Kreisarchiv

Das Kreisarchiv und die Landeskundliche Bibliothek in neuen Räumen

Das Kreisarchiv und die Landeskundliche Bibliothek sind in das neue Gebäude an der Bismarckstraße 21 in Altena eingezogen. In dem Neubau werden Dokumente vom 14. bis 20. Jahrhundert mit Einsatz modernster Technik gelagert. Dazu gehören auch zwei Klimakammern. Beim Tag der offenen Tür am 21. August können Interessierte das neue Gebäude besichtigen.

Die Regale sind eingeräumt, die Büros bezogen und die Archivräume bestückt. Damit ist der Umzug des Kreisarchivs des Märkischen Kreises beendet. Seit dem 4. Juli sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter um Kreisarchivarin Dr. Christiane Todrowski in dem neuen Standort an der Bismarckstraße 21 in Altena untergebracht. „Mit dem Gebäude ist für uns ein Traum wahr geworden. Von der technischen Ausstattung bis zu den notwendigen, modernen Räumen, die wir für unsere Arbeit benötigen, sind wir rundum zufrieden“ berichtet Dr. Christiane Todrowski.

Der Neubau mit fünf Geschossen hat die neueste Technik zum Verwahren von Dokumenten. Herzkammer des Kreisarchivs sind die unteren drei Etagen. „Hier befinden sich in den Magazinen zwei separate Klimakammern. Das ist eine Besonderheit des Neubaus. In der ersten Klimakammer lagern unsere ältesten Bücher mit Leder- oder Pergamenteinbänden - konstant gekühlt bei 16 Grad“, erzählt Dr. Christiane Todrowski. Damit können die Schätze aus den vergangenen Jahrhunderten - wie die Bugenhagen-Bibel von 1533 - fachgerecht gelagert werden.

Neuste Technik durch Klimakammern

Noch kälter benötigen es Filmrollen, Negative und Glasplatten. „Hierfür haben wir eine zweite Klimakammer. Bei einer Temperatur um die null Grad und trockener Luft schaffen wir perfekte Lagerbedingungen“, sagt Dr. Christiane Todrowski. Neben Filmrollen brauchen auch großformatige Glasplatten - eine Fotografietechnik aus dem 19. Jahrhundert, bei der die Aufnahmen auf Fotoplatten gebannt wurden - trockene Kälte. Insgesamt umfasst der Fotobestand des Kreisarchivs etwa 150.000 Stück.

Technisch ausgestattet sind alle Archivräume in den unteren Geschossen mit beweglichen Regalen auf Schienen. „Das funktioniert durch handbetriebene Kurbeln. Der Vorteil ist: Rollregale sparen Platz und erhöhen erheblich die Lagerkapazitäten“ fasst Dr. Christiane Todrowski zusammen.

Neben Akten der Kreisverwaltung sind hier auch Post- und Ansichtskarten, Pläne und Zeichnungen sowie Urkunden und Plakate untergebracht. Dazu gehört auch eine der größten Sammlungen von Schulwandkarten, Lehrmaterialien und Schulbüchern in NRW. Wie Schulkindern im Fach Biologie zum Beispiel der Kartoffelkäfer als Schädling oder das Verpuppen des Schmetterlings vermittelt wurden, zeigen Lehrschaukästen mit getrockneten Originalpräparaten. Im Unterschied hierzu ist die Partnerschaftsurkunde mit dem Landkreis Elbe-Elster aus dem Jahr 1996 geradezu „modern“. Für Todrowski sind dies nur Beispiele, „wie viele und welche unterschiedlichen historischen Schätze aus der Geschichte des Märkischen Kreises und der ehemaligen Grafschaft Mark in dem Neubau Platz finden“.

Kreisarchiv

Das Kreisarchiv des Märkischen Kreises - eines der größten und ältesten Kommunalarchive Westfalens – verwahrt, dokumentiert und betreut das Behördenschriftgut des Märkischen Kreises und der ehemaligen Grafschaft Mark. Das „Gedächtnis" des Märkischen Kreises dient der kommunalen Rechtsicherheit, ist aber auch - beispielsweise bei Besitz- oder Rentenansprüchen - für jeden Bürger von allergrößter Bedeutung. Deshalb kann das Archivmaterial - Urkunden, Akten, Karten, Fotos, Postkarten und Zeitungen - bis auf wenige Ausnahmen eingesehen und ausgewertet werden.

Mehr als nur Verwaltungsakten: Das exquisite nicht-amtliche Schriftgut. 

Von besonderer Bedeutung für die Wirtschafts- und Sozialgeschichte der Region ist das private Schriftgut sowie zahlreiche Sammlungen vom 14. bis 20. Jahrhundert. Zu den Glanzlichtern des Archivs zählen 11 Adels- und Gutsarchive, deren Überlieferung zum Teil bis in die zweite Hälfte des 14. Jahrhunderts zurückreicht. Darüber hinaus verwahrt das Kreisarchiv einen namhaften Fundus von 30 bäuerlichen Familien- und Hofesarchiven. Hier geht die Überlieferung teilweise bis in die Zeit Martin Luthers zurück. 

Einen weiteren Schwerpunkt bilden etwa 60 Nachlässe von Wissenschaftlern, Politikern, Verwaltungsbeamten, Fabrikanten, Pädagogen sowie Familienforschern und Genealogen, aber auch von Handwerkern und Arbeitern. Die für die Region typische und seit dem Mittelalter berühmte Eisen und Draht produzierende Industrie ist im Archiv des Märkischen Kreises mit etwa 20 Firmenarchiven vertreten. Prachtvoll illustrierte Musterbücher aus dem frühen 19. Jahrhundert spiegeln die Bandbreite der Produktpalette wider, mit der die märkische Industrie zu Weltruhm gelangte. Die Sammlung zeitgenössicher Briefköpfe mit ihren Darstellungen von rauchenden Schloten spiegelt eindrücklich das zeitgenössische Verständnis von „Industriösität“ wider, während Stammbücher mit handgemalten Reisebildern und Souvenirs belegen, dass die fleißigen Märker auf Reisen durchaus die Früchte ihres Tuns zu genießen wussten. 

Die umfangreichen Sammlungsbestände des Kreisarchivs umfassen Karten und Pläne seit dem 16. Jahrhundert, Flugblätter und Plakate aus dem Zweiten Weltkrieg und den Anfangsjahren der Bundesrepublik Deutschland, Kinoprogramme aus den 1950er Jahren, Gruß- und Ansichtskarten seit der Jahrhundertwende 1900, etwa 20.000 Fotos sowie Wochen- und Tageszeitungen von 1770 bis heute. Mit rund 1500 Schulwandkarten aus der Kaiserzeit bis in die 1970er Jahre und Hunderten von Schulbüchern (1914-1960) verfügt das Kreisarchiv darüber hinaus über eine der größten Sammlungen historischer Lehrmaterialien in Nordrhein-Westfalen!

Besonders für Familienforscher ist das Kreisarchiv eine ergiebige Fundgrube. Auswanderungslisten und Aufgebotsbescheinigungen, Steuerlisten, Impfbescheinigungen und Gebäudebücher sind - neben vielen anderen Dokumenten - oft die einzigen Spuren bei der Suche nach der eigenen Geschichte!

Hinweis:

Wenn ein persönlicher Besuch im Kreisarchiv beabsichtigt ist, bitte unbedingt vorher einen Termin telefonisch oder per E-Mail vereinbaren.

Kontakt

Frau Dr. Todrowski
02352 / 966-7055
02352 966887055
c.todrowski@maerkischer-kreis.de

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Zuletzt aktualisiert am: 11.08.2022