve. Foto: Ulla Erkens/Märkischer Kreis

Pressemeldung vom 28.11.2019
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Einige Anträge lagen in der Kulturausschusssitzung im Restaurant „Zur Höhle“ in Balve noch auf dem Tisch, bevor dem Etat für Kultur und Tourismus in Höhe von rund 3,3 Millionen Euro einvernehmlich zugestimmt wurde. Den Ausgaben stehen Einnahmen in Höhe von 544.000 Euro gegenüber. Für die Fortführung des Band Contests „Beat the Band“ sollen auf Antrag von SPD und CDU auch im nächsten Jahr wieder 10.000 Euro zur Verfügung gestellt werden. In diesem Jahr gewannen Defected Heroes aus Menden den Wettbewerb. In Zukunft soll sich die Veranstaltung dauerhaft etablieren. Dabei sollen sich Nachwuchsbands nicht nur aus dem Märkischen Kreis sondern aus ganz Südwestfalen bewerben dürfen, um die jungen Leute an die Region zu binden. Damit dem Kultursprinter nicht wieder bereits Mitte des Jahres die Puste ausgeht, soll der Ansatz von 10.000 auf 25.000 Euro erhöht werden. 2019 konnten mit Unterstützung zusätzlicher Gelder der Freunde der Burg 5230 Schülerinnen und Schüler mit dem Kultursprinter, einem Linienbus der MVG, zu den beteiligten Museen im Märkischen Kreis gefahren werden. Ebenfalls auf Antrag von SPD und CDU werden 10.000 Euro für die Erstellung von Imagevideos über die kulturellen Einrichtungen des Märkischen Kreises zusätzlich in den Haushalt eingestellt und der Haushaltsansatz für die kulturtragenden Vereine von 27.500 auf 36.000 Euro erhöht. Auch die Verleihung des Heimatpreises soll in den nächsten Jahren weitergeführt werden. Dafür wird die Kreisverwaltung beauftragt, Mittel für den Heimat-Preis für die Jahre 2020 bis 2022 aus dem Landesprogramm zu beantragen und jeweils einmal im Jahr eine Preisübergabe zu veranstalten. Die Jurymitglieder sollen dabei mehr Freiheiten bekommen, die Preisgelder aufzuteilen. Der Vorschlag der UWG, 30 Eintrittskarten pro Aufführung des Märkischen Jugendsinfonieorchesters (MJO) zu verlosen, wurde ebenfalls einstimmig angenommen. Fachdienstleiter Detlef Krüger denkt aufgrund der gut angenommenen Schulkonzerte darüber nach, Schulklassen verstärkt Klassik für einen Euro pro Schüler anzubieten.

Reges Interesse fand die Vorstellung eines neuen multimedialen Konzepts für die Luisenhütte. Stephan Sensen, Leiter der Museen des Märkischen Kreises, informierte interessierte Ausschussmitglieder vor der Sitzung über die Planungen im Rahmen des Netzwerkprojekts „Geschichtspark Balve“ mit der Stadt Balve und den St.-Sebastian-Schützen als Betreiber der Balver Höhle. Mit Unterstützung von Fördermitteln im Rahmen des Programms „Heimat-Zeugnis“ des Ministeriums für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen soll die Attraktivität der Sehenswürdigkeiten in Balve deutlich erhöht werden. Der Märkische Kreis will sich mit der Luisenhütte an dem Projekt beteiligen.
Ach dem aktuellen Planungsstand soll zwischen der Balver Höhle und der Luisenhütte mit dem Balver Museum ein neuer Fußweg entstehen, der dort an den Rundweg um die historische Fliehburg auf dem Burgberg anknüpft. In dieses Wegesystem soll auch Schloss Wocklum mit eingebunden werden. Der Rundweg wird mit 16 Hinweistafeln einschließlich QR-Codes ausgestattet, so dass auf zeitgemäße Art über Smartphones Informationen über die historischen Orte bereitgestellt werden. Die Hälfte dieser Info-Stationen vermittelt hüttengeschichtliche Inhalte.
Sensen erklärte, dass die Luisenhütte Wocklum weiter multimedial und digital aufgewertet werden soll. Einen Überblick über den Geschichtspark in Balve soll eine interaktive Karte im Insthaus, dem ehemaligen Arbeiterwohnhaus der Luisenhütte, geben. Dort ist auch die kleine Gastronomie „Hüttenschänke“ untergebracht, in der die Museumsbesucher u. a. die Eintrittskarten erwerben und der Museumsrundgang startet. Um den Besuchern den Einstieg in die Hüttentechnologie zu erleichtern, sollen künftig über Smartphones abrufbare Multimedia-Guide-Beiträge in Deutsch, Englisch oder Niederländisch bereitgestellt werden. Mit Hilfe einer neuen Servicetechnik sollen 20 multimediale Info-Kurzfilme zur Luisenhütte abrufbar sein, ohne dass die Besucher dafür eine App herunterladen müssen. Das in 2020 geplante Luisenhütten-Video in Leichter Sprache soll ebenfalls abgerufen werden können. Gezielte Informationen über Tablets und Smartphones erlauben auch die QR Codes an den Textschildern des Museumsrundgangs.
Gefilmte Infotainment-Szenen sollen Hüttenknecht, Gießer, Hüttenschreiber oder Konstrukteur als „Geister“ wiederaufleben und über die Geschichte und Produktionsprozesse in der Luisenhütte erzählen lassen. Ein Film aus der „Sendung mit der Maus“, soll der den komplexen Verhüttungsprozess im Hochofen allgemeinverständlich erklären.
Ob der Förderantrag noch in diesem Jahr oder erst 2020 von der Stadt Balve oder der Schützenbruderschaft gestellt wird, ist noch offen.

Zuletzt aktualisiert am: 28.11.2019