Kontakt | Impressum | Lageplan Lüdenscheid | Lageplan Plettenberg

Erste Erfahrungen mit den Integrationsförderklassen

Sieglinde Drees zeigt sich durchaus sehr zufrieden: „Nach den ersten zwei Wochen sind eindeutig Erfolge feststellbar!“ Die Klassenlehrerin der internationalen Förderklasse am heimischen Gertrud-Bäumer-Berufskolleg blickt vor dem Hintergrund der Komplexität der Herausforderung ein wenig stolz auf die ersten gemeinsamen „Gehversuche“ mit den 10 Schülern zurück.

„Das war und ist für alle Beteiligten eine große Herausforderung, aber wir sind auf einem guten Weg!“ Kurz vor den Osterferien trat der Märkische Kreis u.a. an das GBBK heran, um für die unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge zwischen 16 und 18 Jahren eine schulische Integration auf den Weg zu bringen.

„Wir haben hier schnellstmöglichst gehandelt und kurzfristig Lehrkräfte zur Verfügung gestellt und Konzepte für einen möglichst sinnvollen Start erarbeitet!“ macht Schulleiterin Ursula Wortmann-Mielke deutlich. Es sei eine Selbstverständlichkeit gewesen, dass man in dieser Lage als Schule gesellschaftliche Verantwortung übernehme, um für die jungen Flüchtlinge Zukunftsperspektiven zu schaffen, aber auch, um deren möglichst reibungslose Aufnahme in die Gesellschaft zu ermöglichen.

Dass dies ein durchaus komplexer Vorgang ist, zeigt Klassenlehrerin Drees auf: „Die Vorbedingungen der Schüler sind völlig unterschiedlich. Einige Schüler waren bislang nur drei Jahre auf einer Schule – andere neun. Das ist quasi die Spannbreite von der Grundschule bis zur Sekundarstufe II.!“ Dementsprechend sei die Alphabetisierung höchst unterschiedlich – zumal die Umstellung von links nach rechts zu schreiben für ihre Schützlinge schwierig sei. Darüber hinaus seien die Jugendlichen aus fünf verschiedenen Ländern – Syrien, Afghanistan, Pakistan, Iran und Äthiopien.

„Deshalb haben wir entsprechend reagiert und in der Klasse überwiegend `Team-teaching' mit je zwei Lehrkräften eingeführt.“ hebt Schulleiterin Wortmann-Mielke hervor. Damit solle eine gezielte Förderung ermöglicht und die Herausforderung für die einzelnen Kolleginnen und Kollegen erleichtert werden.

Was stand in den ersten zwei Wochen im Mittelpunkt des Unterrichtes? Sieglinde Drees stellt sehr deutlich zwei Aspekte heraus: „Das Erlernen der deutschen Sprache und die Vermittlung unseres Wertesystems!“ Direkt habe man klare Regeln aufgestellt: „Im Mittelpunkt standen 1. gegenseitiger Respekt, 2. das gesellschaftliche Frauenbild in Deutschland, 3. Pünktlichkeit, 4. die Bedeutung des regelmäßigen und pünktlichen Schulbesuches sowie 5. das Mitbringen der erforderlichen Schulmaterialien!“ macht die Klassenlehrerin unmissverständlich klar.

Sehr erfreut zeigten sich Wortmann-Mielke und Drees über die breite Unterstützung durch die Schülerschaft: „Es gab keine Berührungsängste, obwohl unsere Schule ja ganz überwiegend von Schülerinnen besucht wird!“ Vielmehr seien gemeinsame Frühstücke mit verschiedenen Klassen organisiert worden, im Sportunterricht wurde zusammen Volleyball gespielt und auch in den Pausen fänden miteinander Aktivitäten statt.

Dementsprechend zeigt man sich am GBBK zunächst einmal zufrieden, dass der besonderen Herausforderung erfolgreich im ersten Schritt begegnet werden konnte. Im nächsten Schritt müsse man nun die pädagogischen Konzepte verfeinern und weiter das Erlernen der deutschen Sprache voran bringen.