Hinter den Kulissen

Auf der Marionettenbühne Mummenschanz aus Altena geht es dieses Jahr teuflisch zu. Foto: Ulla Erkens/Märkischer Kreis
Auf der Marionettenbühne Mummenschanz aus Altena geht es dieses Jahr teuflisch zu. Foto: Ulla Erkens/Märkischer Kreis

Pressemeldung vom 28.10.2019
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In einem kleinen Schuppen, steht sie die die kleine, mobile Bühne, auf der die Puppen zum Leben erwachen. Daneben ein riesig wirkendes Segelschiff, das offensichtlich mit viel Liebe zum Detail und handwerklichem Geschick gebaut wurde. Es handelt sich dabei um ein Requisit aus „Robinson“ einem der Vorgängerstücke der Marionettenbühne Mummenschanz. Natürlich darf eine Werkbank nicht fehlen. Darüber baumeln drei Mönche. Hinter der Bühne geht es teuflisch zu. Hier hängen die Protagonisten des neuen Stücks „Vom Teufel, der aus der Hölle floh“. Andreas Ermster gewährt einen Einblick hinter die Kulissen.


Das Puppenspiel ist seit seinem Theologiestudium seine Leidenschaft. Die Puppen mit ihren markanten Gesichtern und viele der Requisiten stammen aus seiner Hand. Dabei lässt er sich einiges einfallen. Die Beinchen der Reitspinne von Teufel 47 bastelte er beispielsweise aus den Speichen eines Regenschirms. „Bei meinem Hobby finde ich den notwendigen Ausgleich zum Beruf“, sagt Ermster, der seit 2011 beim Märkischen Kreis arbeitet. Vor mehr als zehn Jahren hat er mit seiner Familie das Puppentheater gegründet. Inzwischen ist aus dem Familienprojekt ein gemeinnütziger Verein geworden und es hat sich auch sonst viel getan: Die Bühnentechnik ist professioneller geworden. Licht und Ton sowie die Nebelmaschine sind mittlerweile computergesteuert. Das Mummenschanz Team macht fast alles selbst. „Wir haben uns im Lauf der Zeit viel technische und handwerkliche Fähigkeiten erarbeitet“, so der Verwaltungsangestellte. Beim aktuellen Stück halten mit Andreas Ermster, Jutta und Thomas Ottofülling, Christine Kampmann, Ute Heye und Sarah Rittinghaus die Fäden in der Hand.


Ermster freut sich auf den Auftritt am Sonntag, 10. November ab 15 Uhr im Festsaal der Burg Altena. „Wir spielen auf einer Haupt- und einer Nebenbühne und wir gehen mit den Puppen ins Publikum“. Sämtliche Rollen und die Lieder wurden bereits im Vorfeld im Tonstudio professionell aufgenommen. So können sich die Spieler vollkommen auf die Interaktion der Marionetten auf der Bühne und mit dem Publikum konzentrierten. „Oft reichen schon kleine Gesten und das Publikum geht mit,“ weiß der Strippenzieher. Viele Tipps und Tricks hat sich das Ensemble von der Augsburger Puppenkiste abgeschaut. Das Puppenspiel schlägt Kinder und Erwachsene gleichermaßen in seinen Bann – auch Jugendliche lassen sich noch faszinieren. Das neue Stück der Marionettenbühne erzählt die Geschichte „Vom Teufel, der aus der Hölle floh“. Es stammt aus der Feder des Theologen und Schriftstellers Albrecht Gralle und quillt über voll witziger Dialoge und frechen Liedern.
„Besonders fromm ist es nicht, aber es hat eine Botschaft: Es geht um die Kraft der Veränderung“, verrät Andreas Ermster. Teufel Nummer 47 verzweifelt an den Menschen. Mit ihren kruden Ideen und ihrer Bösartigkeit übertrumpfen sie ihn bei weitem. Bis er etwas Neues versucht, und Gutes tut. Prompt fliegt er aus der Hölle… „Das Stück lag bei uns ein paar Jahre in der Schublade. Jetzt war die Zeit reif“, meint der Puppenspieler. Für die Rolle des Erzählers konnte Ermster dieses Jahr den Frankfurter Schauspieler Michael Schütz gewinnen.
Die Bühnenbilder hat der deutsch-albanische Künstler Ben Kamili eigens für die Produktion gemalt und dem gemeinnützigen Verein gespendet. „Es hat sich so gefügt“, erzählt Andreas Ermster, dem der Maler eher zufällig über den Weg gelaufen ist. Und so enthüllt ein weitaufgerissener Schlund ein loderndes Inferno – das Fegefeuer. Mit seiner Begeisterung fürs Puppenspiel ist Ermster sehr überzeugend. Und so finden sich immer wieder neue Mitstreiter, die den gemeinnützigen Verein unterstützen. „Es wäre schön, wenn noch weitere Spieler zu uns kämen“, wünscht er sich. Sein Traum ist eine komplette zweite Besetzung. „Wir müssen immer so viele Veranstaltungen absagen“, klagt er. Der gemeinnützige Verein spielt ehrenamtlich in Schulen, bei Vereinen und Gemeinden oder auf Märkten. Bei den Puppentheater-Tagen auf der Burg Altena ist Mummenschanz gesetzt. „Wir haben auch schon beim Puppentheaterfestival im Partnerkreis Elbe-Elster mitgewirkt“, berichtet Ermster nicht ohne Stolz.


Die Termine der Puppentheater-Tage auf Burg Altena
Aufführungen für KiTas und Grundschulen
Dienstag, 5. November, 9.30 Uhr: „Auf der Spukburg sind die Geister los“ von der Freien Bühne Neuwied, geeignet für Kinder ab 5 Jahren
Mittwoch, 6. November, 9.30 Uhr: „Wenn Fuchs und Hase sich gute Nacht sagen“ vom Figurentheater Pantaleon München, geeignet für Kinder ab 4 Jahren
Donnerstag, 7. November, 9.30 Uhr: „Der verzauberte Brunnen“ vom Hohenloher Figurentheater aus Herschbach, geeignet für Kinder ab 4 Jahren.
Freitag, 8. November, 9.30 Uhr: „Schweinchen Wilbur und seine Freunde“ vom Theater Coore Schlitz


Weitere Aufführungen auch für Erwachsene im Festsaal der Burg Altena
Donnerstag, 7. September, 19 Uhr: „Jedermann“ vom Hohenloher Figurentheater Herschbach für Erwachsene.
Freitag, 8. September, 19 Uhr: „Der furchtlose Vampir“ vom Theater Con Cuore Schlitz für Erwachsene.
Samstag, 9. November, 15 Uhr: „Der kleine Flontsch“ vom Figurentheater Blauer Mond Göhrde für die ganze Familie
Sonntag, 10. November, 15 Uhr: „Vom Teufel, der aus der Hölle flog“ von der Marionettenbühne Mummenschanz aus Altena für Erwachsene und Kinder ab 8 Jahren.



Weitere Informationen unter www.maerkischer-kreis.de. Reservierungen können unter per E-Mail unter l.baranowski@maerkischer-kreis.de oder per Telefon unter 02352/966-7052 abgegeben werden.

Andeas Ermster gewährt einen Blick hinter die Kulissen der Marionettenbühne. Foto: Ulla Erkens/Märkischer Kreis
Andeas Ermster gewährt einen Blick hinter die Kulissen der Marionettenbühne. Foto: Ulla Erkens/Märkischer Kreis
Zuletzt aktualisiert am: 28.10.2019