Märkischer Kreis strebt mehr Vernetzung in der Sterbebegleitung an

Gut besucht war das Themenfrühstück zur Palliativversorgung im Märkischen Kreises in Iserlohn, Foto Ulla Erkens/Märkischer Kreis
Gut besucht war das Themenfrühstück zur Palliativversorgung im Märkischen Kreises in Iserlohn, Foto Ulla Erkens/Märkischer Kreis

Pressemeldung vom 21.11.2017
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Die multiprofessionelle Versorgung, Pflege und Betreuung von schwerkranken und sterbenden Menschen in ihrer letzten Lebensphase stand im Mittelpunkt des 8. Themenfrühstücks „Älter werden im Märkischen“ im Gewerbe- und Gründerzentrum in Iserlohn. Auf Einladung des Fachdienstes Pflege des Märkischen Kreises diskutierten Experten aus der Pflegeberatung, der ambulanten und stationären Pflege,  Krankenhäusern, Kommunen, Seniorenvertretungen, Ehrenamtsorganisationen und den Krankenkassen über die Umsetzung des Gesetzes zur Verbesserung der Hospiz- und Palliativversorgung.

 „Im Märkischen Kreis sind wir bereits gut aufgestellt“, machte Volker Schmidt, Fachbereichsleiter  Gesundheit, Soziales und Verbraucherschutz des Märkischen Kreises, in seiner Eröffnung des Themenfrühstücks deutlich.  Um die Angebotspallette flächendeckend bedarfsgerecht zu erweitern und aufeinander abzustimmen, die Qualität zu sichern und vor allem auch die ambulante und ehrenamtliche Betreuung zu stärken, sei kreisweite Netzwerkarbeit unabdingbar. Daher habe sich der Märkische Kreis in der Pflegeplanung und in der Pflegeberatung neu aufgestellt. Die Gesundheitskonferenz und die Pflegekonferenz wurden zu einem runden Tisch zusammenfasst, um sektorenübergreifend arbeiten zu können und die Schnittstellen zwischen stationärer und ambulanter Versorgung besser miteinander zu verzahnen.

In ihrem Impulsvortrag zum Thema erklärte Heike Vedder, Assistentin Geschäftsbereichsleitung der Perthes-Altenhilfe Süd, die Eckpfeiler des 2015 in Kraft getretenen Gesetzes. Es enthält vielfältige Maßnahmen, die die medizinische, pflegerische, psychologische und seelsorgerische Versorgung von Menschen in der letzten Lebensphase verbessern, egal ob zu Hause, im Krankenhaus, im Pflegeheim oder im Hospiz. Den Krankenkassen käme bei der Umsetzung eine wichtige Lotsenfunktion durch die verschiedenen Angebote zu. Um den letzten Lebensabschnitt für sterbende Menschen so angenehm wie möglich zu gestalten, sei eine enge Zusammenarbeit zwischen Angehörigen, Hausärzten, Palliativmedizinern, Psychologen, Therapeuten, Seelsorgern, professionellen Pflegern, Apotheken und ehrenamtlichen Betreuern notwendig. Die Perthes Stiftung arbeitet daher in ihren (Hospitz-)Einrichtungen mit einem internen und einem externen Netzwerk. In jedem Einzelfall wird der Ist-Stand festgehalten und ein individuelles Betreuungs- und Pflegekonzept entwickelt. In den Einrichtungen wurden Qualitätszirkel gebildet und die Aus- und Weiterbildung für Palliativkräfte sichergestellt. Herausforderungen bei der Umsetzung des Gesetzes sieht Heike Vedder unter anderem  bei der Betreuung Sterbender in Krankenhäusern, in denen palliative Pflege oft noch nicht institutionalisiert ist. Weitere Themen sind für sie die Begleitung von Menschen mit Demenz und die Begleitung von Menschen mit Migrationshintergrund.

 

 

Heike Vedder von der Perthes Stiftung hielt den Impulsvortrag zur Umsetzung des Hospitz- und Palliativgesetzes, Foto Ulla Erkens/Märkischer Kreis
Heike Vedder von der Perthes Stiftung hielt den Impulsvortrag zur Umsetzung des Hospitz- und Palliativgesetzes, Foto Ulla Erkens/Märkischer Kreis
Zuletzt aktualisiert am: 21.11.2017