Traditionsbus Mark-Sauerland e.V. gewinnt Heimatpreis 2019

Landrat Thomas Gemke: „Ein geschichtsträchtiger Moment“

Die Gewinner des Heimatpreises freuten sich mit Landrat Thomas Gemke über insgesamt 10.000 Euro Preisgeld. Foto: Hendrik Klein/Märkischer Kreis
Die Gewinner des Heimatpreises freuten sich mit Landrat Thomas Gemke über insgesamt 10.000 Euro Preisgeld. Foto: Hendrik Klein/Märkischer Kreis

Pressemeldung vom 15.11.2019
| Der Traditionsbus Mark-Sauerland e.V. aus Lüdenscheid, der Heimatverein Kierspe e.V. sowie der Bürger- und Heimatverein Hemer e.V. sind die Preisträger des Märkischen Heimatpreises 2019 „Unsere Heimat Märkisches Sauerland“. Deren Vertreter bekamen bei der Übergabe im Ständesaal des Altenaer Kreishauses von Landrat Thomas Gemke nicht nur ein dickes Dankeschön, sondern auch die Geldpreise überreicht. Der Traditionsbus Mark-Sauerland e.V. konnte sich über 6.000 Euro Preisgeld freuen, 3.000 Euro gingen an den Heimatverein Kierspe e.V. und 1.000 Euro konnte der Bürger- und Heimatverein Hemer e.V. mit zurück in die Felsenmeerstadt nehmen.

Landrat Thomas Gemke sprach von einem „geschichtsträchtigen Moment“. Zum ersten Mal werde ein solcher Preis vergeben. „Wir haben uns in diesem Zusammenhang schon seit einiger Zeit die Frage gestellt, wie man ehrenamtliches Engagement angemessen würdigen kann; insbesondere, wenn die Kassen leer sind.“ Das müsse sich auch das Land NRW gefragt haben. Jedenfalls habe das Land NRW in einem kleinen Programm - zunächst bis 2022 -Mittel für die Auslobung und Verleihung von Heimat-Preisen bereitgestellt. Zehn Wettbewerbsbeiträge seien eingereicht worden. Die Entscheidung sei der achtköpfigen Jury, bestehend aus Mitgliedern der im Kreistag vertretenen Fraktionen und der Verwaltung unter seinem Vorsitz nicht leicht gefallen.

Der 3. Platz, prämiert mit 1.000 Euro, geht an den Bürger- und Heimatverein Hemer e.V. Der Heimatverein Hemer erhält diesen Preis für das Projekt für Vorschulkinder. Dieses Projekt läuft seit 2012. Ausgangspunkt war der Wunsch nach einer Belebung des Heimatmuseums. Alle 16 Kitas der Stadt Hemer wurden zur Teilnahme eingeladen. Insgesamt zehn Mitstreiter des Heimatvereins Hemer begleiten seitdem jährlich zwi-schen 220 und 260 Kinder bei Erkundungstouren durch das Heimatmuseum Hemer.

In verschiedenen museumspädagogischen Angeboten werden heimatgeschichtliche Themen altersgerecht aufbereitet. Das Besondere ist, dass die Kinder von ihren jeweiligen Gastgebern in historischer Gewandung empfangen werden und sich so noch besser in das zeitgenössische Leben zurückversetzen können. Die Betreuung erfolgt ausschließlich durch ehrenamtliche Kräfte. Der Eintritt ist für die Kindergruppen frei. Thomas Gemke: „Die Jury war der Auffassung, dass dieses Projekt eine hervorragende Blaupause für andere ähnliche Einrichtungen im Märkischen Kreis ist.“

Der 2. Platz, prämiert mit 6.000 Euro, geht an den Heimatverein Kierspe. Der Heimatverein Kierspe erhält diesen Preis für das Projekt „Schleiper Hammer“. 1989 erwarb der Heimatverein Kierspe den erstmals im Jahre 1815 urkundlich erwähnten „Schleiper Hammer“, ein ehemaliges Hammer- bzw. Schmiedewerk, und baute es zum betriebsfertigen Industriemuseum aus. Im Schleiper Hammer wird sehr anschaulich die Geschichte von der Gewinnung des Eisenerzes bis hin zur Verarbeitung des „Osemund“-Eisens gezeigt. Die zum Teil über 100 Jahre alten Hämmer und Maschinen zeigen, wie und unter welchen Bedingungen unsere Vorfahren gearbeitet haben. Im Rahmen der Aktion „Südwestfalen macht Schule“ erhielt der Schleiper Hammer 2016 den Titel „Außerschulischer Lernort“.

