ChancedurchWandel

Alle Facetten des demographischen Wandels beim Aktionstag des Märkischen Kreises

„Informativ und unterhaltsam"  - die Besucher des Aktivtages „Chancen durch Wandel" kamen im Lüdenscheider Kreishaus voll auf ihre Kosten. „Ich fand es besonders gut, dass hier einmal alle Facetten des demographischen Wandels beleuchtet wurden", äußerte sich ein Besucher zufrieden. Als  Publikumsmagnet erwies sich Alterskarikaturist Dietmar Krüger. Viele wollten einfach wissen, wie sie mit 75 einmal aussehen werden. Um das Lebensgefühl 70 plus ging es auch bei der Firma Meyer-Henschel. Interessanterweise schlüpften vorzugsweise Menschen ab 50 in den blauen Anzug, der das Alter fühlbar echt simulierte. Mit schweren Gliedern fiel das Treppensteigen erheblich schwerer. Eine Bonbonpackung zu knacken, war mit den dicken Handschuhen kaum noch möglich zumal die alterbedingt schlechte Sicht ihr Schärflein noch dazu beitrug.

Gleich nebenan präsentierten Peter Maywald und Gerd Jantzen von der Firma Gerontotronik  aus Menden kleine und größere Hilfsmittel, die den Alltag erleichtern. Eine Greifhilfe bietet sich für Menschen mit Rücken- oder Knieproblemen an. Bei Jugendlichen beliebt war der schmucke rote Fernsehsessel, der neben einer Liegefunktion auch eine Aufstehhilfe anbot. Für mehr Bewegung bis ins hohe Alter plädierten die Krankenkassen und die Märkischen Reha-Kliniken. Mit guten Beispiel voran ging Kreisdirektor Michael Rolland, der, wie er sagte, extra trainiert habe, und ließ sich Bauch und Rückenmuskulatur messen. Wichtig dabei ist nicht nur, dass die Muskelpakete in Bauch und Rücken stark genug, sind. Sie müssen auch im richtigen Kräfte-Verhältnis zueinander liegen, sonst kann es dennoch zu Rückenbeschwerden kommen. „Viele trainieren speziell für den Rücken, unterschätzen aber die Rolle der  Bauchmuskeln", erklärte der Experte.

Wie man den Körper ins Gleichgewicht bringt und dabei ganz viele Muskelgruppen beansprucht, demonstrierte Julia Theissen von den Märkischen  Reha-Kliniken an verschiedenen Stationen. Ihrem Spiel- und Bewegungsdrang gingen dann auch Erwachsene beim Spiel- und Sinnesparcours von Schubidou nach. Dass Tanzen durchaus etwas mit Sport zu tun hat, zeigten die Vorführungen des alevitischen und des griechischen Kulturvereins. Ihre Folkloreeinlagen begeisterten das Publikum. Gleichzeitig brachte es den Besuchern etwas von ihrer Kultur näher. Zum Thema „Interkulturelles Training - Vielfalt lässt sich lernen", referierten Evangelia Kasdanastassi und Meinolf Remmert. An zahlreichen Infoständen konnten sich die Besucher Infomaterial beispielsweise zu barrierefreien Wohnen, alternativen Wohnformen, über Pflegeeinrichtungen und Heimunterbringung mitnehmen. Dazu erteilte die Heimaufsicht und die Pflegeberatung des Märkischen Kreises kompetente Beratung. Über Vorsorgevollmacht, Betreuungs- und Patientenverfügung referierte Karl-Friedrich Hensler vom sozialpsychiatrischen Dienst des Märkischen Kreises. Claudia Esselun stellte klar, das Familie und Beruf durch aus miteinander vereinbar sind. Einen Bildungscheck für Arbeitnehmer in den besten Jahren bot die Agentur Mark. Die Arge stellte ihre Jobinitiative 50 plus vor.

In seinem Grußwort machte Landrat Aloys Steppuhn noch einmal die Brisanz des demographischen Wandels deutlich: „Der Märkische Kreis wird in den nächsten 20 Jahren voraussichtlich fünfzigtausend Einwohner verlieren! Dazu wird sich die Zahl der über Achtzigjährigen nahezu verdoppeln auf dann fast dreißigtausend!".  2005 hat der Märkische Kreis in Abstimmung mit den Städten und Gemeinden sowie der Wirtschaft damit begonnen, Strategien für die Zukunft zu entwickeln. So sollen im Projekt „Älter werden im Märkischen Kreis" die Angebote insbesondere des ambulanten Pflegebereichs gestärkt werden. Ziel ist es, dass Menschen solange wie möglich und so selbstbestimmt wie möglich im gewohnten Umfeld bleiben können. Mit dem Projekt „Integration" beabsichtigt der Kreis die Integration von Zuwanderern zu verbessern und ihre Potentiale besser zu nutzen. Auch bei der Regionale gehört der demographische Wandel unter dem Stichwort „Generationenregion Südwestfalen" zu den drei Handlungsfeldern.

Steppuhn dankte allen Referenten, Ausstellern und sonstigen Akteuren, die sich mit Rat und Tat an der Planung, Vorbereitung und Durchführung dieses Demographie-Aktionstages beteiligt haben. Im Anschluss rief er zu einer kleinen Spendenaktion auf.  Auf Anregung des Integrationsrates boten die Auszubildenden des Märkischen Kreises Donuts mit aufgedruckten Flaggen der verschiedenen im Märkischen Kreis lebenden Nationalitäten für einen kleine Spende an. Der Erlös kommt der ehrenamtlich geführten Betreuungsgruppen „Denk Mal" zur Betreuung für Demenzkranke zu Gute.