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19.05.2018 50:50-Gruppe auf Exkursion zum Thema Direktvermarktung

Als erstes wurde der Hof von Kathrin und Clemens Gödde in Balve-Benkamp angesteuert. Das Ehepaar Gödde betreibt hier mit der Unterstützung der Eltern einen kleinen Hofladen, der neben den selbstgemachten Fleischwaren (Wurst, Schweinefleisch, Grillfleisch) auch andere regionale Produkte wie Obst und Gemüse, Eier, Backwaren, Käse, Säfte des Naturschutzzentrum des Märkischen Kreises sowie Marmelade, Dips, Weine, Nudeln etc. anbietet. Bei einer intensiven 2 stündigen  Betriebsbesichtigung erfuhren die Schüler/-innen, dass die artgerechte Schweinehaltung noch ausgeweitet werden soll. Spezialisiert hat sich der Hof außerdem auf Gänsemast. Die Gänse werden dazu auf der Wiese im Freien gehalten. Hauptabnahmezeit ist natürlich die Advents- und Weihnachtszeit. Alle Nutztiere werden größtenteils mit auf dem Hof erzeugten Futter ohne Zusatzstoffe versorgt. Neben dem Hofladen installierten die Göddes vor 2 Jahren einen Selbstbedienungsautomaten mit Fleisch (Grillfleisch, Würtschen), Eiern, Wurst und Käse. Trotz der relativ hohen Investition hat sich der Automat schon jetzt gelohnt. Er ist täglich von 6.00 bis 22.00 Uhr zu nutzen.

Anschließend ging die Fahrt mit dem Bus weiter nach Balve-Levringhausen zum Hof Schweitzer.

Milchwirtschaft (140 Kühe) in dem erst seit ein paar Jahren neu erbauten Stall ist die Erwerbsgrundlage für den Junglandwirt, während die Eltern schon seit Jahren auf Direktvermarktung von Wurst und Fleisch setzen. So ist ihre Spezialität regionales Ochsenfleisch, was in ganz Deutschland mittlerweile angefragt wird. Das Konzept setzt hier auf Vorbestellung. Die Schweitzers schlachten dienstags und mittwochs. Die Kunden holen dann donnerstags ihre vorbestellten Waren ab. Die 2-jährige Freilandhaltung bei den Ochsen ermöglicht ein langsames Wachstum, was zur Qualität des Fleisches beiträgt und es schön feinfaserig und zart werden lässt. Die Zucht kommt aus dem eigenen Betrieb. Daneben wird aber auch eigenes Schweinefleisch, insbesondere zur Grillsaison, verarbeitet.

Beide Betriebe lassen ihre Tiere in einer regionalen Metzgerei schlachten, so dass es weniger Stress für die Tiere durch kurze Transportwege bedeutet.

Der Vorteil für den Verbraucher ist u.a., dass er weiß, woher das Fleisch stammt und sehen kann, dass die Tiere artgerecht gehalten werden sowie gesundes Futter bekommen. Selbst beim Preis waren die Schüler überrascht, dass vor Ort produzierte Ware nicht immer teurer sein muss. Und man war sich einig, lieber bei einigen Produkten doch auch etwas mehr zu bezahlen, wenn die Qualität entsprechend besser ist.

Zum Abschluß wurden die vor Ort eingekauften Bratwürste bei Drees Hütte im Wald verzehrt und alle Teilnehmer waren sich bei der Nachbesprechung einig, dass Direktvermarktung eine sehr sinnvolle Sache im Sinne des Nachhaltigkeits- und Ressourcenschutzes darstellt.