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26.10.2016 PB Gefahren geschickt aus dem Weg gehen mit Krav Maga

„Was mache ich, wenn mich jemand mit einem Messer bedroht?“, fragte eine Schülerin der Unterstufe der Fachschule für Sozialpädagogik in die Runde.

Christian Kletzkas Antwort darauf klingt einfach: „Ist er noch ein paar Meter weit von dir entfernt, lauf weg so schnell du kannst. Steht er nah vor dir, entwaffne ihn!“ - Wie das funktioniert, zeigte der 35jährige den etwa 20 angehenden Erzieherinnen im Rahmen eines schulischen Projektes in der Sporthalle des GBBK unter der Leitung der Fachlehrerinnen Kornelia Daniel und Cristin Schmelcher. Doch zunächst gab Kletzka einige Hintergrundinformationen zu seinem Anliegen und zum System Krav Maga: „Selbstverteidigung scheint im zivilen Alltag immer wichtiger zu werden“, berichtete der gelernte CNC-Dreher den überwiegend weiblichen Schülern. „Deshalb habe ich mich entschlossen, diese Disziplin auch in meiner Heimatstadt Plettenberg anzubieten.“

Für ihn spiele zudem besonders der sportliche Aspekt eine Rolle. Krav Maga verstehe sich zwar nicht als Kampfsportart, sondern eher als Verteidigungssystem, aber der Fitnesscharakter sei nicht zu unterschätzen. „Der beste Kampf ist der, den du nie gekämpft hast!“ zitierte Kletzka den Schauspieler Bruce Lee und erklärte zugleich seinen Teilnehmern, dass in Krav Maga verschiedene Kampfsportarten kombiniert seien und sich das Training immer weiter entwickele, da es immer wieder neue Techniken gebe.

Weiter führte er aus, dass Krav Maga übersetzt Kontaktkampf bedeute und von Michael Rüppel hier in Deutschland weiter entwickelt wurde. Der ehemalige Bodyguard einiger berühmter Persönlichkeiten entwickelte eine eigene Variante, da ihm das ursprüngliche System zu sportlich erschien und nicht effektiv genug für Situationen auf der Straße ausgerichtet war. So wird nun bei dieser Sportart besonders das richtige Reagieren unter Stress trainiert.

Die defensive Selbstverteidigung stammt ursprünglich vom israelischen Militär ab. Bestandteile sind Boxen, Ringen, Judo, Ju-Jitsu gepaart mit realistischem Kampftraining. Das moderne Verteidigungssystem nutzt bevorzugt Schlag- und Tritttechniken, beinhaltet aber auch Grifftechniken, Hebel und Bodenkampf.

Die Ursprünge gehen auf den Boxer und Ringer Imrich Lichtenfeld zurück, der in den 30er Jahren erstmals seine Kampfmethode lehrte, um Juden vor antisemitischen Übergriffen zu schützen.

Nach diesen theoretischen Einführungen zeigte der Fitness- und Ernährungstrainer, dass hinter seinen Ausführungen keine leeren Worte stehen. Schnell kamen die Schüler schon beim Aufwärmen richtig ins Schwitzen. Im Anschluss führte Kletzka sehr detailliert und intensiv die Möglichkeiten vor, wie man sich im Gefahrenfalle schützen kann. Sehr zufrieden – wenngleich außer Atem – äußerte sich eine Schülerin am Ende des mehrstündigen Trainings: „Das Training war wirklich informativ und nah an der Realität – so fühlt man doch, dass man nicht hilflos sein muss!“