Kreistag beschließt Neuordnung der Mosaikschule

Schüler, Eltern und Lehrer kämpften bis zuletzt für den Erhalt der Friedensschule, Foto: Hendrik Klein/Märkischer Kreis
Schüler, Eltern und Lehrer kämpften bis zuletzt für den Erhalt der Friedensschule, Foto: Hendrik Klein/Märkischer Kreis

Pressemeldung vom 20.10.2017
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Mit großer Mehrheit hat der Kreistag die Neuordnung der Mosaik-Schule, einer Förderschule mit den Schwerpunkten Emotionale und Soziale Entwicklung, Sprache und Lernen an den Standorten Lüdenscheid, Altena und Meinerzhagen beschlossen. Dagegen stimmten die Linke und Teile der SPD, die den Standort der Lüdenscheider Friedenschule erhalten wollten. Der Antrag der Linken, übergangsweise alle Schulstandorte im kommenden Schuljahr in Trägerschaft des Märkischen Kreises weiterzuführen und das Thema noch einmal im Schulausschuss zu beraten, wurde mit großer Mehrheit abgelehnt. Auch Schüler, Eltern und Lehrer kämpften bis zuletzt für ihre Schule. Susanne Baumgart, stellvertretende Schulpflegschaftsvorsitzende, überreichte Landrat Thomas Gemke im Namen der Friedenschule 1068 Unterschriften und erhielt im Kreistag im Rahmen der Bürgerfragen Rederecht, um ihre Bedenken gegen die Schließung des Standortes zu äußern. "Es macht keinen Spass eine Schule zu schließen", versicherten ihr die Kreispolitiker.


Dabei war es gerade die Friedensschule und ihr Teilstandort die Vier-Täler-Schule in Plettenberg Ausgangspunkt für die erneute Fortschreibung der Schulentwicklungsplanung. Vorher hatte der Kreis bereits Förderschulen von den Städten Altena/Nachrodt-Wiblingwerde, Kierspe und Meinerzhagen übernommen. „Der Märkische Kreis steht zu seinen Förderschulen. Kein anderer Kreis setzt sich so für ihren Erhalt ein. Nur durch die Bündelung der Schulen, ist es uns gelungen, ein Förderangebot im südlichen Kreisgebiet aufrecht zu erhalten“, betonte Landrat Thomas Gemke und verwahrte sich vor öffentlich geäußerten Unterstellungen, der Kreis wolle mit einer Schließung der Friedensschule Geld sparen. Im Gegenteil kämen mit der Übernahme der Trägerschaft erhebliche Mehrkosten auf den Kreis zu. Vertreter aller Fraktionen bis auf die Linke pflichteten ihm bei.
Aufgrund rückläufiger Schülerzahlen infolge der Inklusion und den Mindestvorgaben der damaligen rot-grünen Landesregierung waren die Förderschulen für die Stadt Lüdenscheid nicht mehr tragbar, erläuterte Fachbereichsleiterin Iris Beckmann Klatt in der Sitzung noch einmal die Hintergründe. Als Schulträger hat die Stadt 2016 die Beschlüsse zur Fusion der Friedenschule mit der Mosaikschule in Trägerschaft des Märkischen Kreises zum Schuljahr 2018/2019 und die Auflösungen des Standortes in Plettenberg beschlossen.
Nach anfänglicher Begeisterung über eine gemeinsame Beschulung in einer Regelschule, melden jedoch aktuell offenbar enttäuschte Eltern ihre Kinder mit Förderbedarf wieder in den Förderschulen an. Die Folge: steigende Schülerzahlen. Entgegen der ursprünglichen Planung, die Friedensschule weiter zu nutzen und dafür den Standort der kreiseigenen Förderschule in Lüdenscheid Gevelndorf aufzugeben, musste der Kreis kurzfristig andere konzeptionelle und räumliche Alternativen suchen. Hier galt, alle Schüler aus allen Städten in den Einzugsbereichen und mit allen Förderbedarfen ab Schuljahr 2018/2019 unterzubringen. „Dabei haben natürlich auch wirtschaftliche Aspekte, wie die Überlegungen zur Höhe der erforderlichen Investitionen an den einzelnen Standorten, der Eigentumsverhältnisse, der Folgekosten und mögliche Auswirkungen auf die Kreisumlage eine maßgebliche Rolle gespielt“, erklärte Beckmann-Klatt.
Im Ergebnis soll nun das Schulgebäude am Nüggelnstück in Altena angemietet werden. An diesem Standort sollen die Förderschwerpunkte Sprache und Lernen weitergeführt werden. In Lüdenscheid werden am Standort Gevelndorf Schüler mit dem Förderschwerpunkt Emotionale und Soziale Entwicklung beschult. Am Schulstandort Meinerzhagen werden unverändert die Förderschwerpunkte Lernen, Emotionale und soziale Entwicklung und Sprache angeboten. Zu den Einzugsbereichen für die Standorte Altena und Lüdenscheid gehören auch Nachrodt-Wiblingwerde, Neuenrade, Schalksmühle und Werdohl. Zum Standort Meinerzhagen fahren auch Schüler aus Halver, Herscheid, Kierspe und Plettenberg.

Der Kreistag stimmte am 19. Oktober mit großer Mehrheit für das neue Schulentwicklungskonzept der Mosaikschule, Foto: Hendrik Klein/Märkischer Kreis
Der Kreistag stimmte am 19. Oktober mit großer Mehrheit für das neue Schulentwicklungskonzept der Mosaikschule, Foto: Hendrik Klein/Märkischer Kreis
Zuletzt aktualisiert am: 20.10.2017