Inhalt von A - Z

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

Solardachkataster

Kreishaus Lüdenscheid

Die Sonnenenergie bietet ein nahezu unerschöpfliches Potential für die Erzeugung von Strom und Wärme. Aber welches Haus eignet sich für eine Photovoltaikanlage zur Stromerzeugung oder für eine solarthermische Anlage zur Erwärmung von Wasser?
Diese Fragen lassen sich mit Hilfe des Solardachkatasters des Märkischen Kreises schnell und bequem beantworten. In einer gebäudescharfen Kartendarstellung weist eine farbliche Markierung darauf hin, ob und in welchem Umfang ein Dach für eine Energiegewinnung durch die Sonne geeignet ist. Schrittweise lassen sich darüber hinaus weitere Informationen zum Beispiel zur installierbaren Leistung und zum Ertrag einer Photovoltaikanlage abrufen.

Hinweis: Für die Städte Hemer und Iserlohn sind im Solardachkataster des Märkischen Kreis keine Informationen abgebildet. Informationen können Sie über die von der Stadt Iserlohn bzw. Stadt Hemer erstellten Solarkataster erhalten.

Berechnungsgrundlagen für die Eignung einer Dachfläche

Die Eignung einer Dachfläche für die Nutzung der Solarenergie ist abhängig von vier Faktoren:

  • die Größe der Dachfläche
  • die Ausrichtung und Neigung
  • die Verschattung durch umliegende Bauwerke und Vegetation 
  • die mittlere solare Einstrahlung auf der jeweiligen Dachfläche

mehr Informationen

Größe der Dachfläche

Um eine Solaranlage wirtschaftlich betreiben zu können, sollte die Modulfläche auf einer zusammenhängenden Dachfläche installiert werden. In dieser Potentialanalyse werden bei der Photovoltaiknutzung 22m² (Kristalline Module) bzw. 37m² (Dünnschichtmodule) und bei der Solarthermienutzung 6m² als Mindestflächengrößen verwendet. Unter besonderen Voraussetzungen und technischen Merkmalen kann im Einzelfall auch die Nutzung einer kleineren Fläche möglich sein. Hierzu bedarf es einer individuellen Prüfung vor Ort.
Auf Flachdächer können Module durch Aufständerung und Südausrichtung optimal installiert werden. Hierbei ist jedoch berücksichtigt werden, dass zur Vermeidung der gegenseitigen Verschattung der Module ein größerer Abstand zwischen den Modulen eingehalten werden muss. Die Angaben innerhalb des Solardachkatasters bei Flachdächern beziehen sich auf die horizontale Fläche, also liegende Module.

Ausrichtung und Neigung

Den höchsten Wirkungsgrad hat ein Solarmodul bei einer genauen Südausrichtung und einer Neigung von 30 bis 40 Grad. Ist ein Modul nach Osten oder Westen ausgerichtet, kann trotzdem noch eine Leistung von 80 Prozent erreicht werden. Die Ausrichtung und Neigung innerhalb der Analyse ergeben sich aus den Laserscandaten zum Zeitpunkt der Messung.

Verschattung

Innerhalb der durchgeführten Einstrahlungsberechnung wurde die Verschattung auf Basis des Erstellten digitalen Oberflächenmodells (DOM) berücksichtigt. Hierin sind sämtliche Objekte (umliegende Gebäude und Bäume) zum Zeitpunkt der Laserscanmessung enthalten.

Solare Einstrahlung

Die natürliche Strahlung der Sonne setzt sich aus der direkten und diffusen Strahlung zusammen. Zusammen bilden sie die sogenannte Globalstrahlung. Die langjährige (1981-2010) mittlere Globalstrahlung auf eine horizontale Fläche beträgt im Märkischen Kreis 970-985 kWh/m². Der diffuse Anteil liegt bei rund 58%. (Quelle: Deutscher Wetterdienst) Aufgrund des Wetters, sowie langjähriger Schwankungen, kann der Globalstrahlungswert um bis zu +/- 15% variieren. Die durchgeführte Einstrahlungsberechnung wurde auf den Globalstrahlungswert des langjährigen Mittels kalibriert.

--------------------------------------------

Photovoltaikpotential

Die Dachflächen wurden entsprechend der berechneten Einstrahlung in drei Klassen eingestuft:

Sehr gut geeignet          ≥ 985 kWh/m²
Gut geeignet                 ≥ 880 < 985 kWh/m²
Vor Ort prüfen               < 880 kWh/m²

Im Einzelfall kann auch eine Fläche mit einer geringeren Einstrahlung unter Verwendung spezieller Module für eine solare Nutzung geeignet sein. Hierzu bedarf es einer individuellen Prüfung vor Ort.

Je nach Anlage und Solarmodultyps werden unterschiedlich große Flächen für 1 Kilowattpeak (kWp) Nennleistung einer Photovoltaikanlage benötigt. Für die beispielhafte Berechnung des Photovoltaikpotentials wurde mit folgenden Parametern gearbeitet:

Kristalline Module         Wirkungsgrad: 15%      benötigte Fläche: 6,70 m²/kWp

Dünnschichtmodule       Wirkungsgrad: 9 %       benötigte Fläche: 11,00 m²/kWp

Performance Ratio: 0,85

Die in der Solarpotentialanalyse verwendeten Parameter sind beispielhaft. Zusätzliche Faktoren wie die Anordnung der Wechselrichter, andere Modultypen und Leitungsverluste können nicht berücksichtigt werden und führen zu abweichenden Ertragsergebnissen.

