Kulturaustausch ist Alltag

25 Jahre Partnerschaft zwischen dem Märkischen Kreis und dem Landkreis Elbe-Elster

Die Kulturamtsleiter der Partnerkreises, Andreas Pöschl (EE) und Detlef Krüger (MK) verstehen sich gut, Foto Ulla Erkens/Märkischer Kreis
Die Kulturamtsleiter der Partnerkreises, Andreas Pöschl (EE) und Detlef Krüger (MK) verstehen sich gut, Foto Ulla Erkens/Märkischer Kreis

Pressemeldung vom 04.09.2017

"Ich kenne keine deutsch-deutsch Kreispartnerschaft, die kulturell so gut aufgestellt ist und so eng zusammenarbeitet wie der Märkische Kreis und der Elbe-Elster Kreis", sagt Andreas Pöschl, Kulturamtsleiter des Landkreises Elbe-Elster. In den letzten 25 Jahren war Andreas Pöschl immer konstanter Ansprechpartner und Impulsgeber in allen Partnerschaftsbelangen. Als Kulturamtsleiter hat er aus Zeitgründen die direkte Partnerschaftsbetreuung inzwischen an Dieter Jagode abgegeben. Auch beim Märkischen Kreis ist die Partnerschaftsbetreuung Sache des Kreiskulturamtes und wird dort von Isabelle Schöneborn wahrgenommen.


Bereits in den Anfängen der Partnerschaft, damals noch mit dem Landkreis Finsterwalde, spielte die Kultur eine tragende Rolle. Nach der Gebietsreform in Brandenburg, die 1994 zur Bildung des Landkreises Elbe-Elster aus den Kreisen Finsterwalde, Herzberg und Bad Liebenwerda führte, wurde die Kreispartnerschaft mit dem Märkischen Kreis aufgrund der guten Zusammenarbeit weitergeführt und 1997 noch einmal bekräftigt. "Danach ging es eigentlich Schlag auf Schlag", erklärt Pöschl. "Wir wurden in jedes größere Kulturprojekt des Märkischen Kreises eingebunden und umgekehrt natürlich genauso." Parallel zum kulturellen Austausch boten die Jugendämter gemeinsame Jugendfreizeiten an. Das ging natürlich nicht ohne die volle Unterstützung der Verwaltungsspitzen. Das waren auf der Seite von Elbe-Elster die Landräte Diethard Hass (Finsterwalde), Walter Kroker, Klaus Richter und Christian Heinrich-Jaschinski. Beim Märkischen Kreis kamen nach Oberkreisdirektor Dr. Bernhard Schneider die Landräte Klaus Tweer, Aloys Steppuhn und Thomas Gemke.


Ganz nebenbei intensivierte sich im kulturellen Austausch auch der Kontakt zu Partnerkreisen des Märkischen Kreises, dem walisischen Wrexham County Brough und dem polnischen Ratibor. Mit letzterem ging schließlich der Landkreis Elbe-Elster 2012 eine eigene Partnerschaft. Bei Projekten immer öfter dabei ist auch Nakielski, zu dem Elbe Elster bereits seit 1997 eine Kreispartnerschaft pflegt.


Besonders stolz ist Andreas Pöschl über die regelmäßigen Partnerschaftsprojekte der professionellen bildenden Künstler aller Partnerkreise, die alle zwei Jahre in einer Berufskunstausstellung ausgestellt werden. Besonders rührig ist dabei Kurt Kornmann aus Werdohl, der mit seiner Ehefrau Luise gern gesehener Gast im Elbe-Elster Kreis ist.


Eine gute Tradition hat auch die internationale Kinder- und Jugendkunstwoche auf Gut Saathain. Hier treffen sich alle zwei Jahre begabte Jugendliche unterschiedlicher Nationen, um gemeinsam ihre künstlerischen Fähigkeiten und Fertigkeiten zu erweitern und auszuprobieren.


Bei der "LiteraTour"  Woche zwischen Elbe und Elster lädt der Landkreis immer den jeweiligen MKK Stipendiaten aus dem Märkischen Kreis ein. Dieses Jahr überzeugte Katharina Winkler mit ihrem Debutroman "Blauschmuck" das Publikum.


Im Reformationsjahr ist Luther auch ein großes Thema im Elbe-Elster Kreis. Dabei hatte Janine Kauk, Marketingkoordinatorin des Landkreises Elbe-Elster eine geniale Idee: Die Einführung des
Luther Passes. Er führt kulturhistorisch interessierte Stempeljäger zu den Stätten der Reformation im Elbe-Elster-Land, in der Tetzelstadt Jüterbog, in Torgau, dem Sterbeort von Luthers Gemahlin Katharina von Bora, und in den Ort des Thesenanschlags, Lutherstadt Wittenberg. Auch beim Kulturamt des Märkischen Kreises ist der Lutherpass erhältlich.


Besonderes Highlight in diesem Jahr war die Zusammenarbeit des Märkischen Jugendsinfonieorchesters (MJO) mit Schülern der Kreismusikschule „Gebrüdern Graun“, die im Rahmen des Partnerschaftsjubiläums ein vielseitiges Programm mit musikalischen Höhepunkten von Frühklassik bis Moderne präsentieren. Eigens zum Silberjubiläum der Partnerschaft komponierten John Rausek und Lars Weber das zeitge-nössische Auftragswerk „Wo wir uns finden 2017“ für Percussion und Orchester.


