Computer-Virus legt Kreisverwaltung lahm

Pressemeldung vom 28.08.2017
| Am Sonntagabend kam die erste Warnmeldung: Das Anti-Virenprogramm der Kreisverwaltung meldete einen „Eindringling“. In einer Word-Datei im Mail-Anhang versteckte sich offenbar ein Virus. Betroffen waren zunächst nur fünf PCs. Sofort wurden von der IT-Abteilung im Lüdenscheider Kreishaus alle Server vom Netz genommen und die Verbindungen nach außen gekappt. Die ganze Nacht arbeiteten die Techniker, unterstützt vom Personal des IT-Dienstleisters, um das Computer-Problem zu beheben, zumal nicht bekannt war, wie sich der Virus in der IT-Infrastruktur verbreitet. Schnell wurde jedoch klar, ein normaler Dienstbetrieb wird zumindest am Montag, 28. August, nicht möglich sein. Deshalb gab der Kreis bereits am Sonntagabend eine entsprechende Meldung an die Medien.

„Es ist sehr ärgerlich, dass der Service der Kreisverwaltung für die Bürgerinnen und Bürger nicht im gewohnten Maße zur Verfügung stehen kann. Sehr gut ist, dass unser IT-Warnsystem vorbildlich gearbeitet hat. Immerhin sind wir beim Kreis für hunderttausende personenbezogener Daten verantwortlich“, so Landrat Thomas Gemke. Erste Hinweise auf den Virus gab es bundesweit am Freitag. Welchen Schaden er eventuell anrichten kann, ist nicht bekannt. Die Computer-Fachleute der Kreisverwaltung informierten unter anderem das Landeskriminalamt sowie das Cert-Team (Computer Emergency Response Team) des Landes.

Noch in der Nacht hatten die Techniker der Kreisverwaltung damit begonnen, alle 120 Server auf den unbekannten Eindringlich zu untersuchen. 50 Prozent von den Servern waren „befallen“. Alle wurden mittlerweile gescannt und gesäubert. Aber auch alle 1.500 PCs müssen überprüft werden. Betroffen sind Rechner aus allen Bereichen.
Ziel der Techniker ist es, vor allem die publikums-intensiven Bereich der Kreisverwaltung so schnell wie möglich wieder ans Netz zu bekommen. Dies sind vor allem die Zulassungsstelle, die Bürgerbüros im Lüdenscheider Kreishaus sowie am Griesenbrauck in Iserlohn, die Ausländerabteilung, die Dienststellen der Pflegeberatung und des Fachdienstes Soziales in Altena.

Vom Virus-Befall nicht betroffen ist glücklicherweise die Kreisleitstelle der Feuerwehr. „Die Notrufnummer 112 funktioniert“, so Landrat Thomas Gemke.

Zuletzt aktualisiert am: 28.08.2017