Bildung und Ausbildung

Eine gute Schul- und berufliche Ausbildung ist der sicherste Garant für einen erfolgreichen Start ins Berufsleben. Ein dichtes Netz, bestehend aus Schulen und Weiterbildungseinrichtungen bis hin zur Fachhochschule und einer privaten Universität, schaffen im Märkischen Kreis beste Voraussetzungen dafür, dass die jungen Menschen gut ausgebildet in die Erwerbstätigkeit gehen können.

An den 184 Schulen werden jedes Jahr mehr als 75.000 Jungen und Mädchen unterrichtet. Auf die Region verteilen sich 91 Grundschulen, 27 Hauptschulen, 19 Sonderschulen, 16 Realschulen, 15 Gymnasien, vier Gesamtschulen, zwei freie Waldorfschulen sowie zehn Berufskollegs.

Fachhochschule Südwestfalen

Märkische Fachhochschule
Seit dem 1. Januar 2002 hat die Zentrale der neuen Fachhochschule Süd-westfalen, zuvor Mär-kische Fachhochschule, ihren Sitz in Iserlohn. Weitere Abteilungen der FH befinden sich in Hagen, Meschede und Soest. Die aktuell 4.600 eingeschriebenen Studie-renden werden von 521 Mitarbeiterinnen und Mitar-beiter, davon 156 Profes-sorinnen und Professoren, betreut. An der Hochschule arbeiten 161 wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die Schwerpunkte der Fachhochschule Südwestfalen liegen in den Bereichen Ingenieurwissenschaft, Naturwissenschaft, Informatik, Betriebs- sowie Agrarwirtschaft. Sie versteht sich als Ansprechpartner für Industrie, Landwirtschaft und Handwerk auf vielen Gebieten der neuesten Technologien und Verfahren.
br> In Kooperation mit der Südwestfälischen Industrie- und Handelskammer zu Hagen (SIHK) sowie den drei Arbeitgeberverbänden in Hagen, Iserlohn und Lüdenscheid hat die Fachhochschule ein bundesweit einmaliges Ausbildungsmodell entwickelt: die ausbildungs- und berufsbegleitenden Verbundstudiengänge Maschinenbau (137 Studienanfänger zum Wintersemester 2002) und Mechatronik (34 Studierende). Das Modell sieht eine Kombination von technischer Berufsausbildung und Fachhochschulstudium vor. In der Freizeit wird zu Hause anhand von Lehrbriefen studiert, an jedem zweiten Samstag stehen Präsenzphasen in der Hochschule auf dem Programm. Nach fünf Jahren können sich die Studierenden dann Diplom-Ingenieurin bzw. –ingenieur nennen. Für die Berufstätigen eine harte Zeit. Doch die Nachfrage nach den berufs- und ausbildungsbegleitenden Verbundstudiengängen ist groß.

Mit der Gründung und Anbindung zahlreicher Forschungs- und An-Institute hat die Fachhochschule erfolgreich neue Wege in der Zusammenarbeit mit der heimischen Wirtschaft beschritten. Die Forschungsschwerpunkte liegen dabei in den Bereichen der Fuzzy-Technologien, der Kunststoff-, Umform-, Oberflächen- und Gerontotechnik sowie in der digitalen Bildverarbeitung. Entsprechend dieser Forschungstätigkeiten gehören zur Fachhochschule Südwestfalen folgende An-Institute mit überregionalem und nationalem Ruf: das Kunststoffinstitut für die mittelständische Wirtschaft NRW (KIMW), das Institut für Umformtechnik (IFU), das Institut für Instandhaltung (IFIN) sowie das Soester Institut für Technologie- und Wissenstransfer (TWS).

Die Fachhochschule Südwestfalen kooperiert mit 32 Hochschulen in der ganzen Welt – unter anderem in Belgien, Portugal, Spanien, Russland, Ungarn, Finnland, Frankreich, Italien und Großbritannien. Aber auch zu Partnerhochschulen in China, Indonesien, Südafrika, Südkorea, Thailand und in den USA bestehen beste Kontakte. Gemeinsame Workshops, der Austausch von Studierenden und Praktikanten, gemeinsame Seminare sowie Verbindungen zwischen den Dozenten sind Schwerpunkte der Kooperationen.

Mit zuletzt drei Millionen € hat die Hochschule den Spitzenplatz in NRW bei der finanziellen Förderung von Forschungsprojekten inne. Sie stellt sich der heimischen mittelständischen Wirtschaft auch als Dienstleister zur Verfügung. Beispiele dafür sind die Beratung und Gutachtertätigkeit durch Hochschullehrerinnen und –lehrer, Diplomarbeiten, dieDurchführung von gemeinsamen Forschungs- und Entwicklungsprojekten, Personaltransfer, fachspezifische Weiterbildungsveranstaltungen und Seminare, Nutzung von Laboreinrichtungen der Hochschule sowie des Dienstleistungsangebots der An-Institute. Der Vorteil für die heimischen Unternehmen liegt hier unbestritten in der Nähe zur Fachhochschule.