--------------------------------------------

Solarthermiepotential

Aufgrund des niedrigeren Flächenbedarfs sind hier wesentlich mehr Dachflächen geeignet. Die Dachflächen wurden in zwei Eignungsklassen unterteilt:

Gut geeignet               ≥ 880 kWh/m²

Vor Ort prüfen             < 880 kWh/m²

Im Einzelfall kann auch eine Fläche mit einer geringeren Einstrahlung unter Verwendung spezieller Module für eine solare Nutzung geeignet sein. Hierzu bedarf es einer individuellen Prüfung vor Ort.

Je nach Anlagenart und Modultyp können unterschiedliche Erträge erzielt werden. Da die Größe und Leistung einer solarthermischen Anlage sehr bedarfsabhängig ist, erfolgte die beispielhafte Berechnung des Solarthermiepotentials mit folgenden Parametern:

Wirkungsgrad: 50%      Mindestflächengröße: 6 m²

Die in der Solarpotentialanalyse verwendeten Parameter sind beispielhaft. Zusätzliche Faktoren wie andere Modultypen und Leitungs- oder Temperaturverluste können nicht berücksichtigt werden und führen zu abweichenden Ertragsergebnissen.

------------------------------------------

Mögliche CO2-Einsparung

Laut Berechnung des Umweltbundesamtes hat 2011 die Produktion einer Kilowattstunde Strom aus dem bundesdeutschen Strommix durchschnittlich eine Masse von 566 Gramm CO² freigesetzt. Dieser Wert von 0,566 kg CO² wurde bei der Berechnung zur CO²-Einsparung verwendet.

Allgemeine Hinweise für die Nutzung des Solardachkatasters

mehr Informationen

Die wesentliche Grundlage für die Solarpotentialanalyse sind hochauflösende Laserscandaten, die durch Laserscan-Befliegungen in den Jahren 2008 und 2011 ermittelt wurden. Bei diesen Daten handelt es sich um dreidimensionale und unregelmäßig verteilte Messpunkte. Durch Interpolation wurde aus diesen Daten ein sogenanntes „Digitales Oberflächen Modell" (DOM) mit einer Rastergröße von 50 cm x 50 cm gerechnet. Da die Messpunkte nicht regelmäßig verteilt sind (Abstand von 0,5 bis 1,5 m) und es sich bei der Berechnung des solaren Potentials um ein automatisiertes Auswerteverfahren handelt, kann es vorkommen, dass einzelne Dachelemente, Dacherker und Kamine nicht oder nur unzureichend erkannt und entsprechend ungenau ausgewertet wurden. Einzelne Fehldarstellungen können auftreten.

Die auszuwertenden Dachflächen sind mit Hilfe der Gebäudegrundrisse aus dem Liegenschaftskataster ermittelt worden. Katastertechnisch nicht eingemessene Dachflächen, Dachüberstände und Dachfenster konnten bei der Auswertung nicht berücksichtigt werden.  Eine teilweise versetzte Lage der ausgewerteten Gebäude zum darunter liegenden Luftbild erklärt sich durch die Höhe der Gebäude und der nicht immer exakten Senkrechtaufnahme der Luftbilder. Gebäude, die nur wenige Messpunkte aufweisen oder die zum Zeitpunkt der Laserscan-Befliegung nicht eingemessen waren, werden als „nicht auswertbar" dargestellt.

Haftungsausschluss

Aufgrund der Berechungsgrundlagen, der statischen Eignungsprüfung von Dachflächen, Belangen des Denkmalschutzes, des Baurechts und aufgrund zwischenzeitlicher Bauwerks- oder Vegetationsveränderungen kann diese Solarpotentialanalyse nur einer ersten groben Abschätzung dienen. Die Ergebnisse beruhen auf automatisierten Auswertungen und Modellrechnungen auf Basis der zum Aufnahmezeitpunkt gewonnen Daten.
Für eine genauere Eignungsprüfung und Potentialberechnung ist immer eine Fachberatung durch eine qualifizierte Stelle notwendig!
Aus dieser Solarpotentialanalyse lässt sich kein Rechtsanspruch ableiten, die darin enthaltenen Informationen erfolgen ohne Gewähr.

Sonderfall Denkmalschutz

Soll eine photovoltaische oder solarthermische Anlage auf einem denkmalgeschützten Gebäude errichtet werden, ist die Zustimmung der Unteren Denkmalbehörde erforderlich. Auf denkmalgeschützte Gebäude wird in der Kartendarstellung des Solardachkatasters gesondert hingewiesen.

Datenschutz

Bestehen Bedenken gegen die Veröffentlichung der Daten über das Solarpotential Ihres Grundeigentums, so teilen Sie uns dieses bitte schriftlich unter Angabe der Adresse und der Gebäude-ID (erhalten Sie nach einem Klick auf ihr Gebäude) und den Namen des Eigentümers mit.

Nach einer Überprüfung ihrer Daten werden dann die Informationen über das Solarpotential aus der Internetdarstellung entfernt. Dieses etwas aufwändige Verfahren ist notwendig, um die Ansprüche rechtssicher dokumentieren zu können und Missbrauch zu verhindern.

Kontakt

Herr Markus Welz
02351 / 966-6733
02351 966886733
m.welz@maerkischer-kreis.de

Nachricht an Herr Markus Welz

SG 623 - Führung Liegenschaftskataster - Süd
Kreishaus Lüdenscheid
Heedfelder Str. 45
58509 Lüdenscheid
Raum: 368
Zuletzt aktualisiert am: 10.10.2016