Immer mehr nutzen die Pflegeberatung

14.796 Personen sind pflegebedürftig

Die Zahl der Pflegebedürftigen im Märkischen Kreis steigt weiter. Foto: Raffi Derian/Märkischer Kreis
Die Zahl der Pflegebedürftigen im Märkischen Kreis steigt weiter. Foto: Raffi Derian/Märkischer Kreis

Pressemeldung vom 22.09.2017
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„Wenn 30 Betroffene nur ein Jahr länger in der ambulanten Versorgung bleiben können anstatt in eine stationäre Einrichtung, dann refinanziert sich die Pflegeberatung schon.“ Das konnte Torsten Sauer, Leiter des Sachgebietes Gesundheits- und Pflegeplanung des Märkischen Kreises, den Mitgliedern im Gesundheits- und Sozialausschuss bei deren jüngster Sitzung mitteilen. Das Angebot der Pflegeberatung wurde seit 2011 ständig weiterentwickelt. Schwerpunkt der Arbeit der insgesamt 13 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf sieben Planstellen ist die Beratung und Unterstützung beim Aufbau und der Stabilisierung von ambulanten Hilfeangeboten.


Die drei Beratungsstellen befinden sich in Altena, Iserlohn und Lüdenscheid. Mit den Kommunen wurden Kooperationsvereinbarungen abgeschlossen. Regelmäßige Sprechstunden werden in Balve, Halver, Hemer, Kierspe, Meinerzhagen, Menden, Neuenrade, Plettenberg und Werdohl angeboten. Auf Wunsch kommen die Pflegeberater auch ins Haus.


 Die Anzahl der Beratungen ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen – von 3.825 im Jahr 2014 auf 5.310 im Jahr 2016. Wie Torsten Sauer den Gesundheits- und Sozialpolitikern weiter mitteilte, weist die Statistik für den Märkischen Kreis mit Stand 2015 insgesamt 14.796 pflegebedürftige Männer und Frauen aus. 28,7 Prozent von ihnen wurden stationär versorgt, die übrigen entweder im eigenen Zuhause oder von der Familie ambulant betreut. Es sei ein deutlicher Trend zur ambulanten Versorgung zu erkennen, hatte die Verwaltung in die Beratungsdrucksache geschrieben.


Ende 2015 gab es im Märkischen Kreis 4.496 Pflegeplätze in 58 vollstationären Pflegeeinrichtungen. Dies ergab eine Versorgungsquote von 18,4 Plätzen je 100 Einwohner im Alter von 80 Jahren oder älter. Insgesamt bieten 68 ambulante Pflegedienste ihre Leistungen im Kreisgebiet an. Durch die Verschiebung der Versorgungsformen von der stationären zur ambulanten Pflege werde sich der Markt für die ambulanten Pflegedienste deutlich vergrößern, so die Kreisverwaltung. Und damit verschärfe sich auch der Fachkräftemangel. Die Bertelsmann-Stiftung gehe für den Märkischen Kreis von einer Personallücke von rund 1.800 Pflegekräften bis zum Jahr 2030 aus.


Pflege kostet auch Geld. Die Transferaufwendungen pro Jahr stiegen von 2008 bis 2016 um gut 14 Millionen Euro auf 39,899 Millionen Euro. Für die Zukunft sieht die Gesundheits- und Pflegeplanung des Märkischen Kreises eine steigende Anzahl Pflegebedürftiger, sinkendes familiäres Pflegepotential und einen steigenden Bedarf an professioneller Pflege.

Zuletzt aktualisiert am: 22.09.2017