Antrittsbesuch im Kreishaus

Nezahat Baradari (SPD) bei Landrat Thomas Gemke

An Themen mangelte es Landrat Thomas Gemke und Nezahat Baradari bei deren Antrittsbesuch im Kreishaus nicht. Foto: Hendrik Klein/Märkischer Kreis
An Themen mangelte es Landrat Thomas Gemke und Nezahat Baradari bei deren Antrittsbesuch im Kreishaus nicht. Foto: Hendrik Klein/Märkischer Kreis

Pressemeldung vom 02.04.2019
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Der Brexit und die möglichen Auswirkungen auf die Unternehmen in Südwestfalen, die flüchtlingsbedingten Mehrkosten für die Kommunen bei Hartz IV, der schleppende Breitbandausbau, der gewünschte Studienstandort Lüdenscheid sowie die Zukunft der E-Mobilität: Das waren einige Themen beim Antrittsbesuch der SPD-Bundestagsabgeordneten für den südlichen Märkischen Kreis und den Kreis Olpe, Nezahat Baradari, bei Landrat Thomas Gemke im Lüdenscheider Kreishaus. Die 53-jährige Kinder- und Jugendärztin aus Attendorn war im Januar für Ulrich Kelber in den Bundestag nachgerückt; der frühere Bonner SPD-Abgeordnete ist zum Bundesdatenschutzbeauftragten berufen worden.


Mit Nezahat Baradari sind jetzt auch die Städte und Gemeinden Halver, Herscheid, Kierspe, Lüdenscheid, Meinerzhagen und Schalksmühle im mit dem Kreis Olpe geteilten Wahlkreis 149 Märkischer Kreis I wieder durch eine sozialdemokratische Abgeordnete in Berlin vertreten. Petra Crone aus Kierspe hatte 2017 nach zwei Wahlperioden auf eine dritte Amtszeit verzichtet. „Es kann nicht schaden, dass der südliche Märkische Kreis jetzt wieder mit drei Abgeordneten in Berlin vertreten ist, von denen zwei sogar der Großen Koalition angehören“, so Landrat Thomas Gemke.


Er konnte der SPD-Bundestagsabgeordneten berichten, dass die Anzahl der Einbürgerungen von Briten im Märkischen Kreis in jüngster Zeit zugenommen hat. „Wir haben sogar schon eine kleine Einbürgerungsfeier nur für Briten gemacht.“ Mit Sorge blicken Gemke und Nezahat Baradari, die Mitglied im Ausschuss für die Angelegenheiten der Europäischen Union ist, auf mögliche negative Auswirkungen des Brexits für die exportabhängigen Firmen in Südwestfalen.


Mit rund fünf Millionen Euro ist der Märkische Kreis an den Kosten der Unterkunft für Flücht-linge beteiligt. Wie Landrat Gemke der Bundestagsabgeordneten Baradari mitteilte, sind noch immer zwei Drittel der Flüchtlinge in Hartz IV-Bezug. „Das sind allein bei uns rund 1.700 Bedarfsgemeinschaften.“ Viel zu langsam gehe der Breitbandausbau vonstatten, kritisierte Thomas Gemke. „Hier muss das Verfahren vereinfacht werden, damit der Ausbau schneller vorankommt.“ Freuen würden sich die SPD-Abgeordnete und der Landrat auch über eine Aufwertung Lüdenscheids von einem Studienort zu einem Standort der Fachhochschule Südwestfalen sowie über einen Ausbau des Studiengangs Medizintechnik hier vor Ort.
Einig waren sich beide Politiker auch darin, dass E-Autos nicht die einzige Lösung sein können, um die Mobilität der Menschen künftig zu sichern. Wasserstoff angetriebene Fahrzeuge seien auch eine Möglichkeit. Aber für beide Varianten fehle es noch an einem engmaschigen Tankstellennetz.

Zuletzt aktualisiert am: 02.04.2019