Aktionstag des Arbeitskreises Verkehrssicherheit

Die Mitglieder des AK Verkehrssicherheit: Andreas Nolte von der Verkehrswacht Iserlohn, Dieter Richter von der Verkehrswacht Lenne-Volme, Thomas Volkmann und Andreas Filthaut von der Kreispolizei, Vorsitzende Jutta Heedfeld, Martin Kornau von der Verkehrswacht Lüdenscheid, Diana Czech und Thomas Schulte vom Märkischen Kreis.   Foto: Ulla Erkens/Märkischer Kreis
Die Mitglieder des AK Verkehrssicherheit: Andreas Nolte von der Verkehrswacht Iserlohn, Dieter Richter von der Verkehrswacht Lenne-Volme, Thomas Volkmann und Andreas Filthaut von der Kreispolizei, Vorsitzende Jutta Heedfeld, Martin Kornau von der Verkehrswacht Lüdenscheid, Diana Czech und Thomas Schulte vom Märkischen Kreis. Foto: Ulla Erkens/Märkischer Kreis

Pressemeldung vom 28.08.2019
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Sicher Fahrrad und Kettcar fahren, die eigene Reaktionszeit bei gefährlichen Situationen im Straßenverkehr messen, einen Sehtest bestehen oder im Dunkelzelt den Sinn von Reflektoren an der Kleidung im Straßenverkehr erfassen – Die Kinder der Offenen Ganztagsbetreuung der Grundschule Lösenbach hatten beim lehrreichen Aktionstag des Arbeitskreises Verkehrssicherheit am Lüdenscheider Kreishaus offenbar viel Spaß. Landrat Thomas Gemke eröffnete die Veranstaltung anlässlich des 25-jährigen Jubiläums des Arbeitskreises, der sich aus Ehrenamtlichen der Verkehrswachten im Märkischen Kreis, Vertretern der Kreispolizei und Straßenverkehrsbehörde des Märkischen Kreises zusammensetzt. So begrüßte Gemke die Vorsitzenden der Verkehrswachten Andreas Nolte von der Verkehrswacht Iserlohn, Martin Kornau von der Verkehrswacht Lüdenscheid, und Dieter Richter von der Verkehrswacht Altena. Die Kreispolizei wurde von Direktionsleiter Verkehr, Thomas Volkmann, sowie dem Leiter Verkehrsunfallprävention/Opferschutz, Andreas Filthaut vertreten. Vorsitzende des Arbeitskreises ist Jutta Heedfeld, Fachbereichsleiterin Öffentliche Ordnung und Bevölkerungsschutz.
In seiner Rede würdigte der Landrat die präventive Verkehrssicherheitsarbeit des Arbeitskreises, der 1994 unter Federführung des Straßenverkehrsamtes des Märkischen Kreises gegründet wurde und dessen Aktionen heute von Fachdienstleiter Thomas Schulte und Mobilitätsbeauftragte Diana Czech koordiniert werden. „Ziel der Verkehrssicherheitsarbeit ist es, die Anzahl von Unfällen im Straßenverkehr und der hierdurch verletzten und getöteten Verkehrssteilnehmer zu reduzieren“, erklärte Gemke. Anhand der Statistiken der Kreispolizeibehörde wies Polizeioberrat Thomas Volkmann nach, dass sich seit 1994 die Zahl der Verkehrstoten von 21 (1994) auf 10 im Jahr 2018 reduziert haben. Die Zahl der Verletzten sei um ein Drittel geschrumpft. Dieter Richter, einer der Gründerväter des Arbeitskreises Verkehrssicherheit, wertet diese Entwicklung auch als einen Erfolg der Verkehrserziehung. Allerdings beklagt er, dass der Wert der Verkehrserziehung öffentlich nicht genug gewürdigt würde. Es gäbe zunehmend Probleme, ausreichend aktive Mitglieder zu finden, die sich an der Organisation und Durchführung von Aktionen beteiligen. Auch bei der Kreispolizeibehörde würden die personellen Ressourcen knapper, meinte Gemke.
