Kontakt | Impressum | Lageplan Lüdenscheid | Lageplan Plettenberg

26.04.2016 Start der Integrationsförderklassen gelungen

Linda Moser zeigt sich durchaus sehr zufrieden: „Nach den ersten vier Wochen sind Erfolge feststellbar!“

Die Klassenlehrerin der internationalen Förderklasse am heimischen Gertrud-Bäumer-Berufskolleg blickt vor dem Hintergrund der Komplexität der Herausforderung ein wenig stolz auf die ersten gemeinsamen „Gehversuche“ mit den 9 Schülern und drei Schülerinnen zurück. Sie macht dies auch an einer kleinen Anekdote deutlich: „Ich habe den Schulgong in einer Stunde gar nicht gehört - die Schüler blieben aber trotzdem motiviert sitzen und der Unterricht lief normal weiter!“ Das zeige, dass es eine gute Bereitschaft gebe, sich einzubringen.

Natürlich sei die Situation für alle Beteiligten eine große Herausforderung, aber Moser gibt sich optimistisch: „Wir sind auf einem guten Weg und die gemeinsame Arbeit war von Anfang an von gegenseitigem Respekt geprägt!“

Kurz vor den Osterferien trat der Märkische Kreis u.a. an das GBBK heran, um für die unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge zwischen 16 und 18 Jahren eine schulische Integration auf den Weg zu bringen. „Wir haben hier schnellstmöglichst gehandelt und kurzfristig Lehrkräfte zur Verfügung gestellt und Konzepte für einen möglichst sinnvollen Start erarbeitet!“ macht Schulleiterin Ursula Wortmann-Mielke deutlich. Es sei eine Selbstverständlichkeit gewesen, dass man in dieser Lage als Schule gesellschaftliche Verantwortung übernehme, um für die jungen Flüchtlinge Zukunftsperspektiven zu schaffen, aber auch, um deren möglichst reibungslose Aufnahme in die Gesellschaft zu ermöglichen.

Dass dies ein durchaus komplexer Vorgang ist, zeigt Fachbereichsleiter Ulrich Neuhaus auf: „Die Vorbedingungen der Schüler sind völlig unterschiedlich. Einige Schüler waren bislang kaum auf einer Schule – andere neun Jahre. Das ist quasi die Spannbreite von der Grundschule bis zur Sekundarstufe II.!“ Dementsprechend sei die Alphabetisierung höchst unterschiedlich – zumal die Umstellung von links nach rechts zu schreiben für ihre Schützlinge schwierig sei. Darüber hinaus seien die Jugendlichen aus verschiedenen Ländern z.B. Syrien, Afghanistan, Pakistan und Iran.

„Deshalb haben wir entsprechend reagiert und in der Klasse überwiegend `Team-teaching' mit je zwei Lehrkräften eingeführt.“ hebt Schulleiterin Wortmann-Mielke hervor. Damit solle eine gezielte Förderung ermöglicht und die Herausforderung für die einzelnen Kolleginnen und Kollegen erleichtert werden.

Was stand in den ersten Wochen im Mittelpunkt des Unterrichtes? Linda Moser stellt sehr deutlich zwei Aspekte heraus: „Das Erlernen der deutschen Sprache und erste Schritte bei der Vermittlung unseres Wertesystems!“ Direkt habe man klare Regeln aufgestellt: „Im Mittelpunkt standen 1. gegenseitiger Respekt, 2. das gesellschaftliche Frauenbild in Deutschland, 3. Pünktlichkeit, 4. die Bedeutung des regelmäßigen und pünktlichen Schulbesuches sowie 5. das Mitbringen der erforderlichen Schulmaterialien!“ macht die Klassenlehrerin unmissverständlich klar.

Sehr erfreut zeigt sich Moser über die breite Unterstützung durch die Schülerschaft: „Es gab keine Berührungsängste, obwohl unsere Schule ja ganz überwiegend von Schülerinnen besucht wird!“ Vielmehr seien gemeinsame Aktionen mit verschiedenen Klassen organisiert worden, etwa mit der Stufe 12 der Abiklassen habe man ein gemeinsames Kunst - und Literaturprojekt gestartet.

Fachbereichsleiter Neuhaus betont, dass diesbezüglich weitere Schritte geplant seien: „Wir möchten im nächsten Schritt Hospitationen in anderen Klassen in Angriff nehmen, um die Neuankömmlinge auch in Kontakt zu anderen Klassen und Schülern zu bringen!“ Am GBBK ist man aber zunächst einmal zufrieden, dass der besonderen Herausforderung erfolgreich im ersten Moment begegnet werden konnte. Im nächsten Schritt müsse man nun die pädagogischen Konzepte verfeinern und weiter das Erlernen der deutschen Sprache voran bringen.