Kinder vom Land sind fitter

3.562 Jungen und Mädchen vor Einschulung untersucht

Andrea Götz vom Kinder- und Jugendärztlichen Dienst bei einer Schuleingangsuntersuchung. Foto: Raffi Derian/Märkischer Kreis
Andrea Götz vom Kinder- und Jugendärztlichen Dienst bei einer Schuleingangsuntersuchung. Foto: Raffi Derian/Märkischer Kreis

Pressemeldung vom 15.09.2017
|

Jungen und Mädchen im Grundschulalter aus ländlichen Gegenden des Märkischen Kreises sind deutlich fitter und verfügen über eine bessere Koordination als ihre Altersgenossen aus den Innenstädten. Sie leiden seltener an Übergewicht. Dies ist ein Ergebnis der aktuellen Schuleingangsuntersuchungen des Kinder- und Jugendärztlichen Dienstes des Märkischen Kreises. „Ein Grund könnte sein, dass die Kinder dort mehr Platz zum Herumtoben, Laufen, Springen, Klettern in Feld und Wiesen haben“, erklärt Fachdienstleiterin Andrea Götz. Präventiv gebe es inzwischen sogenannte „Bewegungskindergärten“ und in den meisten Familienzentren werde das Frühstück gemeinsam eingenommen. Andrea Götz: „In den Kindergärten wird auf gesunde Ernährung geachtet.“


Neun Ärztinnen und 15 Assistentinnen haben insgesamt 3.592 auf ihre Schultauglichkeit hin untersucht. Lediglich 20 Jungen und Mädchen mussten wegen chronisch schwerer Erkrankungen, anstehenden Operationen, Traumatisierung durch Flucht oder aus anderen medizinischen Gründen vom Schulbesuch freigestellt werden. Im Jahr zuvor waren es 23 Kinder. 1.218 Kinder haben Migranten als Eltern oder sind noch in ihrem Heimatland geboren. Dies hat Auswirkungen auf die Sprachfähigkeit. 100 Jungen und Mädchen sprechen gar kein Deutsch - 865 sprechen mehr oder weniger fehlerhaft.


Bei den Untersuchungen wurden noch weitere Feststellungen getroffen. 426 Kinder (13,14 Prozent) bekamen nach dem Sehtest die Auflage, beim Augenarzt vorstellig zu werden. Ein Jahr zuvor waren es nur 10,7 Prozent. Zum HNA-Arzt müssen nach dem Hörtest 152 Jungen und Mädchen (4,69 Prozent). Übergewichtig waren 349 Kinder bei der Untersuchung, das entspricht fast zehn Prozent aller gewogenen Jungen und Mädchen. Ein Jahr zuvor waren es 6,1 Prozent. Die Ärztinnen des Kinder- und Jugendärztlichen Dienstes ziehen daraus ihre Schlüsse. Schlechtes Sehen bedeutet schlechtere Koordination und wenig Interesse oder Möglichkeiten sich zu bewegen führt zu Übergewicht. Erfreut sind die Medizinerinnen über den Impfstatus der Kinder. 3.242 Jungen und Mädchen haben bis zum sechsten Lebensjahr den kompletten Impfschutz – das sind 90,26 Prozent aller untersuchten Kinder.


Andrea Götz: „Bei den Schuleingangsuntersuchungen werden die Eltern in allen gesundheitlichen Belangen von uns beraten. Den Schulen werden mit Wissen der Mütter und Väter individuelle Empfehlungen übermittelt – beispielsweise Schulsport oder bei schlechtem Sehen einen Platz vorne in der Klasse.“

Zuletzt aktualisiert am: 15.09.2017