Dörfer haben eine Perspektive

Preisverleihung des Dorfwettbewerbs in Kierspe-Rönsahl

Dicht gedrängt saßen die Zuschauer bei der Preisverleihung in der historischen Brennerei. Foto: Hendrik Klein/Märkischer Kreis
Dicht gedrängt saßen die Zuschauer bei der Preisverleihung in der historischen Brennerei. Foto: Hendrik Klein/Märkischer Kreis

Pressemeldung vom 18.10.2017
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In die „Gute Stube“ des Kiersper Ortsteils Rönsahl, die historische Brennerei, waren die Vertreter der teilnehmenden Orte am Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ zur Preisverleihung eingeladen. Rönsahl hatte beim aktuellen Durchgang seinen Titel Kreissieger verteidigt und war deshalb erneut Gastgeber für die Feierstunde. Ein würdiger Rahmen, ein kurzweiliges Programm und die liebevolle Bewirtung durch die Landfrauen rundeten den schönen Abend ab.


„Sie alle tragen dazu bei, dass unsere Orte und damit der Märkische Kreis so lebenswert sind“, sagte Landrat Thomas Gemke den zahlreich erschienenen Gästen in der vollbesetzten Brennerei. „Das größte Pfund, das wir haben, ist das große ehrenamtliche Engagement.“ Das bestätigte auch Kierspes Ortsbürgermeister Holger Scheele: „Wir beteiligen uns ja nicht an dem Wettbewerb, um uns eine Medaille an die Wand zu hängen, sondern, um die Lebensqualität im Ort zu verbessern.“ Dass er sich dabei auf zahlreiche ehrenamtliche Helfer verlassen kann, freut ihn besonders.


 Ein Beispiel für die Tatkraft und den großen Einsatz der Dorfgemeinschaft ist die historische Brennerei, die sich längst zu dem Treffpunkt schlechthin in Rönsahl entwickelt habe, wie Vereinsvorsitzender Horst Becker mit eindrucksvollen Zahlen belegte. „Seit der Inbetriebnahme vor acht Jahren gab es hier mehr als 1.200 verschiedene Veranstaltungen – bis zu 150 pro Jahr. Im Spitzenjahr waren es sogar 184.“ Was Becker nicht unerwähnt ließ: „65 Prozent der Gäste kamen aus dem benachbarten Rheinischen.“ Kierspes Bürgermeister Frank Emde forderte die Anwesenden auf, dem Thema „Landflucht und Perspektivlosigkeit“ entgegenzuwirken. „Sie geben dem ländlichen Raum eine Perspektive“, dankte er den engagierten Rönsahlern.


 Die „Breite in der Spitze“ des 2017er Dorfwettbewerbs lobte der stellvertretende Vorsitzende der Bewertungskommission Peter Tüch. „Mindestens die Hälfte der Orte waren knapp dran am Kreistitel.“ Rönsahl konnte dabei zum zweiten Mal seinen Titel verteidigen – nach 1999 und 2003 auch 2013 und 2017. Der Wettbewerb wird alle drei Jahre veranstaltet. Tüch verschwieg dabei nicht, dass es mit elf teilnehmenden Orten noch nie so wenige waren wie beim jüngsten der bisher 15 Durchgänge. „In unserem Rekordjahr 1985 waren es 31 Orte“, zählte er auf. Peter Tüch appellierte an die Verantwortlichen in den Ortschaften: „Machen Sie mit.“


 „Erst muss das Dorf gewinnen, dann können wir am Wettbewerb teilnehmen.“ So beschrieb der Organisator des Dorfwettbewerbs, Karl-Friedrich Marcus, die Vorgabe in seinem Rückblick „Unser Weg zum Kreissieger.“


Mit einem Blumenstrauß aus dem Kreis der Jurymitglieder verabschiedet wurde Wolfgang Graeber. Der Kreismitarbeiter war von Anfang an dabei. Er geht in den Ruhestand. Dr. Waldemar Gruber, Vorsitzender der Landesbewertungskommission, wünschte den Rönsahlern viel Erfolg beim Landeswettbewerb im kommenden Jahr. Beim letzten Mal hatte es zu einer Silbermedaille gereicht.


Für das Rahmenprogramm sorgten in der historischen Brennerei das Duo Denkmalschutz, bestehend aus Horst Becker und Heinz-Georg Ackermeier, Holger Scheel mit seinen Sketchen und Anekdoten aus dem Ortsleben sowie das Gesangs-Duo „Plenty Faces“.


 

Titelverteidiger Rönsahl: von links: Yvonne Bettag, Karl-Friedrich Marcus, Ortsbürgermeister Holger Scheel, Landrat Thomas Gemke, Ortsheimatpfleger Ulrich Finke. Foto: Hendrik Klein/Märkischer Kreis
Titelverteidiger Rönsahl: von links: Yvonne Bettag, Karl-Friedrich Marcus, Ortsbürgermeister Holger Scheel, Landrat Thomas Gemke, Ortsheimatpfleger Ulrich Finke. Foto: Hendrik Klein/Märkischer Kreis
Sorgen für Stimmung: Das Duo Denkmalschutz Horst Becker (links) und Heinz-Georg Ackermeier. Foto: Hendrik Klein/Märkischer Kreis
Sorgen für Stimmung: Das Duo Denkmalschutz Horst Becker (links) und Heinz-Georg Ackermeier. Foto: Hendrik Klein/Märkischer Kreis
Mit einem Blumenstrauß bedankte sich Landrat Thomas Gemke (links) bei Wolfgang Graeber für dessen jahrzehntelange Mitarbeit in der Jury. Foto: Hendrik Klein/Märkischer Kreis
Mit einem Blumenstrauß bedankte sich Landrat Thomas Gemke (links) bei Wolfgang Graeber für dessen jahrzehntelange Mitarbeit in der Jury. Foto: Hendrik Klein/Märkischer Kreis
Zuletzt aktualisiert am: 18.10.2017