Business and Information Technology School (BiTS)

Außer der Fachhochschule Südwestfalen hat die BiTS - Business and Information Technology School - ihren Sitz in Iserlohn. Die BiTS ist eine staatlich anerkannte private Fachhochschule. Ihre Absolventen verlassen nach sechs Semestern den Campus als Unternehmer und Führungspersönlichkeit. Hier erhalten sie ihre entscheidende Qualifikation. In allen Bereichen wird unternehmerisch denkender Führungsnachwuchs gesucht, der theoretisch solide ausgebildet ist und bereits während des Studiums praktische Erfahrung im In- und Ausland gesammelt hat. Die Bachelor-Studiengänge Business and Management Studies (B.Sc.), Business Journalism (B.A.), Business Psychology (B.Sc.), Communication & Media Management (B.Sc.) und Sport & Event Management (B.Sc.) prägen das akademische Profil der BiTS.

Die frühzeitige Praxisorientierung wird durch BiTS-typische Projekte gewährleistet: Mit der Gründerwerkstatt "Founders Garage" erhalten die Studenten die Möglichkeit, (auch mit Unterstützung ihrer Professoren) während des Studiums eigene Unternehmen in Anlehnung an ihre Studienschwerpunkte zu gründen. Hinzu kommt ein Mentorenmodell. Mentoren sind Unternehmen, die Praktikumplätze zu Verfügung stellen und geeignete Studierende bei der Finanzierung ihres Studiums unterstützen.

Institut für Recht und Wirtschaft (IRW)

In direkter Nachbarschaft zum BiTS ist das 1972 gegründete Institut für Recht und Wirtschaft (IRW) ansässig. Es war mit seinen Arbeitskreisen „Börsennotierte Unternehmen" und „Zukunftssicherung des Familienunternehmens" für mehr als ein Vierteljahrhundert ein Informationsforum zu aktuellen Themen und Entwicklungen in der Rechts- und Wirtschaftspraxis. Heute ist das Institut in die Gold-Zack AG integriert und hat mit einer deutlichen Konzentration auf die besonderen Belange des Mittelstandes seine Aufgaben beträchtlich erweitert. Esbietet Workshops und Trainings für Führungskräfte sowie spezielle Fachseminare zur Weiterbildung qualifizierter Mitarbeiter an, veranstaltet in Kooperation mit Universitätsinstituten, Verbänden und Unternehmen wissenschaftliche Tagungen auf nationaler wie internationaler Ebene, gibt eigene Publikationen heraus und entwickelt in einem besonderen Servicebereich Forschungs- und Beratungsleistungen für mittelständische Unternehmen.

Berufskollegs des Märkischen Kreises

Berufskolleg Lüdenscheid

Einen herausragenden Beitrag leisten die sechs Berufskollegs in Trägerschaft des Märkischen Kreises bei der Aus- und Fortbildung junger Menschen. Es sind das Eugen-Schmalenbach-Berufskolleg in Halver mit der Dependance in Altena, das Berufskolleg für Technik in Lüdenscheid, das Gertrud-Bäumer-Berufskolleg in Lüdenscheid mit der Nebenstelle in Plettenberg, das Berufskolleg in Iserlohn mit seiner Abteilung Land- und Gartenbau in Iserlohn-Letmathe, das Kaufmännische Berufskolleg in Menden sowie das Hönne-Berufskolleg in Menden. Weit mehr als 14.000 Schülerinnen und Schüler holen sich hier in Teilzeit oder in Vollzeit das schulische Rüstzeug für einen erfolgreichen Start ins Berufsleben. Das Berufskolleg an der Hansaallee in Iserlohn ist mit mehr als 4.000 Schülerinnen und Schülern sowie 200 Lehrerinnen und Lehrern die größte Schule im Regierungsbezirk Arnsberg.

Alle Einrichtungen verfügen über einen hervorragenden Ruf in der heimischen Bildungslandschaft und sind stets bemüht, die Anforderungen der ortsansässigen Wirtschaft durch neue Ausbildungsgänge zu erfüllen. Bei ihren jährlich angebotenen Informationstagen geben sie einen Überblick über ihre Bildungsangebote. Die Berufskollegs arbeiten eng mit dem Arbeitsamt, der Südwestfälischen Industrie- und Handelskammer zu Hagen, der Kreishandwerkerschaft sowie den beiden Arbeitgeberverbänden zusammen.

Theodor-Reuter-Berufskolleg

Eine Besonderheit ist das Theodor-Reuter-Berufskolleg in Iserlohn, das 2002 sein 150-jähriges Jubiläum feiern konnte. Das moderne Kolleg ist in Trägerschaft des Landes Nordrhein-Westfalen. In dreijährigen Bildungsgängen wird den Schülerinnen und Schülern die Fachhochschulreife oder die Fachoberschulreife jeweils verbunden mit der Facharbeiterqualifikation in einem interessanten Beruf der Metall- oder Elektroindustrie in einem Bildungsgang vermittelt. Zielsetzung des Kollegs ist die Vermittlung einer berufs- und allgemeinbildenden Doppelqualifikation und damit Heranbildung eines qualifizierten Nachwuchses für Gewerbe und Industrie. Zusammengesetzt aus dem als Königliche Provinzial-Gewerbeschule gegründeten "Theodor-Reuter-Berufskolleg" und dem aus seinen Vorgängereinrichtungen hervorgegangenen "Berufskolleg für Technik" ist die Fachschule seit ihrer Gründung eine bedeutende Einrichtung für die heimische Wirtschaft.

