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Fachschule für Sozialwesen besucht das Kinderhospiz

Im Rahmen der Unterrichtsreihe zum Thema Tod und Trauer beschäftigten sich die Schüler der Fachschule für Sozialpädagogik des Gertrud-Bäumer-Berufskollegs in Lüdenscheid auch mit dem Thema, wie man Menschen auf ihrem letzten Weg begleiten könnte. Kontrovers wurde das Thema diskutiert zwischen Sterbebegleitung und Sterbehilfe.

Die Religionslehrer der beiden Klassen Anne Wähaus und Jaroslaw Klimczuk organisierten in diesem Zusammenhang eine Fahrt zum Kinderhospiz nach Olpe, um sich die Arbeit und Konzeption einer solchen Einrichtung vor Ort einmal anzuschauen und vorstellen zu lassen. „Uns war es wichtig, dieses schwierige und emotionale Thema im Kontext eines ‚professionellen‘ Umganges zu betrachten.“ machte der katholische Religionslehrer Jaroslaw Klimczuk deutlich. „Einige Schüler hatten durchaus Bedenken und auch Ängste, weil eine Konfrontation mit dem Tod in der Hospizarbeit unvermeidlich ist!“ In der Tat hatte auch noch kein Schüler der beteiligten Klassen bislang ein Hospiz besucht und gerade die Olper Einrichtung als Kinderhospiz war für die angehenden Erzieher diesbezüglich eine Herausforderung – ist doch die eigentliche zukünftige Arbeit darauf ausgerichtet, jungen Menschen einen Startpunkt ins Leben zu geben.

„Uns ist diese Widersprüchlichkeit natürlich klar gewesen, aber Leben und Tod sind die beiden Seiten einer Medaille und gehören zusammen. Allzu leicht verdrängen wir den Tod aus unserem alltäglichen Leben und betrachten ihn als einen Fremdkörper – als etwas Unnatürliches!“ erläuterte Klimczuk den Ansatz aus Sicht der Religionslehrer. Sehr positiv überrascht waren die Schüler dann aber über die Atmosphäre und die Arbeit im Olper Hospiz. Mitarbeiter der Einrichtung stellten ihre Arbeit und die Konzeption des Hauses vor. Sie berichteten aus ihren alltäglichen Erfahrungen und hielten einen Vortrag zum Thema Trauerarbeit. Es wurde deutlich, dass die Gäste in ihrer Einrichtung wirklich im wahrsten Sinne des Wortes Gäste sind und die Menschlichkeit auf dem letzten Weg einen ganz wesentlichen Stellenwert einnimmt.

Anders als z.B. in Krankenhäusern, die von ihren Personalkapazitäten eine solche Begleitung nur sehr eingeschränkt leisten können, sind die Mitarbeiter im Hospiz neben ihren Tätigkeiten im pflegerischen Bereich auch in der Lage, eine intensive Begleitung der Menschen zu leisten. „Dies ist eine segensreiche Arbeit!“ betonten die Religionslehrer Wähaus und Klimczuk. Auch die Schüler waren sehr beeindruckt von der Arbeit, die im Kinderhospiz geleistet wird. Bereits im Hospiz konnten sie ihre gesammelten Eindrücke bei einer Tasse Kaffee äußern und diskutieren. „Die Leistung der Mitarbeiter hier verdient Respekt und Anerkennung!“ sagte eine Schülerin. Eine andere ergänzte: „Es ist unglaublich, mit wieviel Einfühlungsvermögen und Einsatz hier für die jungen Menschen gearbeitet wird!“ Die im Vorfeld geäußerten Bedenken waren am Ende des Besuchs bei allen ausgeräumt, denn die Wichtigkeit und Intensivität der Arbeit fand Bewunderung bei den angehenden Erziehern. (KM)