Umso wichtiger sei es, Aktionen zur Mobilitätserziehung und zur Unfallvermeidung von Hauptamtlichen und Ehrenamtlichen auf Kreisebene zu koordinieren. Dafür arbeitet der AK Verkehrssicherheit themenbezogen mit Vertretern von Schulen, der MVG, der Städte und Gemeinden im Märkischen Kreis, der Feuerwehren, Rettungsdienste, des Unfallopferverbandes und der technischen Überwachungsvereine zusammen. „Zielgruppe sind alle aktiven und passiven Teilnehmer am Straßenverkehr: vom Kindergartenkind bis zu den Senioren“, sagt Diana Czech. Bestehende Präventionsprogramme werden jährlich überprüft und fortentwickelt, neue Projekte initiiert. Aktuelle Projekte sind z.B. Seniorentage und Elterntaxi. Diese sollen als Pilotprojekte / best-practice Beispiele andere Institutionen zum Nachahmen anregen.
Der AK Verkehrssicherheit greift aber auch Projektideen externer Stellen auf und passt diese auf den Märkischen Kreis an. So wie z.B. das auf engagierte Ärzte zurückzuführende Programm „Traffic Deadline“ aus dem später das landesweite Programm der Polizei „Crash-Kurs-NRW“ hervorgegangen ist. Dabei handelt es sich um eine emotionale und anschauliche Darstellung von örtlichen Unfällen durch Unfallopfer, Retter, Notfallseelsorger und Polizei. Mit dem eigenen Fahrtrainingsplatz auf dem Gelände der ehemaligen Blücher Kaserne in Hemer gelingt es seit 2010 verstärkt eine Hauptzielgruppe der Verkehrssicherheitsarbeit zu erreichen, die sog. jungen Fahrer im Alter zwischen 18 und 24 Jahren. Sie sind die gefährdetsten Verkehrsteilnehmer. Hauptunfallursache dieser Gruppe ist dabei das Fahren mit zu hoher Geschwindigkeit. Besonders risikobereit sind übrigens junge Männer; deren Beteiligungsquote an diesen Unfällen beträgt über 70 Prozent. „Den jungen Leuten ist oft nicht klar, was ein Unfalltot in den betroffenen Familien anrichtet“, sagt Richter. Auf dem Trainingsplatz werden spezielle Fahrsicherheitstrainings für Schülerinnen und Schüler der weiterführenden Schulen sowie für Auszubildende angeboten. Auf dem Fahrtrainingsplatz erfahren jährlich mehrere hundert junge Menschen ihre eigenen Grenzen und Möglichkeiten der Fahrzeugbeherrschung, aber auch die fahrphysikalischen Grenzbereiche ihrer Fahrzeuge. „Auch ich habe beim Sicherheitstraining erstmals ausprobiert, was eine Vollbremsung ist. Ich kann nur jedem dieses Fahrtraining empfehlen“, erzählte Gemke aus eigener Erfahrung.


 

Der Aktionstag des AK Verkehrssicherheit im Lüdenscheider Kreishaus war gut besucht. Foto Ulla Erkens/ Märkischer Kreis
Der Aktionstag des AK Verkehrssicherheit im Lüdenscheider Kreishaus war gut besucht. Foto Ulla Erkens/ Märkischer Kreis
Die Kinder der Offenen Ganztagsbetreuung der Grundschule Lösenbach aus Lüdenscheid hatten einen aktionsreichen Nachmittag. Foto Ulla Erkens/Märkischer Kreis
Die Kinder der Offenen Ganztagsbetreuung der Grundschule Lösenbach aus Lüdenscheid hatten einen aktionsreichen Nachmittag. Foto Ulla Erkens/Märkischer Kreis
Zuletzt aktualisiert am: 28.08.2019