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Gertrud-Bäumer Schülerinnen und -schüler besuchen Gedenkstätte in Hadamar

Am 27. Januar jährt sich die Befreiung von Auschwitz durch die Rote Armee zum 71. Mal und im Bundestag wird wie jedes Jahr eine Gedenkveranstaltung für die zahllosen Opfer des nationalsozialistischen Terrors abgehalten, um die Erinnerung an diese unfassbaren Verbrechen gegen die Menschlichkeit „wach zuhalten“. „Dieses Gedenken verpflichtet uns alle!“ betonte Lutz Schäfer, der die Fahrt als Fachlehrer für Geschichte und Politik organisiert hat. „Für die Demokratie lohnt es sich einzusetzen, denn was andernfalls Schreckliches passieren kann, wird beim Besuch der Gedenkstätte sehr deutlich!“ Und dass man zur Besichtigung des Terrors nicht ins „ferne“ Polen muss, wird nach 1,5 Stunden Busfahrt allen klar. Landschaftlich schön gelegen zwischen Lahntal und Westerwald ist die historische Fürstenstadt Hadamar zunächst ein Kleinod. Aber wie auch viele andere Regionen in Deutschland, hat auch diese hessische Kleinstadt ein dunkles Kapitel in ihrer Geschichte. Etwa 15.000 Menschen mit Behinderungen und psychischen Erkrankungen wurden hier während der nationalsozialistischen Herrschaft zwischen 1941 und 1945 unter Berufung auf die Lehre von der Rassenhygiene vergast und in Verbrennungsöfen verbrannt. Graue Busse holten die Patientinnen und Patienten aus den "Zwischenanstalten" (Andernach, Eichberg, Galkhausen, Herborn, Idstein, Scheuern, Weilmünster, Weinsberg und Wiesloch) ab, in denen sie zunächst für einige Wochen untergebracht waren. Nach der Ankunft in Hadamar mussten die Patientinnen und Patienten in der verschlossenen Busgarage aussteigen und wurden in das Hauptgebäude geführt. Dort hatten sie sich zu entkleiden und dem Arzt vorzustellen. Dieser bestimmte anhand der mitgeschickten Patientenakte eine angeblich natürliche Todesursache für die später auszustellende Sterbeurkunde. Anschließend wurden die Patientinnen und Patienten von Schwestern und Pflegern in die im Keller gelegene Gaskammer geführt. Ihre Leichen beseitigten die "Brenner" in den beiden Krematoriumsöfen. Die Angehörigen erhielten einen so genannten Trostbrief, der sie über das plötzliche Ableben informierte. Der angeblich krankheitsbedingte Tod wurde als Erlösung dargestellt. Die auf Wunsch zugesandte Urne enthielt – entgegen der Ankündigung - nicht die Asche der oder des Ermordeten. Vom Personal in Hadamar waren an den Morden in den Jahren von 1941 bis 1945 aktiv beteiligt: fünf Ärzte, ein Verwaltungsleiter und weibliche sowie männliche Pflegekräfte. Sie mussten sich in zwei Nachkriegsprozessen für die von ihnen begangenen Verbrechen verantworten. Die Opfer wurden nach dem Krieg nicht als Verfolgte des NS-Regimes anerkannt und erhielten folglich keine Wiedergutmachung. Für die Schülerinnen und Schüler der Plettenberger Fachoberschule im Fachbereich Soziales waren die vielen Geschichten um die menschlichen Schicksale ergreifend und hinterließen tiefe Nachdenklichkeit. Die Tatsache, dass gerade auch Menschen, um die sich heute in Pflegeheimen gekümmert wird, ermordet wurden, machte vielen Schülerinnen und Schülern zu schaffen. Eine Schülerin fasste die Gefühlslage vieler zusammen, als sie sich einen Spruch an der Gedenkstätte in Hadamar zu eigen machte: „Mensch achte den Menschen!“
Die FO Soziales mit Herrn Schäfer vor der Gedenkstätte