„Können noch viel voneinander lernen“

Landkreis Elbe-Elster und Märkischer Kreis feiern Partnerschaftsjubiläum

Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunde 1992 im Lüdenscheider Kreishaus, Foto Wolfgang Funnemann/Märkischer Kreis
Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunde 1992 im Lüdenscheider Kreishaus, Foto Wolfgang Funnemann/Märkischer Kreis

Pressemeldung vom 26.07.2017
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Die 25 Jahre junge deutsch – deutsche Freundschaft zwischen dem Landkreis Elbe-Elster in Brandenburg und dem Märkischen Kreis begann als Verwaltungsaustausch. Den Stein ins Rollen brachte die friedliche Revolution in der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik (DDR). Sie läutete 1989 die politische Wende ein, die zur Wiedervereinigung der Bundesrepublik Deutschlands mit der Deutschen Demokratischen Republik führte. Auf Initiative des Landes Nordrhein-Westfalen leistete der Märkische Kreis ab Juni 1990 Aufbauhilfe im damaligen Landkreis Finsterwalde (heute Elbe-Elster) in Brandenburg. Rund 60 Mitarbeiter/innen des Märkischen Kreises gaben in Finsterwalde Verwaltungshilfen. Für die meisten von ihnen war es eine spannende Zeit, die sie nachhaltig beeindruckt hat. Umgekehrt reisten 142 Verwaltungsmitarbeiter/innen aus Finsterwalde in den Märkischen Kreis, um dort in den Ämtern zu hospitieren.


Um die guten Beziehungen auszubauen und die „Mauer in den Köpfen“ zu überwinden, wurde am 25. September 1992 die Partnerschaft mit dem damaligen Landkreis Finsterwalde begründet. Nach einer kommunalen Gebietsreform in Brandenburg wurden die Karten neu gemischt und der Landkreis Finsterwalde ging 1993 zusammen mit den Kreisen Herzberg und Bad Liebenwerda in den neugebildeten Landkreis Elbe-Elster auf. Die Freundschaft blieb. Am 07. April 1997 bekräftigten der Landkreis Elbe-Elster und der Märkische Kreis erneut die Partnerschaft.


Seitdem haben regelmäßige Austauschbesuche insbesondere im Bereich der Kultur- und Jugendarbeit stattgefunden. Aber auch die Baubehörde des Märkischen Kreises pflegt den Kontakt zum Amt für Bauaufsicht, Umwelt und Denkmalschutz in Elbe-Elster. "Das ist immer eine gute Gelegenheit, fachlich ähnlich gelagerte Themen und Problemfälle zu besprechen. Oft ergeben sich aus diesen Gesprächen ganz neue Lösungsansätze und Ideen zur Herangehensweise", erklärt Peter Tüch, Leiter des Fachdienstes Bauaufsicht und Immissionsschutz. Beispielsweise wird in Brandenburg derzeit die Verlagerung des Immissionsschutzes vom Land auf die Landkreise diskutiert – ein Prozess der im Märkischen Kreis schon seit Jahren abgeschlossen ist. "Da können wir unsere Erfahrungen zu den Rahmenbedingungen, dem Personalaufwand und den Aufgaben weitergeben", sagt Tüch. Als weiteres Beispiel einer gelungenen Zusammenarbeit nennt er den Schellkurs über rechtliche Fragen rund um das Thema "Baulast" und Baulastverzeichnis im vergangenen Jahr. Innerhalb einer Woche arbeitete Petra Jung die Kollegin Anna Drasdo aus dem Partnerkreis in den Aufgabenbereich ein. Das Land Brandenburg hatte die Baulast zum 1. Juli 2016 als kommunale Aufgabe wiedereingeführt.


Im Rahmen der diesjährigen Partnerschaftsfeiern erwartet Tüch vom 31. August bis 3. September auch einen Besuch der Kollegen aus dem Landkreis Elbe-Elster. Auf dem Programm stehen neben typischen Themen der Bauaufsicht wie die neue Landesbauordnung NRW und die neue Sonderbauverordnung erstmals auch Projekte des technischen Umweltschutzes.


Regelmäßig gepflegt werden auch die guten dienstliche Kontakte zwischen dem Jugendamt in Elbe-Elster und dem Jugendamt des Märkischen Kreises. Miteinbezogen werden dabei immer auch die Vorsitzenden der Jugendhilfeausschüsse der beiden Kreise. "Letztes Jahr ging es beispielsweise um unterschiedliche konzeptionelle Ansätze der Prävention im Bereich der Hilfen zur Erziehung", erläutert Fachbereichsleiterin Iris Beckmann-Klatt. Auch Methoden der Qualitätsprüfung im Rahmen der Leistungs-, Qualitäts- und Entgeltvereinbarungen mit Trägern der Jugendhilfe wurden thematisiert. Für Iris Beckmann-Klatt bietet der Erfahrungsaustausch mit den Fachleuten aus Elbe-Elster einen wertvollen Blick über den Tellerrand. "Wir können immer noch viel voneinander lernen", ist sie überzeugt.

Zuletzt aktualisiert am: 27.07.2017