Die Verantwortlichen des Heimatvereins Kierspe haben dafür Lernprogramme in Zusammenarbeit von Vertretern aus Schulen, Unternehmen und Museen bearbeitet, entwickelt und erprobt. Daraus entstanden Kernlehrprogramme ab Jahrgangsstufe 7/8. Sie sind zudem Partner beim "Kultursprinter MK" und Mitglied im Verbund WasserEisenLand. Die Jury war der Auffassung, dass das Projekt „Schleiper Hammer“ ist gutes Praxisbeispiel für andere Museen im MK ist.

Der 1. Platz, prämiert mit 6.000 Euro, geht an den Verein „Traditionsbus Mark-Sauerland e.V.“ Der noch sehr junge Verein Traditionsbus Mark-Sauerland beschäftigt sich seit seiner Gründung Ende 2013 mit der Geschichte des Omnibusverkehrs als Teil der Heimatgeschichte im heutigen Märkischen Kreis. Konkret geht es um die Märkische Verkehrsgesellschaft und ihre Vorgängergesellschaften Kraftverkehr Mark-Sauerland, Iserlohner Kreisbahn, Plettenberger Kleinbahn und Altenaer Eisenbahn.

Diese Unternehmen halten seit nun über 90 Jahren viele Einwohner im Märkischen Kreis mobil und haben so wesentlich zur wirtschaftlichen Entwicklung dieser Region beigetragen. Der Verein Traditionsbus Mark-Sauerland hat viele historische Ausstellungsstücke zunächst zu einer Wanderausstellung zusammengetragen. Zwischen September 2017 und 2018 hat der Verein dieser Ausstellung in der Gartenstraße 49 in Lüdenscheid ein festes Zuhause gegeben.

Überzeugt hat die Jury, dass es dem sehr jungen Verein mit ebenfalls sehr junger Mitgliederstruktur geschafft hat, ein Museum mit Gastronomie-Bereich und monatlichen Führungen aufzubauen. Dazu ist es ohne professionelle Hilfe gelungen, eine lebendige Ausstellung außerhalb festgelegter Museumsstandards zu schaffen, in der die Besucher in die Geschichte einzutauchen ohne sie nur hinter Glas zu betrachten zu können. In verschiedenen Ausstellungsbereichen Pausenraum, Werkstatt, Verwaltung und Verkehrsaufsicht/Leitstelle wird für die Besucher der damalige Betrieb in den Verkehrsunternehmen sehr anschaulich erlebbar gemacht.

Interaktive Ausstellungstücke, wie beispielsweise ein Omnibus-Fahr-simulator, runden das Angebot ab. Darüber hinaus werden kontinuierlich Fahrten mit einem historischen Bus ins Kreisgebiet angeboten. Das alles hat die Jury überzeugt, den Wettbewerbsbeitrag des Vereins „Traditionsbus Mark-Sauerland“ mit dem 1. Preis auszuzeichnen.

Für den Einstieg in die kleine Feierstunde sorgte Krimiautorin Kathrin Heinrich aus Menden. Sie las auch eine Geschichte aus einem ihrer Romane. Einer davon trägt den Titel „Heimatrausch“. Das passte zum Nachmittag. Kathrin Heinrich: „Heimat ist auch, gemeinsam den Hintern noch zu kriegen.“ Das haben die Preisträger beispielhaft bewiesen.

Krimiautorin Kathrin Heinrich aus Menden sorgte für das Rahmenprogramm bei der Preisverleihung. Foto: Hendrik Klein/Märkischer Kreis
Krimiautorin Kathrin Heinrich aus Menden sorgte für das Rahmenprogramm bei der Preisverleihung. Foto: Hendrik Klein/Märkischer Kreis
Zuletzt aktualisiert am: 15.11.2019