Viel Lob für Integrationsarbeit

Staatssekretärin Serap Güler und Landrat Thomas Gemke mit den Mitarbeitern des Kommunalen Integrationszentrums. Foto: Hendrik Klein/Märkischer Kreis
Staatssekretärin Serap Güler und Landrat Thomas Gemke mit den Mitarbeitern des Kommunalen Integrationszentrums. Foto: Hendrik Klein/Märkischer Kreis

Integrationsstaatssekretärin Serap Güler informiert sich über Integrationsarbeit im Märkischen Kreis

Integrationsstaatssekretärin Serap Güler setzt ihre im Sommer 2017 begonnene Tour durch Nordrhein-Westfalen fort. „Mir ist wichtig, die Integrationsarbeit in den Kreisen und kreisfreien Städten vor Ort persönlich kennenzulernen. Die Bedarfe sind in den Regionen sehr verschieden. Das müssen wir stärker berücksichtigen“, erklärte die Staatssekretärin bei ihrer Station im Märkischen Kreis. Bislang hat sie sich in 40 Kommunalen Integrationszentren informiert. Im Märkischen Kreis besuchte sie daneben noch die Begegnungsstätte für Flüchtlinge in Schalksmühle.

Nordrhein-Westfalen ist das einzige Bundesland, in dem es Kommunale Integrationszentren gibt. Die Einrichtungen bieten Angebote für Kinder und Jugendliche mit Einwanderungsgeschichte, die die Bildungschan-cen verbessern sollen. Daneben koordinieren sie die Aktivitäten und Angebote der Kommunen und freien Träger in Bezug auf Integration und das Zusammenleben in Vielfalt. Seit 2015 unterstützen die Kommunalen Integrationszentren im Rahmen des Landesprogramms KOMM-AN NRW Bürgerinnen und Bürger, die sich vor Ort um Geflüchtete kümmern.

Staatssekretärin Güler lobte bei ihrem Besuch im Märkischen Kreis die Arbeit der Einrichtungen: „Für die bessere Vernetzung der Integrationsarbeit vor Ort sind die Kommunalen Integrationszentren mittlerweile unverzichtbar. Die Landesregierung wird der kommunalen Integrationsarbeit neue Struktur verleihen und hat vereinbart, die Voraussetzung für eine auskömmliche Finanzierung der Einrichtungen aus Landesmitteln bis zum Ende der Legislaturperiode 2022 zu sichern. Bei aller berechtigten Aufmerksamkeit für die Neuzugewanderten, sollten wir nicht diejenigen aus dem Blick verlieren, die bereits dauerhaft hier leben.“

Das Kommunale Integrationszentrum im Märkischen Kreis entwickelt unter anderem das kreisweite Konzept „Integration durch Sport“, das Sportvereine und Migrantenselbstorganisationen in ihrer Zusammenarbeit unterstützen soll. Daneben werden Angebote zur Sprachbildung und Sprachförderung in Kindertageseinrichtungen und Schulen ausgebaut. In Schalksmühle informierte sich Staatssekretärin Güler über die aus dem Landesprogramm KOMM-AN NRW geförderte Begegnungsstätte für Flüchtlinge. Während im oberen Stockwerk Geflüchtete wohnen, bietet das Flüchtlingsnetzwerk Schalksmühle im Erdgeschoss Beratungs- und Integrationsangebote an.

Landrat Thomas Gemke: „Flucht und Zuwanderung haben den Märkischen Kreis seit dem zweiten Weltkrieg geprägt. Es kamen Vertriebene, Arbeitskräfte für unsere Industriebetriebe, Spätaussiedler und zuletzt Flüchtlinge. Deshalb ist die Integration all dieser Menschen in den Märkischen Kreis wichtig. Das Kommunale Integrationszentrum leistet dafür eine hervorragende Arbeit. Ich stelle allerdings auch fest, dass die Bereitschaft zur Integration ein wenig nachlässt. Deswegen müssen wir weiter für unsere vielfältige Gesellschaft werben.“

Perspektivisch will die Integrationsstaatssekretärin alle Kommunalen Integrationszentren in Nordrhein-Westfalen besuchen.

2012 hatte der Landtag mit den Stimmen der Fraktionen von CDU, SPD, Bündnis 90/Die Grünen und FDP das Gesetz zur Förderung der gesellschaftlichen Teilhabe und Integration in Nordrhein-Westfalen beschlossen. Damit wurde auch der Grundstein für die Einrichtung der Kommunalen Integrationszentren gelegt. Heute verfügen alle 54 Kreise und kreisfreien Städte in NRW über ein Kommunales Integrationszentrum. 2016 wurden insgesamt rund 39,4 Millionen Euro für die Arbeit der Einrichtungen zur Verfügung gestellt. Davon kamen 19,6 Millionen Euro aus den kommunalen Haushalten, 14,5 Millionen Euro waren Landes-mittel und fast 5,3 Millionen Euro waren Stiftungs- und Drittmittel.

Gesprächsrunde mit der Staatssekretärin im Lüdenscheider Kreishaus. Foto: Hendrik Klein/Märkischer Kreis
Gesprächsrunde mit der Staatssekretärin im Lüdenscheider Kreishaus. Foto: Hendrik Klein/Märkischer Kreis
Zuletzt aktualisiert am: 17.02.2019