Förderschulen

Auch den Kindern- und Jugendlichen, die wegen einer Behinderung vom Leben nicht begünstigt wurden, bietet der Kreis auf vielfältige Weise eine schulische Aus- und Fortbildungsmöglichkeit. 19 Förderschulen gibt es, sechs sind in Trägerschaft des Märkischen Kreises: Die Carl-Sonnenschein-Schule in Iserlohn-Sümmern und die Schule an der Höh in Lüdenscheid sind Förderschulen mit dem Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung, die Astrid-Lindgren-Schule in Lüdenscheid und die Regenbogenschule in Menden unterrichten im Förderschwerpunkt Sprache, die Erich Kästner-Schule in Lüdenscheid sowie die Wilhelm Busch-Schule in Hemer sind Förderschulen mit dem Förderschwerpunkt Emotionale und Soziale Entwicklung. Sehr rege und aktiv sind auch die Schülerinnen und Schüler sowie die Lehrerinnen und Lehrer an der Felsenmeerschule, Förderschule für Körperliche und Motorische Entwicklung in Hemer, die in Trägerschaft des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe steht. An allen Förderschulen geht das Engagement der Kinder und Jugendlichen sowie der Pädagogen und Elternschaften weit über das normale Maß hinaus. Beispielhaft seien hier nur der "Grüne Tag" und die "Sunshine-Band" der Carl-Sonnenschein-Schule genannt. Aber auch andernorts gibt es Musikgruppen, Basare und verschiedenste Projekte.

Kunststoff-Institut Lüdenscheid

1987 brachte eine Befragung der kunststoffverarbeitenden Betriebe im Märkischen Kreis durch die Südwestfälische Industrie- und Handelskammer folgendes Ergebnis: 70 Prozent wünschen ein beratendes Institut, 97 Prozent nehmen bereits Lieferanten als Ratgeber in Anspruch. Da jedoch die Lieferanten (Rohstoff-, Maschinenhersteller usw.) nicht alle Bereiche abdecken konnten, sollte ein neutrales Institut mit Sitz in Lüdenscheid gegründet werden. Somit kam es 1988 zur Gründung des Institutes.

Seit 1992 finanziert sich das Kunststoff-Institut Lüdenscheid ausschließlich durch Dienstleistungsaufträge aus der Industrie. Es firmiert als GmbH mit zwei Gesellschaftern. 75 Prozent werden von der Trägergesellschaft mit 130 Mitgliedern getragen und 25 Prozent von der Stadt Lüdenscheid. Das Kunststoff-Institut für die mittelständische Wirtschaft NRW GmbH befasst sich schwerpunktmäßig mit der Steigerung der Qualität und Wirtschaftlichkeit von Spritzgussteilen aus Thermo- und Duroplasten. Neben Firmengemeinschafts- und Entwicklungsprojekten stehen den Unternehmen eine Vielzahl von Dienstleistungsangeboten zur Lösung von firmenspezifischen Aufgabenstellungen zur Verfügung. Durch Weiterbildungs- und Schulungsmaßnahmen wird das praxisnahe Wissen an die Betriebe weiter gegeben. Der Jahresumsatz beziffert sich auf zwei Millionen €. Das Institut ist Bildungszentrum für die Kunststoffindustrie und beschäftigt 21 Ingenieure, Chemiker, Techniker, Auszubildende und Mitarbeiter im Sekretariat.

Institut für Umformtechnik (IFU)

Ein führender Dienstleister in der Umformtechnik mit besonderer Ausrichtung auf kleine und mittelständische Betriebe ist das Institut für Umformtechnik in Lüdenscheid. In Kooperation mit der Fachhochschule Südwestfalen bietet es in den Bereichen Technologie, Organisation, Werkstofftechnik, Weiterbildung, Berufliche Qualifizierung sowie Software an. Schwerpunkte sind Projekte und Beratungen im Bereich Kaltmassivumformung, Blech, Draht, Schrauben, im Werkstofflabor können Werkstoffprüfung, Schadensanalyse, Gutachten und Metallografie vorgenommen werden. Die angebotenen Seminare haben Themen der Umformtechnik, Werkstoffe und Qualitätsmanagement zum Inhalt. Es finden Beratungen, Audits und Inhouse-Schulungen zu DIN EN ISO 9001:2000, VDA 6.1, QS 9000, ISO TS 16949 statt. Beim IFU ist das Ausbildungszentrum der Westfälischen Schraubenindustrie angesiedelt.