Wissenswertes über Wespen

Es gibt in Deutschland acht vorkommende soziale Wespenarten. Bekannt sind jedoch nur zwei der acht Arten. Dabei handelt es sich um die Gemeine Wespe und die Deutsche Wespe. Diese beiden Kurzkopfwespenarten stehen auf süße Getränke und Speisen sowie Grillfleisch und haben sich daher einen schlechten Ruf eingehandelt. Zu ihrer Beute gehören normalerweise verschiedene Fliegenarten, Spinnen, andere Hautflüglerarten, Raupen, Forstschädlinge, Schmetterlinge und Heuschrecken. Wespen selber sind eine Lieblingsspeise der Hornissen.

Neben den Insekten, die die Wespen als Proteine zur Aufzucht ihrer Brut brauchen, interessieren sie sich auch für die Zuckersäfte der Blüten und Pflanzen. Daher kann man Wespen häufig bei reifen Früchten und Fallobst beobachten. Die Kohlenhydrate aus den Blüten und Früchten dienen den Tieren als Energielieferant. Tierische Stoffe, besonders die süßen Ausscheidungen der Blattläuse gehören zu den Lieblingsspeisen der Wespen. Pflanzensäfte aus verletzten Pflanzen z.B. Rinde werden gerne aufgenommen.

Lebenszyklus sozialer Wespenarten

Der Lebenszyklus sozialer Wespen spielt sich von Mai bis Mitte Oktober eines Jahres ab. Faltenwespen bilden Staaten, die nur eine Lebensdauer von ca. einem halben Jahr haben. Im Frühling wacht die Königin aufgrund der steigenden Temperaturen aus ihrer Winterstarre auf und gründet ein neues Volk. Sie beginnt ein kunstvolles Nest zu bauen, indem sie erste Waben aus zerkautem Holz fertigt. Da hinein legt sie die ersten Eier. Larven werden mit der Beute - vor allem Insekten zur Proteinversorgung- gefüttert und verpuppen sich. Aus dem Kokon schlüpfen später die Arbeiterinnen (sterile Weibchen), die dann den Nestbau vorantreiben. Weil immer mehr Waben gebaut werden, aus denen dann Arbeiterinnen schlüpfen, muss sich die Königin immer weniger um den Nestbau kümmern. Sie überlässt diese Aufgabe dann komplett den Arbeiterinnen und beschäftigt sich ausschließlich mit der Eiablage. Im Spätsommer, auf dem Höhepunkt der Entwicklung des Wespenstaates, werden Geschlechtstiere herangezogen (Männchen und Königinnen), während die Produktion der Arbeiterinnen zum Erliegen kommt. So erreicht das Wespenvolk im August sein Populationsmaximum. Danach beginnen die Wespen durch Nahrungsmangel und sinkende Temperaturen langsam zu sterben. Bis in den späten Herbst hinein (Anfang September bis Mitte Oktober, je nach Art) sind alle Wespen gestorben sind. Auch die alte Königin und Gründungsmutter des Wespenvolkes stirbt in diesem Zeitraum. Die neuen Jungköniginnen hingegen suchen nach der Paarung einen Überwinterungsunterschlupf, um im Frühjahr ein neues Volk zu gründen. Viele Königinnen überleben den Winter nicht. Man schätzt, dass nur eine von zehn Königinnen im nächsten Jahr erfolgreich ein neues Nest gründet. Das Nest ist am Herbstende verlassen und wird auch im nächsten Jahr nicht wieder besiedelt. Es ist allerdings möglich, dass eine Jungkönigin im Frühjahr den gleichen Standort wählt.

Allergische Reaktion

In seltenen Fällen können Insektenstiche bei manchen Menschen allergische Reaktionen auslösen. Genaue Beobachtungen der Person und der Einstichstelle sind hier erforderlich. Vorsichtshalber sollte man dann sofort einen Arzt kontaktieren.

So gehen Sie mit Wespen richtig um:

  • Am Kaffeetisch und beim Grillen: Wespen stechen sobald sie sich bedroht fühlen. Vermeiden  Sie deshalb heftige Bewegungen.
  • Es ist sinnvoll, Nahrungsmittel im Freien abzudecken und Reste wegzuräumen. Nach dem Essen sollte der Mund bei Kindern abgewischt werden, um die Wespen nicht anzulocken.
  • Nie direkt aus der Flasche trinken. Am besten Getränke mit dem Strohhalm trinken.
  • Wespen können von Gerüchen wie Parfum, Cremes, Holzmöbelpolitur oder ähnlichen Düften angezogen werden. Außerdem fliegen Sie gerne auf bunte Kleidung.
  • Um Wespen, Bienen und andere Insekten aus dem Haus zu halten, empfiehlt es sich, Fliegengitter an Fenstern und Türen insbesondere den Küchen-, Bad- und Kinderzimmerfenstern anzubringen.
  • Wespennester am Haus dürfen nicht einfach eingeschlossen werden, da sich die Tiere dann einen anderen Ausgang suchen und so ins Haus gelangen können. Am verschlossenen Einflugloch müssen Sie dann mit aggressiven Wespen rechnen.
  • Bleibt man auf einer Distanz von 2-3 Metern zum Nest und versperrt die Flugbahn der Wespen nicht, fühlen sie sich nicht bedroht.
  • Obst rechtzeitig abernten und aufsammeln. Blattläusen mit biologischen Maßnahmen vorbeugen bzw. diese bekämpfen, da die süßen Ausscheidungen der Läuse Wespen anziehen.
  • Um Wespen, die sich ins Haus verirrt haben, wieder nach draußen zu bringen, wird ein Glas über die Wespe gestülpt und vorsichtig ein Stück Papier als Boden untergeschoben (Snapy oder ähnliches kann auch verwendet werden)
  • Ein bewährtes Abwehrmittel ist Nelkenöl, welches in Duftkombinationen angeboten wird, die auf Terrasse und Balkon die Wespenplage mindern helfen.
  • Nach den ersten Frostnächten im Herbst gehen die Wespen ein. Man kann das Nest dann gefahrlos entfernen. Es empfiehlt sich, die Stelle gut zu säubern, denn Wespen orientieren sich am Geruch. Wohnungssuchende Königinnen könnten sich sonst im nächsten Jahr wieder an der Stelle einfinden, an der es "nach Wespe riecht".