Entsorgung von Dämmstoffen wieder gelockert

Pressemeldung vom 30.12.2016
Die Untere Abfallwirtschaftsbehörde des Märkischen Kreises weist darauf hin, dass die Entsorgungsregeln für HBCD-haltige Polystyrol-Dämmstoffe (Styropor) wieder gelockert wurden. Das Material, das üblicherweise bei Abbruch, Rückbau und der Sanierung anfällt, kann wieder zusammen mit Baumischabfall entsorgt werden. Diese Regelung gilt befristet bis zum 31. Dezember 2017.

Zuvor sorgte eine Änderung in der Abfall-Verzeichnis-Verordnung (AVV) für erheblichen Wirbel auf den Baustellen. Mit dem Stichtag 01. Oktober mussten alle alten Polysterol-Dämmstoffe mit einer bestimmten Konzentration des Flammschutzmittels Hexabromcyclododecan (HBCD) als „gefährlicher Abfall“ deklariert werden. Weil der HBCD-Brandhemmer in den vergangenen Jahrzehnten in nahezu allen Dach-, Fassaden-, Decken- oder Bodendämmungen eingesetzt wurde, galten für alte Dämmplatten die Entsorgungsregeln für Sondermüll. Das stellte viele private Hausbauer, Handwerker und Baubetriebe vor erhebliche Probleme. Zum einen mussten die alten Styropordämmstoffe von ungefährlichen Bauabfällen getrennt gesammelt werden. Zum anderen durften nicht mehr alle Entsorgungsanlagen diesen Abfall annehmen, da sie nicht die notwendige Genehmigung hatten, HBCD-haltige Dämmstoffe zu behandeln. Dort, wo diese Polystyrol-Abfälle noch angenommen werden durften, konnte aus feuerungstechnischen Gründen nur eine sehr begrenzte Menge pro Tag mitverbrannt werden. So führte die neue AVV-Einstufung des Dämmplattenabfalls zu einem bundesweiten Engpass bei der Styroporentsorgung. Um die Situation auf dem Entsorgungsmarkt zu entspannen, beschloss der Gesetzgeber jetzt einfachere Entsorgungsregeln.

Weitere Informationen gibt Guido Bartsch vom Märkischen Kreis unter Telefon 02351/966-6371.

Zuletzt aktualisiert am: 30.12.2016