Gesund beginnt im Mund

Zum Tag der Zahngesundheit am 25. September gibt es Tipps für gesunde Milchzähne

Das Team des Zahnärztlichen Dienstes wirbt für starke Milchzähne. Foto: Ulla Erkens/Märkischer Kreis
Das Team des Zahnärztlichen Dienstes wirbt für starke Milchzähne. Foto: Ulla Erkens/Märkischer Kreis

Pressemeldung vom 15.09.2017

Der diesjährige Tag der Zahngesundheit am 25. September steht unter dem Motto "Gemeinsam für starke Milchzähne". Dafür machen sich die Mitarbeiterinnen des zahnärztlichen Dienstes des Märkischen Kreises jeden Tag stark. „Leider wird immer noch zu häufig die Bedeutung von Milchzähnen für die gesunde Entwicklung eines Kindes unterschätzt“, sagt Fachdienstleiterin Kerstin Kötter-Jelitte. Gesunde Milchzähne dienen nicht nur als Platzhalter für die bleibenden Zähne. Sie ermöglichen dem Kind durch ihre Funktion als Kauwerkzeuge auch eine altersgemäße Gewichtszunahme. Gehen Milchzähne frühzeitig aufgrund von Karies verloren, brechen die bleibenden Zähne unter Umständen nicht richtig durch und es kann zu Fehlstellungen kommen.


Ein intaktes Milchgebiss ermöglicht einen ungestörten Spracherwerb und beeinflusst positiv die Entwicklung der Gesichtsmuskulatur. „Erkrankte Milchzähne sind häufig Auslöser von Schmerzen, deren Behandlung viel Geduld und Geschick seitens der Eltern, des behandelnden Zahnarztes und vor allem Kooperation des Kindes erfordern“, weiß die Zahnärztin. Sichtbar kariös zerstörte oder fehlende Zähne beeinflussen zwischenmenschliche Kontakte und die Gefahr der sozialen Ausgrenzung wächst. Kinderzähne gesund zu erhalten ist gar nicht so schwierig, wenn man einige Regeln konsequent umsetzt und beherzigt, so Kötter-Jelitte.


Unerlässlich: Tägliches Zähneputzen ab dem ersten Zahn! Eltern müssen Kinderzähne 1x täglich gründlich nachputzen. Erst wenn Kinder selbständig die Schleife binden und flüssig Schreibschrift schreiben können, sind die motorischen Fähigkeiten so weit ausgebildet, dass sie selbst gründlich putzen können. Kinder sind bestrebt, das Tun und Handeln ihrer Bezugspersonen nachzuahmen. Nur von Diesen lernen sie. Eltern sollten also gemeinsam mit ihrem Kind Zähne putzen, so wird das Zähneputzen zum Ritual und ein fester Bestandteil im Tagesablauf.
„Überlassen Sie Ihrem Kind das Fläschchen nicht zum Dauernuckeln oder gar als Einschlafhil-fe“, fördert die Zahnärztin. Kindlicher Zahnschmelz ist sehr empfindlich. Werden Zähne permanent mit Flüssigkeit umspült, werden Mineralien aus dem Schmelz gelöst und Karies entsteht. Speichel wirkt als natürliche Reparaturwerkstatt für den Zahn, kann aber nur arbeiten, wenn er nicht mit dem Fläschchen konkurrieren muss. Eltern sollten ihrem Kind zutrauen, aus der Tasse oder dem Becher zu trinken. Mit ein bisschen Übung klappt es schon bald.
Auch eine gesunde und abwechslungsreiche Ernährung ist wichtig für starke Milchzähne. Auf gezuckerte Getränke kann man gut verzichten. Wasser und ungesüßter Tee sind ideal. Auch Fruchtmus aus dem Quetschbeutel enthält einen hohen Anteil an Fruchtzucker und erhöht somit das Kariesrisiko. Die zuckrige saure Masse umspült die Zähne und wirkt ähnlich wie die Nuckelflasche. „Ihr Kind soll kauen lernen, wir brauchen eine trainierte Kaumuskulatur zum Spracherwerb“, wirbt die Expertin. Apfel- und Möhrenstücke regen beispielsweise die Speichelproduktion an. Der Zahn wird mechanisch gereinigt und es tritt wesentlich schneller ein Sättigungsgefühl ein.
Ab dem 3. Geburtstag soll auf Schnuller und Daumen verzichtet werden. Kindermünder sollen sich ungestört von Fremdkörpern entwickeln dürfen. Wird über das 3. Lebensjahr hinaus genuckelt, kommt es zu nicht gewollten Verformungen des Kiefers. Die Vorderzähne treffen nicht einander, während die Seitenzähne Kontakt haben. Sprechen, Schlucken und Mundschluss sind somit erschwert. Auch hier sollten Eltern darauf vertrauen, dass ihr Kind auch ohne Schnuller und Daumen auszukommt. „Schenken Sie Ihrem Kind Selbstbewusstsein. Mit Recht können Sie und Ihr Kind stolz darauf sein, wenn auch dieser Entwicklungsschritt geschafft ist“, sagt Kerstin Kötter-Jelitte und fordert die Eltern auf, die zahnärztlichen Früherkennungsuntersuchungen und Prophylaxeleistungen zu nutzen. Als Vorübung zum Zahnarztbesuch wird die Zahnärztliche Reihenuntersuchung durch die Zahnärztinnen des Märkischen Kreises angeboten.
Natürlich tragen die Eltern die Hauptverantwortung für starke Milchzähne. Unterstützt werden Sie aber tatkräftig von engagiertem Praxispersonal, niedergelassenen Zahnärzte, ErzieherInnen, Pädagogen, dem Arbeitskreis Zahngesundheit und den Mitarbeiterinnen des zahnärztlichen Dienstes des Märkischen Kreises.

Zuletzt aktualisiert am: 15.09.2017