 


Puppentheater Ausstellung 2019 auf Burg Altena geplant


 


Große Erfolge feiert der Landkreis Elbe-Elster mit seinem jährlichen Internationalen Puppentheaterfestival mit insgesamt 70 Veranstaltungen, 25 Bühnen und 5500 Besuchern. Es findet dieses Jahr vom 15.-24. September 2017 statt. Aus dem Märkischen Kreis ist das Puppentheater Mummenschanz aus Altena beteiligt. Die Puppenspieler reisen durch den gesamten Landkreis und führen in verschiedenen Ortschaften Theaterstücke sowohl für Kinder als auch Erwachsene auf. Das Festival wird seit 1999 vom Kulturamt des Landkreises ausgerichtet. Der Märkische Kreis hat die Idee aufgenommen und veranstaltet seit fünf Jahren in kleinerem Rahmen die Puppentheatertage auf der Burg Altena. Sie finden dieses Jahr vom 07. bis 12. November statt.


Das Land Elbe Elster gilt als Wiege des Wandermarionettentheaters. Nahezu alle Puppenspielerdynastien haben ihren Ursprung in Mitteldeutschland. Im Kreismuseum Bad Liebenwerda wird die spannende Kultur- und Sozialgeschichte eindrucksvoll inszeniert. Ein Glücksgriff war dabei der Erwerb der Sammlung Brockmüller, einer der bedeutendsten privaten Puppentheatersammlungen. Davon konnte sich auch unlängst die offizielle Delegation beim Partnerschaftsjubiläum in Elbe Elster ein Bild machen. Ein besonderes Augenmerk widmet das Museum unter Leitung von Ralf Uschner der Geschichte des Deutschen Kaspers. Ein Antrag, den Deutschen Kasper zum immateriellen Kulturerbe zu erheben, wurde unlängst gestellt. Für 2019 ist zum Thema internationales Puppentheater eine Sonderausstellung auf der Burg Altena und im Deutschen Drahtmuseum geplant.


Als Fazit kann Andreas Pöschl also mit Fug und Recht sagen: „Der Kulturaustausch zwischen dem Märkischen Kreis und dem Landkreis Elbe-Elster ist Alltag.“


 


Wichtige Daten der Partnerschaftschronik


1990 Unterstützung des Landkreises Finsterwalde beim Verwal-tungsaufbau in Brandenburg
25.September 1992 Begründung der Partnerschaft mit dem Landkreis Finsterwalde
27.September 1994 Fortführung der Partnerschaft nach der Zusammenlegung des Landkreises Finsterwalde mit den Kreisen Bad Liebenwerda und Herzberg zum neuen Elbe-Elster-Kreis
11 .Juli 2002 Im Rahmen einer Feierstunde zum 10-jährigen Partnerschaftsjubiläum bekräftigen Landrat Aloys Steppuhn und Landrat Klaus Richter die Partnerschaft zwischen dem Märkischen Kreis und dem Landkreis Elbe-Elster.
August – Oktober 2002 Bürgerinnen und Bürger des Märkischen Kreises spenden für die von der Hochwasserkatastrophe betroffenen Menschen im Partnerkreis Elbe-Elster.
17.Mai 2003 Tag der Offenen Tür im Lüdenscheider Kreishaus mit Beteiligung des Partnerkreises
12. Februar 2004 Günter Gierke, Kulturamtsleiter des Märkischen Kreises erhält den Kulturpreis des Landkreises Elbe-Elster.
2010/2011 Kunstausstellung Time/Zeit in allen Partnerkreisen
24. – 26. August 2012 Feierlichkeiten im Landkreis Elbe-Elster aus Anlass des 20- jährigen Partnerschaftsjubiläums
24. August 2012 Partnerschaft zwischen dem Landkreis Elbe-Elster und dem polnischen Partnerkreis des Märkischen Kreises Ratibor.
15. – 17. November 2012 Feierlichkeiten im MK aus Anlass des 20-jährigen Partnerschaftsjubiläums zwischen MK und dem Landkreis Elbe-Elster mit den ersten Puppentheater-Tagen auf Burg
2013 – 2015 Wanderausstellung „Landna(h)me: Partnerschaftsprojekt anlässlich der Ersten Brandenburgischen Landesausstellung. 18 Künstlerinnen und Künstler aus dem Elbe-Elster-Kreis, den polnischen Kreisen Ratibor und Nakielski (Partnerkreis des Elbe-Elster-Kreises), des walisischen Wrexham County Borough und des Märkischen Kreises beteiligten sich mit ihren Werken
August – September 2017 Feierlichkeiten zum 25-jähriges Partnerschaftsjubiläum

Im Kreismuseum Bad Liebenwerda erklärt Museumsleiter Ralf Uschner der Delegation aus dem Märkischen Kreis, warum das Elster-Land ein Zentrum der Reformation war, Foto Ulla Erkens/Märkischer Kreis
Im Kreismuseum Bad Liebenwerda erklärt Museumsleiter Ralf Uschner der Delegation aus dem Märkischen Kreis, warum das Elster-Land ein Zentrum der Reformation war, Foto Ulla Erkens/Märkischer Kreis
Zuletzt aktualisiert am: 04.09.2017