Rosen fürs Ehrenamt

Rund 100 Ehrenamtliche des Kommunalen Integrationszentrums folgten der Einladung des Landrats Thomas Gemke in die Burg Holtzbrink in Altena. Foto: Steffen Bitter/Märkischer Kreis.
Rund 100 Ehrenamtliche des Kommunalen Integrationszentrums folgten der Einladung des Landrats Thomas Gemke in die Burg Holtzbrink in Altena. Foto: Steffen Bitter/Märkischer Kreis.

Pressemeldung vom 01.04.2019
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Zum ersten Mal richtete das Kommunale Integrationszentrum des Märkischen Kreises einen Ehrenamtstag in der Burg Holtzbrink in Altena aus. Der Einladung des Landrates folgten rund 100 Ehrenamtliche, die für die Programme Griffbereit, Rucksack KiTa und Schule oder die Projekte Sprachpaten, Sprachmittler und Elternlotsen in der Studien- und Berufsorientierung tätig sind. Die meisten von ihnen sind mehrsprachig und haben eine Zuwanderungsgeschichte. „Bei Ihren Einsätzen dienen Sie als Multiplikatoren und leisten so einen wichtigen Beitrag zur Integration und zum friedlichen Zusammenleben im Märkischen Kreis“, würdigte Landrat Thomas Gemke das Engagement.
Von Juli 2018 bis März 2019 wurden insgesamt 40 neue Elternbegleiterinnen und ein Elternbegleiter qualifiziert. Seit 2013 laufen die Programme „Griffbereit“ und „Rucksack KiTa“ erfolgreich. In den Griffbereitgruppen lernen Eltern, wie sie ihre Kinder in den ersten Lebens-jahren bestmöglich in der Entwicklung und der mehrsprachigen Sprachentwicklung unterstützen können. „Die Elternbegleiter nehmen hier eine Schlüsselfunktion als Vorbild für die Familien ein, in dem Sie nicht nur die Familiensprachen stärken, sondern auch erste Kontakte zur deutschen Sprache ermöglichen“, machte Gemke deutlich.
Im Programm „Rucksack KiTa“ erarbeiten die Elternbegleiter in den wöchentlichen Treffen alltagsnahe Übungen mit der Elterngruppe. Dadurch unterstützen sie die deutschsprachige Arbeit in den Kitas. Die Eltern können die Übungen zu Hause in ihren Familiensprachen gemeinsam mit den Kindern ausprobieren.
Eltern als Experten für das Erlernen der Familiensprachen wahrzunehmen, stellt auch im schulischen Kontext einen wichtigen Aspekt dar. So wird die Arbeit des Kitabereichs in der Grundschule mit dem Programm Rucksack fortgesetzt. Rucksack Schule zielt auf die durchgängige sprachliche Bildung ab und greift dabei Themen aus dem Unterricht auf. „In Ihrer Arbeit mit den Elterngruppen, leisten Sie einen Beitrag zur Wertschätzung der Familiensprachen innerhalb der Schule und unterstützen die Zusammenarbeit zwischen Schule und dem Elternhaus“, lobte der Landrat.
Seit Ende des letzten Jahres helfen Sprachpaten geflüchteten und neu zugewanderten Kindern an Grundschulen im Märkischen Kreis beim Erlernen der deutschen Sprache. Die Sprachpatenstunde findet einmal wöchentlich statt. Gemeinsam verbringen Pate und Kind Zeit miteinander und entdecken spielerisch die deutsche Sprache. Elf Sprachpaten wurden seit 2018 qualifiziert. Auch für die neue, bald startende Qualifizierung haben sich bereits 30 neue Sprachpaten angemeldet.
Gemke dankte auch den mehr als 100 aktiven Sprachmittlern. Ziel des Sprachmittlerpools des KI ist es, die Kommunikation zwischen den Neuzugewanderten mit geringen oder keinen Deutschkenntnissen und den jeweiligen Institutionen, Behörden, etc. zu verbessern. Auch der Zugang zu Informationen soll verbessert werden. Einsatzorte sind Institutionen und Organisationen, in denen eine niederschwellige, mündliche Sprachmittlung benötigt wird.
Wichtige Orientierungshilfen bei der Berufswahl vermitteln die Elternlotsen. Aufgrund sprachlicher und/oder kultureller Hemmnisse können Eltern mit Migrations- oder Fluchthintergrund ihre Kinder nicht immer umfassend informieren, begleiten und unterstützen. Elternlotsen können Brückenbauer zwischen Bildungs- Beratungsstellen, Migrantenorganisationen und den Familien sein.
Während der Ehrung war im Foyer der Burg Holtzbrink erstmals die Wanderausstellung „Vielfalt engagiert!“ zu sehen. Sie zeigt Fotos von Menschen, die sich für Integration im Märkischen Kreis engagieren. Viele von ihnen waren beim Ehrenamtstag anwesend. Die Ausstellung wird als nächstes auf der Regionalen Bildungskonferenz am 9. April und auf der langen Nacht der Kulturen am 30. April in Menden zu sehen sein. Für den würdigen Rahmen mit Musik aus aller Welt sorgten Tlako Mokgadi und Deniz Kutlu mit der Saz.


 

Die Wanderausstellung "Vielfalt engagiert" ist als nächstes auf der Regionalen Bildungskonferenz am 9. April und auf der langen Nacht der Kulturen am 30. April in Menden zu sehen. Foto: Steffen Bitter
Die Wanderausstellung "Vielfalt engagiert" ist als nächstes auf der Regionalen Bildungskonferenz am 9. April und auf der langen Nacht der Kulturen am 30. April in Menden zu sehen. Foto: Steffen Bitter
Zuletzt aktualisiert am: 01.04.2019