Kreisarchiv bittet um Unterstützung

Ausstellungsstücke für „Jugend im Dritten Reich“ gesucht

Kinder vor einem Volksempfägner 1936 in Altena. Foto: Kreisarchiv Märkischer Kreis
Kinder vor einem Volksempfägner 1936 in Altena. Foto: Kreisarchiv Märkischer Kreis

Pressemeldung vom 28.11.2019
| Im Kreisarchiv des Märkischen Kreises in Altena haben die Vorbereitungen schon begonnen. Kreisarchivarin Dr. Christiane Todrowski, Diplom-Archivar Ulrich Biroth und Heye Bookmeyer, Historiker und Bibliothekar der Landeskundlichen Bibliothek, sichten zurzeit Dokumente und Fotos. Die Ausstellung zum Thema „Jugend im Dritten Reich“ ist zwar erst für Frühjahr 2021 geplant, aber die möglichen Exponate werden bereits jetzt gesammelt.

Die Schau soll die Zeit von 1933 bis 1945 abdecken. Und dafür bitten sie um die Hilfe der Menschen im Märkischen Kreis. „Was wir nämlich nicht haben, sind Alltagsgegenstände“, so Dr. Christiane Todrowski. Wünschenswert wären beispielsweise Spielzeug für Jungen und Mädchen, die damals schon die Kinder- und Jugendlichen im Sinne des Regimes manipulieren sollten. Ulrich Biroth: „Es gab ja auch Puppen in BDM-Uniform. BDM war der Bund Deutscher Mädel.“ Er war im Nationalsozialismus der weibliche Zweig der Hitlerjugend.

Vielleicht gibt es in den Familien-Archiven auch noch Abzeichen des Winterhilfswerks. Das 1936 gegründete Winterhilfswerk des Deutschen Volkes sammelte in der Zeit des Nationalsozialismus Sach- und Geldspenden für Bedürftige.
Aber auch Plakate, Flugblätter, Fotos, Abzeichen, Bücher und Zeitschriften, also alles, was helfen könnte, den damaligen Alltag nachzuzeichnen, wird für die Ausstellung leihweise gesucht.

Ob in Schule, Familie oder Freizeit: Die Jugendlichen sollten zu Regime-Treuen erzogen und auf ihre künftigen Aufgaben vorbereitet werden. Viele wurden Flakhelfer oder landeten an der Front. „Unsere Ausstellung soll auch genau das aufzeigen“, so Dr. Christiane Todrowski. Im Übrigen sei es keinesfalls so gewesen, dass das Dritte Reich erst mit einem Stichtag 1933 plötzlich Wirklichkeit wurde. „Es gab bereits ab 1919 Hakenkreuze in Lüdenscheid im Zuge der völkischen Bewegung zu kaufen“, hat Ulrich Biroth recherchiert.

Kreisarchivarin Dr. Christiane Todrowski und ihre Mitarbeiter freuen sich über jede Unterstützung. Wer etwas zur Ausstellung beitragen kann, darf sich gerne telefonisch bei Ulrich Biroth unter 02352/966-7059 oder per E-Mail kreisarchiv@maerkischer-kreis.de melden.

Ausverkauf im Kaufhaus Wertheim 1939 in Iserlohn. Foto: Kreisarchiv Märkischer Kreis
Ausverkauf im Kaufhaus Wertheim 1939 in Iserlohn. Foto: Kreisarchiv Märkischer Kreis
Zuletzt aktualisiert am: 28.11.2019